Beobachtetes Signal · 7. Mai 2026 · M&A / Refinancing · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Burgener schließt Verkauf von Constantin Film im Zuge von Refinanzierung nicht aus
Highlight Communications und die Muttergesellschaft Highlight Event & Entertainment verzeichnen erhebliche Unsicherheiten bei der Refinanzierung, weshalb laut Verwaltungsratspräsident Bernhard Burgener nach neuen Investoren und Finanzierungspartnern gesucht wird. Im Fokus steht ein Bankenkonsortialkredit über 74,5 Millionen CHF, der am 30.11.2026 fällig wird. Als Sicherheit hat HLC sämtliche 12,7 Millionen Constantin-Film-Aktien verpfändet, deren Buchwert rund 142 Millionen CHF entspricht. Burgener bestätigte die Mandatierung von Arctic Securities zur Investorensuche sowie den Einstieg von Solventis AG mit 5,45 Prozent bei HLC. Da Constantin Film den wesentlichen Umsatztreiber darstellt, schloss Burgener strategische Optionen wie einen Teil- oder Komplettverkauf oder ein Management-Buyout nicht aus. Zudem befindet sich das Wiener Joint-Venture High-end Productions in der Liquidation, wobei Partner die Fortführung über eine deutsche Gesellschaft planen.
Eine etablierte Mediengruppe steht vor Refinanzierungsrisiken und erwägt den Verkauf eines zentralen Content-Assets, was für Medieninhaber und Investoren von Relevanz ist, jedoch keine unmittelbaren Erschütterungen für das breite AdTech- und MarTech-Ökosystem darstellt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Highlight Communications AG und Highlight Event & Entertainment AG melden erhebliche Zweifel an der Fortführungswesentlichkeit (Going Concern).
- HLC hat alle 12,7 Millionen Constantin-Film-Aktien im Buchwert von rund 142 Millionen CHF als Sicherheit verpfändet.
- Ein Bankkredit über 74,5 Millionen CHF wird am 30.11.2026 fällig; an einer Refinanzierung wird gearbeitet.
- Arctic Securities wurde zur Suche nach institutionellen Investoren mandatiert; Solventis AG hält nun 5,45 Prozent an HLC.
- Ein Verkauf von Constantin Film oder ein Management-Buyout werden von der Führung nicht ausgeschlossen; Wiener Joint-Venture wird liquidiert.
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Highlight Communications sucht Investoren nach massiven Verlusten
Die Highlight Communications AG, Schweizer Muttergesellschaft von Constantin Film und Sport1 Medien, sucht nach schwachen Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 weiter nach externem Kapital. Der Konzernumsatz stieg zwar um 2 Prozent auf 412,1 Millionen CHF, doch das operative Ergebnis stürzte infolge von Abschreibungen im Sportsegment von -6,4 Millionen CHF auf -131,8 Millionen CHF ab. Das Eigenkapital sank von 151,9 Millionen CHF auf -3,3 Millionen CHF. Die Mehrheitseignerin Highlight Event & Entertainment AG meldete für 2025 einen operativen Verlust von -248,2 Millionen CHF. Eine geplante Kapitalzufuhr in Höhe von 300 Millionen CHF durch CSL Mindset Ltd. scheiterte. Highlight hat Arctic Securities mit der Suche nach institutionellen Refinanzierungspartnern beauftragt, während die Solventis AG eine Beteiligung von 5,45 Prozent bekannt gab. Das Management warnt vor erhöhter Planungunsicherheit für 2026 durch Inflation, Energiekosten, politische Krisen und stagnierende Budgets.
Highlight Communications: Q1-Umsatz bricht um 20 Prozent ein
Highlight Communications, die Schweizer Muttergesellschaft von Constantin Film und Sport1, verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent im Jahresvergleich. Der Konzernumsatz sank von 79,9 Millionen CHF auf 63,9 Millionen CHF. Das Segment Film (hauptsächlich Constantin Film) sank um 16,2 Prozent auf 43,6 Millionen CHF, während Sport & Event (einschließlich Sport1) um 27,3 Prozent auf 20,2 Millionen CHF zurückging. Das EBIT verbesserte sich nach Kostensenkungen auf -6,1 Millionen CHF (nach -17 Millionen CHF im Vorjahr). Eine geplante Kapitalerhöhung scheiterte, und das Unternehmen sucht vor einer Schuldenrückzahlung von rund 75 Millionen CHF Ende November nach frischem Kapital. CEO Bernhard Burgener schließt den Verkauf von Vermögenswerten wie Constantin Film nicht aus, während stärkere Umsätze erst ab dem dritten Quartal erwartet werden.
Beta Film erwägt Übernahme von Constantin Film
Die europäische Produktions- und Vertriebsgruppe Beta Film prüft eine Übernahme des Münchener Wettbewerbers Constantin Film. Beta-Film-CEO Moritz von Kruedener bestätigte das strategische Interesse und verwies auf komplementäre Geschäftsfelder sowie die gemeinsame Historie beider Unternehmen als ehemalige Kirch-Assets. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Constantin Film über eine potenzielle Kapitalerhöhung beim Mehrheitseigentümer Highlight Communications für neue Investoren öffnet. Beta Film treibt damit seinen strategischen Umbau zu einem ganzheitlichen Content House voran. Erst kürzlich baute das Medienunternehmen seine Reichweiten- und Distributionskapazitäten massiv aus: 2026 wurden unter anderem der TV-Werbevermarkter Goldvertise vollständig übernommen sowie eine Mehrheitsbeteiligung an der Mediaagentur PIA Media gesichert. Ein Zusammenschluss beider Traditionshäuser würde die deutsche Medienproduktions- und Vertriebslandschaft maßgeblich konsolidieren und neu ordnen.
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