Beobachtetes Signal · 23. Sept. 2026 · Policy Update · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Kassenpflicht ab 100.000 Euro Umsatz: Bitkom fordert praxistaugliche Regeln
Der Digitalverband Bitkom unterstützt die geplante Pflicht zur Nutzung elektronischer Registrierkassen für Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro. Ziel ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie die Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs. Um jedoch unverhältnismäßige Belastungen insbesondere für kleinere Betriebe zu vermeiden, fordert der Verband klare technische Standards, ausreichende Übergangsfristen und interoperable Systeme. Zudem begrüßt Bitkom die geplante Verpflichtung für Händler, neben Bargeld mindestens eine elektronische Bezahlmethode anzubieten. Laut einer Bitkom-Umfrage befürworten 84 Prozent der Bundesbürger eine solche Regelung. Der Verband empfiehlt betroffenen Unternehmen, die notwendigen Kassen-Investitionen strategisch mit der Einführung oder Modernisierung digitaler Payment-Infrastrukturen zu verknüpfen.
Relevante Entwicklung für Retail Technology und Payment-Infrastruktur, jedoch ohne direkte strategische Tragweite für den AdTech- und MarTech-Kernmarkt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Bitkom befürwortet die geplante Pflicht für elektronische Kassen ab 100.000 Euro Jahresumsatz.
- Der Verband verlangt klare technische Standards und ausreichende Übergangsfristen für Unternehmen.
- Laut Bitkom-Umfrage fordern 84 % der Deutschen eine Pflicht zur Akzeptanz mindestens eines elektronischen Zahlungsmittels.
- Bitkom empfiehlt, Investitionen in Kassensysteme mit der Modernisierung digitaler Payment-Optionen zu koppeln.
- Der Artikel wurde am 23. September 2026 veröffentlicht.
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1 verknüpfte Unternehmen“Bitkom supports the planned introduction of a cash register obligation for companies and self-employed persons with annual turnover of 100,0...”
Ontologie & Marktkonzepte
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HDE kritisiert geplante Kassenpflicht und fordert risikobasierte Regulierung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) übt deutliche Kritik an der geplanten Pflicht zur Nutzung elektronischer Kassensysteme für Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro. Zwar befürwortet der Verband Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung, hält die starre Umsatzgrenze jedoch für unverhältnismäßig. Stattdessen fordert der HDE eine Kopplung an den tatsächlichen Bargeldumsatz sowie gezielte, risikobasierte Kontrollen. Die Bundesregierung plant die Einführung der Registerpflicht zum 1. Januar 2028 im Rahmen ihrer Strategie zur Bekämpfung von Steuerkriminalität. Zudem spricht sich der HDE gegen die unveränderte Beibehaltung der allgemeinen Belegausgabepflicht (Bonpflicht) aus, da insbesondere kleine Händler durch anstehende Systemumstellungen und Compliance-Anforderungen mit erheblichen Investitionskosten und administrativem Mehraufwand belastet würden.
Berlin plant Initiative gegen Bargeld-Zwang im Einzelhandel
Die Berliner CDU-SPD-Koalition plant eine Bundesratsschwerpunktinitiative, um den reinen Bargeld-Zwang im Einzelhandel und in der Gastronomie zu beenden. Unternehmen sollen künftig verpflichtet werden, neben Bargeld mindestens eine gängige bargeldlose Zahlungsart anzubieten. Das Vorhaben soll die Kundenwahlfreiheit verbessern und der Steuerhinterziehung in bargeldintensiven Branchen entgegenwirken. Laut der Deutschen Steuergewerkschaft und dem Bundesrechnungshof belaufen sich die jährlichen Verluste durch Steuerhinterziehung auf über 15 Milliarden Euro. Der Entwurf sieht Ausnahmen für Betriebe ohne technische Infrastruktur sowie Kleinstunternehmen vor und zielt ausdrücklich nicht auf die Abschaffung des Bargelds ab. Als akzeptierte Methoden gelten voraussichtlich Girocard, europäische Initiativen wie Wero, Mastercard- und Visa-Debitkarten sowie Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Wallet. Flankiert wird dies von europäischen Zahlungsverkehrsinitiativen und Planungen für einen digitalen Euro, der frühestens 2029 erwartet wird.
Deutschland plant Bundesratsinitiative zur Einführung einer Pflicht für Kartenzahlung
Die deutsche Regierungskoalition aus CDU und SPD plant eine Bundesratspraxis, um „Cash Only“-Praktiken im Einzelhandel und der Gastronomie zu beenden, indem Unternehmen verpflichtet werden, neben Bargeld mindestens eine gängige bargeldlose Zahlungsoption anzubieten. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Kundennummerkomfort zu erhöhen und Steuerhinterziehung in bargeldintensiven Sektoren zu reduzieren. Konkrete akzeptierte Methoden sind noch nicht definiert, dürften aber Girocard, die Wero-Initiative, Mastercard/Visa-Debitkarten sowie Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Wallet umfassen. Politische Entscheidungsträger erwarten Ausnahmen für Unternehmen ohne technische Infrastruktur oder in Härtefällen. Der Artikel verweist auf parallele europäische Bemühungen von EPI und EZB als Alternativen zu US-Zahlungsanbietern und weist darauf hin, dass der digitale Euro nicht vor 2029 erwartet wird. Wirtschaftsverbände warnen vor Kosten und Komplexität für kleinere Händler.
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