Beobachtetes Signal · 6. Jan. 2020 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Amazon erwägt physische Stores in Deutschland und lehnt Gewerkschaftskooperation ab
Der Chef von Amazon Deutschland, Ralf Kleber, hat in einem Interview Pläne zur Einführung physischer Stores nach US- und UK-Vorbildern wie Amazon Go in Aussicht gestellt. Er betonte, dass der stationäre Handel weiterhin geschätzt werde und die Produktauswahl im Fokus stehe. Gleichzeitig forciert das Unternehmen den Absatz über Alexa, wobei günstige Echo-Dot-Preise die Adoption beschleunigen sollen. Kontrovers bewertet wird Amazons Position zu den Arbeitsbedingungen: Das Unternehmen lehnt Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di strikt ab. Es verweist stattdessen auf bestehende Betriebsräte und wettbewerbsfähige Vergütungsstrukturen. Einen konkreten Zeitplan für die Markteinführung von Offline-Stores in Deutschland gibt es bislang nicht. Diese Entwicklungen unterstreichen Amazons hybride Retail-Strategie und verdeutlichen die anhaltenden Spannungen mit deutschen Arbeitnehmervertretungen.
Signaleisiert Amazons Ambitionen im stationären Retail-Sektor sowie die Fortführung der kompromisslosen Gewerkschafts- und Tarifpolitik mit moderater Branchenrelevanz.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber prüft die Eröffnung stationärer Stores nach dem Vorbild von Amazon Go.
- Das Unternehmen will den umsatztreibenden Einsatz von Alexa durch günstige Echo-Dot-Preise unter 50 Euro ausbauen.
- Amazon lehnt jegliche Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen ab.
- Ein konkreter Zeitplan für den Launch physischer Ladengeschäfte in Deutschland wurde noch nicht kommuniziert.
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Amazon dominiert 63 % des deutschen Onlinehandels
Eine Studie des IFH Köln und General Evidence zeigt, dass Amazon 63 % des deutschen Onlinehandels ausmacht. Die gesamten Käufe über die Plattform beliefen sich auf 69,1 Milliarden Euro bei einem Gesamtmarkt von 110 Milliarden Euro. 97 % der deutschen Online-Shopper kaufen zumindest gelegentlich bei Amazon, 59 % haben eine Prime-Mitgliedschaft. Während Amazons eigener Verkauf einen Marktanteil von 17,2 % hat, entfallen weitere 46,1 % auf das Plattformgeschäft mit Drittanbietern. Die Studie zeigt auch, dass 24 % der Umsätze in untersuchten Kategorien durch Amazon beeinflusst werden, selbst wenn der Kauf woanders stattfindet. Trotz Konkurrenz aus China und von Otto/Zalando bleibt Amazon durch Produktauswahl, Komfort und Liefergeschwindigkeit dominant. Die Studie sieht Wachstumspotenzial im FMCG-Sektor, wo die Online-Durchdringung nur bei 4,9 % liegt, Amazon aber bereits 46,1 % des Online-FMCG-Umsatzes hält.
Amazons 'Über dich' zeigt kuriose Kundendaten
Ein viraler Threads-Beitrag zeigte die Funktion 'Über dich' in der Amazon-App, die abgeleitete persönliche Attribute über Kunden basierend auf Einkaufshistorie, Bewertungen und Alexa-Interaktionen anzeigt. Beispiele sind 'flaches Gesäß', 'besitzt einen Kindle Paperwhite' und 'ist zu klein, um in einen 40-Zoll-Karton zu greifen'. Die Funktion, die in Deutschland nicht verfügbar ist, löste Belustigung und Besorgnis über die Datensammlung aus. Amazon gibt an, die Daten zu nutzen, um relevante Empfehlungen zu bieten, und Nutzer können diese Präferenzen einsehen und anpassen. Der Artikel unterstreicht das Ausmaß der datengetriebenen Personalisierung und Transparenz von Amazon.
Nestlé Mexiko vereinheitlicht Daten mit KI-Plattform
Beim Agentic World Event von Treasure AI in Miami erläuterten Führungskräfte von Nestlé México, wie der CPG-Riese, der 90% der mexikanischen Haushalte erreicht und über 70 Marken besitzt, seine Kundendaten vereinheitlicht hat, um Silos aufzubrechen. Durch die Partnerschaft mit Treasure AI, einer agentischen Erlebnisplattform, verbindet Nestlé México nun seine CRM-Daten und gehashte Daten aus dem Clean Room von Amazon, um doppelte Kunden zu identifizieren und markenübergreifende Interessen zu verstehen. Mithilfe von Engagement-Signalen segmentierte die Marke La Lechera ihr Publikum in Traditionalisten, Experten und Entdecker, was zu einer Kampagne mit fast doppelter Öffnungsrate führte. Durch die Aufforderung an KI-Agenten kann Nestlé México nun auch Kunden kleinerer Marken gezielt ansprechen, indem es Daten größerer Marken wie KitKat nutzt und so die Personalisierung und ganzheitliche Ansprache verbessert.
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