Beobachtetes Signal · 22. Okt. 2026 · Research Study · Quelle: Meedia · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Video-Trends: Creator als News-Quelle, KI als Vertrauensproblem
Die Landesmedienanstalten haben auf den Medientagen München die neueste Ausgabe ihrer Studienreihe "Video-Trends" präsentiert. Die Studie zeigt eine hohe Videokonsumquote: 93 Prozent der Deutschen ab 14 sehen täglich Videos. Ein Schwerpunkt liegt auf KI-generierten oder manipulierten Videos: 79 Prozent sind ihnen bereits begegnet, 68 Prozent haben ein KI-Video schon für echt gehalten. Dies führt zu einem Vertrauensverlust: 81 Prozent zweifeln häufiger an der Echtheit von Videos. Daher fordern 91 Prozent eine klare Kennzeichnung von KI-Videos, 88 Prozent wünschen stärkere Plattformkontrollen und 83 Prozent ein generelles Deepfake-Verbot. Die Studie zeigt auch, dass Creator insbesondere bei Unter-30-Jährigen eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung spielen (45 Prozent). Allerdings glaubt die Hälfte, dass Creator-Videos gezielt Meinungen lenken. Die Studie betont die Notwendigkeit klarer Kennzeichnung und wirksamer Regeln.
Die Studie zeigt ein wachsendes Misstrauen gegenüber Videoinhalten durch KI-Fakes, was Werbevertrauen und Engagement beeinträchtigen kann. Forderungen nach strenger Kennzeichnung und Plattformkontrollen könnten zu neuen Regulierungen führen, die Ad-Verification und Content-Authentizität betreffen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- 93 Prozent der Deutschen ab 14 sehen täglich Videoinhalte, 72 Prozent in sozialen Medien.
- 79 Prozent sind bereits KI-generierten oder manipulierten Videos begegnet; 68 Prozent hielten eines für echt.
- 91 Prozent fordern eine klare Kennzeichnung von KI-Videos, 88 Prozent stärkere Plattformkontrollen, 83 Prozent ein Deepfake-Verbot.
- Bei Unter-30-Jährigen spielen Creator-Videos bei 45 Prozent eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung.
- Die Hälfte glaubt, dass Creator-Videos gezielt Meinungen lenken.
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Deepfakes gefährden das Vertrauen von Publishern und Medienhäusern
Da generative KI Deepfakes kostengünstiger und schwerer erkennbar macht, sehen sich Publisher mit steigenden Verifikationslasten und Reputationsrisiken konfrontiert. Ein Bericht von IdentifAI verzeichnete im März 2026 insgesamt 3.165 Deepfake-Vorfälle, wobei KI-generierte Videos das größte Format darstellen und die meisten Vorfälle in den USA stattfanden. NewsGuard identifizierte über 3.000 KI-gestützte „Content Farm“-Websites, die werbefinanziert Desinformation verbreiten. Medienorganisationen wie AP News und die BBC skalieren ihre Verifikationsteams, während kleinere Publisher über weniger Ressourcen verfügen. Gleichzeitig haben Plattformen ihre Moderationsansätze angepasst – so hat Meta sein Faktencheck-Programm eingestellt, während YouTube ein Deepfakeder-Erkennungstool bereitstellt. Dies verkompliziert die Verbreitung und Entfernung manipulierter Inhalte im Ökosystem der Digitalwerbung nachhaltig.
KI-generierte Werbung mindert das Markenvertrauen bei jedem Dritten
Eine repräsentative Censuswide-Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern im Auftrag der Verve Group zeigt gemischte Reaktionen auf KI in der Werbung: 35 % der Befragten gaben an, einer Marke weniger zu vertrauen, wenn sie wissen, dass eine Anzeige KI-generiert ist. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen steigt dieser Wert sogar auf 45 %. Gleichzeitig können sich 69 % vorstellen, basierend auf der Empfehlung eines KI-Chatbots zu kaufen. Zudem bevorzugen 80 % werbefinanzierte App-Vorteile gegenüber Gebühren, äußern jedoch Datenschutzbedenken und ergreifen Schutzmaßnahmen wie Cookie-Ablehnung. Die Ergebnisse sind besonders vor dem Hintergrund von Artikel 50 des EU AI Act relevant, der ab dem 2. August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für KI-Werbung vorschreibt. Laut Verve-CEO Remco Westermann akzeptieren Konsumenten KI im Hintergrund, verlieren jedoch bei sichtbarem Einsatz Vertrauen – mit direkten Folgen für Creative Strategy, Compliance und Kennzeichnungspraktiken.
Bitkom-Umfrage: Breite Mehrheit fordert strafrechtliche Verfolgung von Fake News
Eine im Auftrag des Bitkom durchgeführte Umfrage unter 1,006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren offenbart eine massive Verbreitung von Desinformation und eine breite gesellschaftliche Unterstützung für rechtliche Konsequenzen. Demnach sind 91 Prozent der Befragten bereits mit bewusst falschen oder irreführenden Informationen konfrontiert worden. Rund neun von zehn Personen fordern, dass die gezielte Verbreitung von Fake News unter Strafe gestellt wird. Zudem fällt es 63 Prozent schwer, die Zuverlässigkeit von Nachrichten einzuschätzen, während 41 Prozent häufig an der Wahrhaftigkeit von Inhalten zweifeln. Auch KI-generierte Deepfakes rücken stärker in den Fokus: 20 Prozent sind sicher, solche Inhalte bereits gesehen zu haben, weitere 41 Prozent vermuten es. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder warnt vor einer neuen Qualität der Täuschung durch KI, und Ben Colman von Reality Defender betont, dass selbst Experten Schwierigkeiten haben, Deepfakes verlässlich zu erkennen.
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