VAUNET kritisiert Regulierungspraxis und wachsende Big-Tech-Dominanz im Werbemarkt
Auf seinem Jahresempfang in Berlin hat der Privatsenderverband VAUNET deutliche medienpolitische Kritik geäußert. Vorstandsvorsitzender Claus Grewenig monierte ein gravierendes Umsetzungsproblem bei der Digitalregulierung: 72 % der digitalen Werbeerlöse fließen mittlerweile an globale Big-Tech-Plattformen ab. Statt der versprochenen Entlastung für private Medien entstünden neue regulatorische Hürden. Grewenig forderte daher gelockerte Fusionskontrollregeln sowie eine zügige Verabschiedung des Digitale-Medien-Staatsvertrags (DMStV). Staatssekretär Torsten Welling (Rheinland-Pfalz), Koordinator der Rundfunkkommission, verteidigte den DMStV-Entwurf hingegen als medienpolitisches Meisterwerk, das faire Wettbewerbsbedingungen schaffe und Medienkonzentration im Digitalzeitalter adressiere. In der Debatte prallten Forderungen nach Deregulierung privater Medienanbieter und strengerer Plattformregulierung aufeinander.
- •VAUNET prognostiziert, dass 2026 rund 72 % der deutschen digitalen Werbeeinnahmen an globale Big-Tech-Plattformen gehen.
- •VAUNET-Chef Claus Grewenig kritisiert wachsende regulatorische Belastungen für private Medienhäuser statt des versprochenen Bürokratieabbaus.
- •Der Entwurf des Digitale-Medien-Staatsvertrags (DMStV) soll Anfang Oktober von der Rundfunkkommission in die öffentliche Anhörung gegeben werden.
