Beobachtetes Signal · 22. Juni 2017 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Zalando-Tochter Mint & Berry setzte umstrittene Instagram-Like-Bots ein
Der Online-Modehändler Zalando geriet durch seine Tochtermarke Mint & Berry in die Kritik, nachdem diese automatisierte Like-Bots auf Instagram eingesetzt hatte. Wie Recherchen von Der Spiegel und OnlineMarketing.de zeigen, sollten die Bots durch das automatische Liken fremder Beiträge die organische Reichweite und das Engagement künstlich steigern. Teilweise konnten die Systeme zudem automatisierte Kommentare absetzen, was erhebliche Bedenken hinsichtlich der Authentizität und der Brand Safety aufwarf. Problematisch war zudem, dass einige der gelikten Beiträge im Umfeld von Tabakwerbung stattfanden, was die Qualität der generierten Interaktionen massiv infrage stellte. Zalando räumte den Einsatz des Bots ein, stoppte die Anwendung umgehend und kündigte an, diese nicht zu reaktivieren. Zudem wurden die internen Compliance-Standards für Social-Media-Aktivitäten verschärft. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei bot-getriebenem Engagement und verdeutlicht die dringende Notwendigkeit verlässlicher Kontrollmechanismen in Social-Media-Kampagnen.
Der Vorfall verdeutlicht akute Brand-Safety-Risiken und die Problematik von bot-getriebenem Engagement in Social-Media-Kampagnen, was strengere Qualitätskontrollen und Messstandards fordert.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Zalando-Marke Mint & Berry setzte laut Medienberichten Like-Bots auf Instagram ein.
- Der Bot automatisierte Likes, um die Reichweite und Nutzerinteraktionen zu steigern.
- Einige der interagierenden Beiträge standen im Zusammenhang mit Tabakwerbung.
- Zalando bestätigte den Vorfall, deaktivierte den Bot dauerhaft und gelobte Besserung.
- Interne Standards und Kontrollen für Social-Media-Aktivitäten wurden umgehend verschärft.
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Amazon erreicht über 60% Marktanteil im deutschen Onlinehandel
Eine neue Studie von IFH KÖLN und General Evidence zeigt, dass Amazon im deutschen E-Commerce eine dominante Position einnimmt: Der Handelsumsatz beträgt rund 69,1 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 63 % entspricht. Trotzdem nimmt der Wettbewerb zu: Internationale Plattformen wie Temu und SHEIN gewinnen Marktanteile und erzielten gemeinsam eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz. Amazons Einfluss reicht über den eigenen Verkauf hinaus; so beeinflusst das Unternehmen 41 % der untersuchten Umsätze durch Marktplatz, Produktsuchen und Werbung. Die Studie sieht großes Wachstumspotenzial im Lebensmittel- und FMCG-Sektor, wo nur 4,9 % des Marktes online abgewickelt werden, Amazon aber bereits 46,1 % des Online-FMCG-Umsatzes hält. Amazon bleibt die zentrale Plattform, aber neue Wettbewerber ziehen zunehmend zusätzliche Nachfrage an.
Zalando plant neues Festival für Mode, Musik und Kultur
Zalando erweitert sein Marken- und Entertainmentgeschäft mit einem eigenen Festival namens "Access All Areas" (AAA), das am 24. und 25. April 2027 in der Station Berlin und im Tempodrom stattfinden soll. Das Unternehmen rechnet mit bis zu 40.000 Besuchern und verbindet Live-Musik, Mode, Beauty, Sport und Markeninszenierungen. Als erste Headlinerin wurde die britische Singer-Songwriterin RAYE angekündigt. Zum Start beteiligen sich 14 Marken, darunter adidas, Calvin Klein, Nike, Asics, Dr. Martens, lululemon, New Balance, On, Puma, Tommy Hilfiger und Vans sowie die Beauty-Marken Beauty of Joseon, Kérastase und MAC. Das Festival ist eng mit dem Bonusprogramm Zalando Plus verknüpft, dessen Mitglieder in teilnehmenden Märkten kostenlose Tickets erhalten können. Der exklusive Vorverkauf ist für Januar 2027 geplant. Zalando Plus zählt mehr als 20 Millionen Mitglieder in 17 europäischen Märkten. Das Festival ist Teil der Strategie, sich als Plattform für Inspiration und Entertainment zu positionieren und die Kundenbindung zu stärken.
Österreichs Paketsteuer: Kritik, da Kosten an Verbraucher weitergegeben werden
Die neue österreichische Paketsteuer, die am 1. Oktober 2026 in Kraft trat, belastet große Online-Händler mit 2 Euro netto pro Paket (2,40 Euro inkl. MwSt.). Amazon gibt die Gebühr direkt an die Kunden als eigene Position weiter, während Zalando und Otto sie bei vollständigen Retouren erstatten. Die Steuer betrifft Unternehmen mit über 100 Millionen Euro Jahresumsatz mit Paketen in Österreich, darunter Amazon, Temu, Shein und Zalando. Kritiker, darunter der Handelsverband, argumentieren, dass die Steuer Verbraucher und kleine Unternehmen belastet und möglicherweise 2.800 Arbeitsplätze kostet. Rechtliche Schritte sind geplant, bis hin zu Verfassungs- und EuGH-Klagen. Befürworter sehen die Steuer als Ausgleich zum stationären Handel und zur Finanzierung der MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel.
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