Beobachtetes Signal · 8. Apr. 2019 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Großbritannien plant strenge Regulierung von Gewaltinhalten auf Social Media
Das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS) erwägt einen neuen Regulierungsrahmen zur Eindämmung von Gewaltinhalten auf Social Media, der eine unabhängige Aufsichtsbehörde und branchenweite Verhaltensregeln umfasst. Das in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium erarbeitete Weißbuch sieht eine Durchsetzung jenseits bloßer Selbstregulierung sowie eine Abgabe zur Finanzierung der Aufsicht vor. Dem Entwurf zufolge könnten Führungskräfte bei Verstößen gegen eine neue gesetzliche Sorgfaltspflicht persönlich haftbar gemacht werden, während die Regulierungsbehörde mit empfindlichen Geldbußen ausgestattet wird. Die Verhaltensregeln definieren verbindliche Standards, wobei Unternehmen alternative Methoden rechtfertigen können, sofern diese eine gleichwertige oder größere Wirkung erzielen. Der Plan zielt darauf ab, Großbritannien zum sichersten Online-Umfeld zu machen und Plattformen durch regulatorische Maßnahmen stärker in die Verantwortung zu nehmen.
Neuer Regulierungsrahmen für Gewaltinhalte auf Social Media; potenzielle branchenweite Abgabe; drastisch erhöhte persönliche Haftung und Rechenschaftspflicht für das obere Management.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS) prüft eine unabhängige Aufsichtsbehörde und Verhaltensregeln zur Regulierung von Gewaltinhalten auf Social Media.
- Eine branchenweite Abgabe könnte zur Finanzierung des Regulierungsrahmens herangezogen werden.
- Führungskräfte könnten bei Verstößen gegen die vorgeschlagene gesetzliche Sorgfaltspflicht persönlich haftbar gemacht werden.
- Das Online Harms White Paper skizziert einen Regulierungsrahmen, der über reine Selbstregulierung hinausgeht.
- Der Vorschlag orientiert sich am australischen Ansatz und zielt darauf ab, Großbritannien zum sichersten Online-Umfeld zu machen.
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Großbritannien will Social-Media-Plattformen zur Priorisierung von PSB-Inhalten zwingen
Die britische Labour-Regierung unter Premierminister Keir Starmer plant Maßnahmen, um große Social-Media-Plattformen zu verpflichten, Public Service Broadcasters (PSBs) wie die BBC, ITV und Channel 4 in ihren Feeds prominenter zu platzieren und so Desinformation einzudämmen. Die Vorgaben sollen zunächst als freiwillige Richtlinien für Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok starten, wobei eine gesetzliche Regelung als Rückfallebene dient. Diese Pläne ergänzen ein weiteres britisches Vorhaben, die Nutzung von Social Media für unter 16-Jährige ab 2027 zu verbieten. Plattformen und unabhängige Creator üben scharfe Kritik und warnen vor einer Benachteiligung von Creatoren sowie einer Verzerrung der Algorithmen. Ähnliche Regulierungsinitiativen in Großbritannien, wie das Publisher-Opt-out für Google AI Overviews, könnten internationale Präzedenzfälle mit grenzüberschreitenden Marktauswirkungen schaffen.
Großbritannien fordert strengeren Jugendschutz von Social-Media-Giganten
Die britischen Regulierungsbehörden Ofcom und das Information Commissioner's Office (ICO) haben führende Social-Media-Plattformen wie YouTube, TikTok, Facebook, Instagram und Snapchat aufgefordert, strengere Schutzmaßnahmen für Minderjährige umzusetzen. Dies geschieht, nachdem der britische Gesetzgeber einen generellen Bann für unter 16-Jährige abgelehnt hat. Die Behörden fordern verbesserte Altersverifikationen mittels Gesichtserkennung, digitaler IDs oder Fotovergleich, den Ausschluss von Kontakten durch Fremde, den Verzicht auf KI-Tests bei Minderjährigen sowie sicherere Inhalte für Teenager. Ofcom setzte eine Frist bis zum 30. April für Rückmeldungen. Die Maßnahmen erfolgen im Zuge internationaler Entwicklungen wie dem australischen Jugendverbot, EU-Verfahren und einer Millionenstrafe des ICO gegen Reddit. Die Plattformen reagieren darauf mit Verweisen auf bestehende Mechanismen und fordern App-Store-basierte Verifikationslösungen.
Asos bestätigt Datenleck nach manipulierter App-Benachrichtigung
Der britische Modehändler Asos hat eine Datenpanne mit personenbezogenen Daten von Kunden bestätigt. Hacker brachen in eine Drittanbieter-Plattform ein, die für die Kundenkommunikation genutzt wird, und erbeuteten Namen, Kontaktdaten, Wohnadressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Notizen zu Kundenprofilen, einschließlich Suchanfragen. Die Hacker, die sich Xuanye Group nennen, sendeten über die Asos-App eine unbefugte Push-Benachrichtigung und verwiesen auf kompromittierte Daten, die bei Snowflake gehostet wurden. Sie forderten das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf, andernfalls drohten sie mit der Veröffentlichung der Daten. Die Angreifer sollen sich durch Identitätstäuschung Zugangsdaten verschafft haben. Snowflake betonte, dass die eigenen Systeme nicht betroffen seien. Asos hat 17 Millionen Kunden. Der Vorfall ähnelt einem früheren Angriff auf das Fintech-Unternehmen Betterment.
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