Beobachtetes Signal · 8. Aug. 2019 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Neutral
Twitter schließt Drittanbieter-Daten für Advertising-Kampagnen aus
Twitter hat angekündigt, Third-Party-Datenanbieter aus seinem Werbesystem zu verbannen, wodurch Werbetreibende für das Targeting auf der Plattform künftig auf First-Party-Data angewiesen sind. Diese Änderung bedeutet, dass Marken Kundensegmentdaten aus externen Quellen beschaffen müssen, um Nutzer im Ecosystem von Twitter anzusprechen. Das Unternehmen betonte, dass diese Entscheidung in keinem Zusammenhang mit jüngsten Datenlecks stehe, sondern darauf abziele, Werbetreibenden, Agenturen und Marketern die bestmögliche Performance zu bieten. Branchenexperten wie die Dentsu-Agentur Merkle bewerten den Schritt als Teil eines branchenweiten Trends, der die Abhängigkeit von Third-Party-Daten verringert und den Fokus stärker auf First-Party-Data sowie die Herkunft von Daten legt. Werbetreibende tragen weiterhin die Verantwortung für die von ihnen hochgeladenen und für das Targeting genutzten Datensätze, wobei viele ohnehin bereits stark auf eigene Datenbestände für ihre Kampagnen vertrauen.
Eine bedeutende Richtlinienänderung einer großen Plattform, die die Datennutzung und das Targeting im Advertising grundlegend beeinflusst.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Twitter schließt ab 2020 Third-Party-Datenanbieter von seinem Werbesystem aus.
- Werbetreibende müssen Kundensegmentdaten extern beschaffen, um auf Twitter zielgerichtet zu werben.
- Laut Twitter steht die Maßnahme in keinem Zusammenhang mit jüngsten Datenlecks.
- Viele Werbetreibende setzen bereits primär auf eigene First-Party-Data für ihre Kampagnen.
- Agenturen wie Merkle werten den Schritt als branchenweiten Trend hin zu mehr Datenschutz und Datenherkunft.
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KI stellt das Inhouse-Marketingmodell auf den Prüfstand
Marketing erlebt die dritte große Welle des Inhousings, angetrieben durch KI-Versprechen von Effizienz und Kosteneinsparungen. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch, dass solche Initiativen ohne entsprechende Unternehmenskultur, organisatorische Verankerung und echtes Total-Cost-Management häufig scheitern. Die aktuelle Herausforderung besteht vor allem im Leistungsnachweis. Umfragen belegen eine hohe KI-Adadoption, aber geringes Vertrauen in den ROI: Laut Duke University CMO Survey erreichte keine MarTech-Aktivität auf einer 7-Punkte-Skala einen Wert über 5. Zudem fühlen sich laut Comviva nur 16 Prozent der Marketingentscheider sicher bei der Verteidigung ihrer KI-Budgets, während MIT NANDA berichtet, dass 95 Prozent der Unternehmen keinen messbaren Return durch Enterprise GenAI verzeichnen. Die dritte Welle wird folglich nicht an purer Effizienz, sondern an harten Leistungsnachweisen gemessen werden.
FTC verklagt Amazon wegen angeblicher Manipulation von Ad-Auktionen
Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und 22 Bundesstaaten haben Amazon verklagt, weil das E-Commerce-Unternehmen über seine Sponsored Products heimliche Mindestpreise eingesetzt haben soll, um Werbekosten künstlich in die Höhe zu treiben. Laut Klage wurden dadurch faktisch Zweitpreis- in Erstpreis-Auktionen umgewandelt. Die Behörde wirft Amazon vor, über 1,2 Millionen Advertiser überlastet und aus dem 68 Milliarden schweren Werbegeschäft über 20 Milliarden US-Dollar an überschüssigen Einnahmen generiert zu haben. Bis 2024 zahlten demnach 80 Prozent der gewinnenden Werbetreibenden Beträge nahe ihrer Maximalgebote. Amazon weist die Vorwürfe zurück und betont, dass versteckte Mindestpreise branchenüblich seien, die Auktionen weiterhin als Zweitpreis-Modell funktionieren und Advertiser Milliarden gespart hätten. Der Fall betrifft exklusiv Sponsored Products in der Amazon Ad Console, nicht aber die Amazon DSP. Branchenexperten sehen potenzielle Risse im Vertrauen der Advertiser, während Wettbewerber Transparenz als Differenzierungsmerkmal nutzen könnten.
Asos bestätigt Datenleck nach manipulierter App-Benachrichtigung
Der britische Modehändler Asos hat eine Datenpanne mit personenbezogenen Daten von Kunden bestätigt. Hacker brachen in eine Drittanbieter-Plattform ein, die für die Kundenkommunikation genutzt wird, und erbeuteten Namen, Kontaktdaten, Wohnadressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Notizen zu Kundenprofilen, einschließlich Suchanfragen. Die Hacker, die sich Xuanye Group nennen, sendeten über die Asos-App eine unbefugte Push-Benachrichtigung und verwiesen auf kompromittierte Daten, die bei Snowflake gehostet wurden. Sie forderten das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf, andernfalls drohten sie mit der Veröffentlichung der Daten. Die Angreifer sollen sich durch Identitätstäuschung Zugangsdaten verschafft haben. Snowflake betonte, dass die eigenen Systeme nicht betroffen seien. Asos hat 17 Millionen Kunden. Der Vorfall ähnelt einem früheren Angriff auf das Fintech-Unternehmen Betterment.
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