Beobachtetes Signal · 26. Jan. 2023 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
TikTok kürzt Creator-Einnahmen im Gifts-Programm um 50 Prozent
Ab dem 24. Februar 2023 behält TikTok 50 Prozent des Nettoumsatzes aus seinem Gifts-Programm für Creator ein, nach Abzügen für App Stores, Zahlungsdienstleister und weiteren Anpassungen. Über das virtuelle Geschenkesystem können Fans Creator unterstützen, wobei TikTok Diamanten basierend auf der Videobeliebtheit vergibt. Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Creator Monetarisierungsoptionen über verschiedene Plattformen hinweg abwägen, darunter die Einführung der Umsatzbeteiligung für YouTube Shorts. Zudem zeigt sich, dass eine Pulse-Monetarisierungsinitiative bei Influencern mit über 100.000 Followern kaum nennenswerte Erträge brachte. Unabhängig davon gaben TikTok und ByteDance im vergangenen Jahr rund 5,4 Millionen US-Dollar für bundesstaatliches Lobbying in den USA aus. Branchenbeobachter warnen, dass Top-Creator angesichts dieser Entwicklung vermehrt zu Plattformen wie YouTube oder Instagram abwandern könnten, um dort potenziell höhere Einnahmen zu erzielen.
Änderung der Monetarisierungsrichtlinien durch eine führende Plattform, die die Erlösmodelle von Creatoren direkt beeinflusst und den intensiven Wettbewerb zwischen Social-Media-Ökosystemen verschärft.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Ab dem 24.02.2023 beteiligt TikTok Creator an 50 Prozent des Nettoumsatzes aus virtuellen Geschenken nach Abzügen für App Stores und Zahlungsabwickler.
- Das Video-Gifts-System ermöglicht Fans das Senden virtueller Geschenke; TikTok vergibt Diamanten basierend auf der Videobeliebtheit.
- Das Pulse-Monetarisierungsprogramm erbrachte Berichten zufolge für sieben befragte Influencer mit über 100k Followern Einnahmen von unter fünf US-Dollar.
- TikTok und ByteDance investierten im vergangenen Jahr rund 5,4 Millionen US-Dollar in bundesweites Lobbying in den USA.
- YouTube hat sein Partnerprogramm aktualisiert, um Shorts-Creatoren ab dem 01.02.2023 an den Shorts-Umsätzen zu beteiligen.
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AWNY & Jupiter Fest: Agentic Ads und Open Web im Fokus
Die Advertising Week New York und das erste Jupiter Festival Miami zeigten die Branchenentwicklung hin zu agentischer Werbung und die Besorgnis über die Zukunft des Open Web. Zu den wichtigsten Ankündigungen gehörten Tiktoks Off-Platform-Werbeexpansion und ein neuer KI-Einkaufsagent, Metas Test eines KI-Kampagnenassistenten und die Einführung visueller Anzeigen durch OpenAI. Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount im Wert von 110 Milliarden Dollar wurde abgeschlossen und bildet nun Skydance. Zentrale Themen waren die Bedrohung des Publisher-Traffics durch KI, der Aufstieg von KI-Sichtbarkeitstools, das frühe Stadium des agentischen Medienkaufens, ungelöste Cross-Platform-Messung und der boomende Sport- und Retail-Media-Sektor. Zu den Deals gehörten PubXs Übernahme von Compliant und eine 5-Millionen-Dollar-Series-A sowie OpenAIs gemeldete 30-Milliarden-Dollar-Runde mit BlackRock und Investoren aus den VAE.
Ambition, Entlassung und Risiko bei Changemakers
Auf der Changemakers-Konferenz der Marketing Society ging es um Karriere-Resilienz, Ambition und Scheitern. Laura Brown, ehemalige Chefredakteurin der InStyle, sprach über ihre Entlassung und die Bedeutung persönlicher Eigenständigkeit gegenüber Jobtiteln. Sofia Hernandez, Ex-TikTok-Führungskraft, erzählte von ihrem Ausstieg aus gesundheitlichen Gründen und dem schnellen Verlust von Status. Wendy Kula, jetzt CMO bei Saucony, nahm sich nach einer Umstrukturierung bei Nike ein Jahr Auszeit gegen Burnout. Maryam Banikarim, frühere Hyatt-CMO, zog sich mit 50 zurück, um Prioritäten zu setzen. Sam Tomlinson, CEO von MediaSense, plädierte für eine 'Learn-fast'-Kultur und kritisierte übertriebenes Risikomanagement. Im Fokus stand die Neudefinition von Erfolg jenseits von großen Titeln.
Musiker wegen KI-Streamingbetrugs verurteilt
Ein 54-jähriger Musiker in den USA wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er einen groß angelegten Streaming-Betrug orchestriert hatte. Mit bis zu 10.000 Bots, Tausenden von Fake-Accounts und Tausenden von KI-generierten Songs manipulierte er zwischen 2017 und 2024 Streaming-Plattformen wie Apple Music, Amazon Music und YouTube. Die betrügerischen Streams generierten Millionen an Tantiemen. Zeitweise erreichten seine Songs im April 80,9 Millionen Streams und übertrafen damit Taylor Swift (9,3 Millionen). Das Gericht ordnete außerdem die Rückzahlung von über 8 Millionen Dollar an. Seine Verteidigung argumentierte, dass keine Musiker direkt geschädigt wurden, aber die Staatsanwaltschaft konterte, dass echte Künstler und Fans um Tantiemen gebracht wurden.
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