Beobachtetes Signal · 20. Mai 2026 · Partnership · Quelle: https://martechseries.com/feed/ · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Positiv
Thales und Google Cloud starten deutsche Sovereign Cloud
Thales und Google Cloud haben eine strategische Partnerschaft zur Errichtung einer neuen Sovereign Cloud Region in Deutschland bekannt gegeben. Thales gründet hierfür ein rechtlich und operativ unabhängiges deutsches Unternehmen, das die dedizierte Infrastruktur vollständig besitzt und betreibt. Dies garantiert eine lokale Personalkontrolle und verhindert den Zugriff Dritter, einschließlich nicht-europäischer Akteure, auf sensible Daten. Das Angebot befindet sich in der Preview-Phase und strebt die allgemeine Verfügbarkeit (GA) bis Ende 2026 an. Die Lösung wird entwickelt, um strengste Anforderungen an digitale Souveränität und Regulierung wie C5 sowie das neue deutsche C3A-Framework zu erfüllen. Sie vernetzt sich mit der französischen PREMI3NS by S3NS Region von Thales, um eine paneuropäische, georedundante Sovereign Cloud mit grenzüberschreitender Notfallwiederherstellung bereitzustellen. Der offizielle Name der neuen deutschen Gesellschaft wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Die Partnerschaft zwischen einem Hypersscaler und einem Cybersecurity-Konzern wie Thales zur Bereitstellung einer lokal kontrollierten Sovereign Cloud in Deutschland beeinflusst die Beschaffungs- und Compliance-Strategien regulierter Branchen und des öffentlichen Sektors in Europa maßgeblich und etabliert ein grenzüberschreitendes, georedundantes Souveränitätsmodell.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Thales und Google Cloud kooperieren zum Aufbau einer neuen Sovereign Cloud in Deutschland.
- Thales gründet eine neue deutsche Gesellschaft zur vollständigen Eigentümerschaft und dem Betrieb der dedizierten Infrastruktur.
- Die Lösung befindet sich in der Preview und peilt die allgemeine Verfügbarkeit bis Ende 2026 an.
- Das Angebot erfüllt strenge regulatorische Vorgaben wie C5 und das neue C3A-Framework.
- Die Vernetzung mit der französischen S3NS-Region ermöglicht eine paneuropäische, georedundante Sovereign Cloud mit Disaster-Recovery-Funktionen.
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Schwarz-Digits-Managerin über europäische digitale Souveränität und Cloud-Alternativen
Claudia Alsdorf, Geschäftsführerin für Business Development bei Schwarz Digits und ehemalige Managerin bei Microsoft und SAP, erläutert im t3n-Podcast das Ziel des Aufbaus eines „souveränen Hyperscalers“ für Europa. Anlass für alternative Verhandlungen war unter anderem eine Preiserhöhung von Microsoft um elf Prozent, woraufhin Workloads teilweise zu Google verlagert und Betriebsdaten vorsorglich auf die souveräne Stackit-Cloud gespiegelt wurden. Alsdorf warnt vor sogenanntem „Sovereignty-Washing“, bei dem zwar europäische Rechenzentren genutzt werden, die Datenverarbeitung jedoch weiterhin dem US CLOUD Act unterliegt. Sie betont die dringende Notwendigkeit nutzbarer souveräner Anwendungen für die öffentliche Verwaltung und verweist auf strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie SAP und ServiceNow, um eine echte digitale Unabhängigkeit voranzutreiben.
Telekom und NVIDIA errichten europäische KI-Fabrik in München
Deutsche Telekom und NVIDIA investieren rund eine Milliarde Euro in den Aufbau einer der größten KI-Fabriken Europas in München, konzipiert als Industrial AI Cloud. Ziel der Initiative ist es, die europäische Souveränität bei KI-Rechenkapazitäten zu stärken und Abhängigkeiten von US-Infrastrukturen zu reduzieren. Ab 2026 soll die Plattform die Rechenleistung im deutschen Markt für Modelltraining und Inferenz um rund 50 Prozent steigern. Über NVIDIA Omniverse-Bibliotheken werden digitale Zwillinge von Fertigungsanlagen ermöglicht, um Prozesse in Branchen wie Automotive und Luftfahrt zu optimieren. Zu den ersten Ankerkunden gehören Perplexity, Deutsche Bank, Quantum Systems und Wandelbots; als Partner der Initiative „Made for Germany“ sind zudem SAP, Agile Robots und Polarise beteiligt. Telekom-CEO Tim Höttges positioniert das Projekt als industrielles Aushängeschild für skalierbare KI-Infrastruktur aus Europa.
Cloud-Paradoxon: Deutsche Unternehmen fordern lokale Anbieter, nutzen aber US-Hyperscaler
Eine vom Branchenverband Bitkom veröffentlichte repräsentative Studie offenbart eine massive Diskrepanz zwischen den Cloud-Präferenzen deutscher Unternehmen und deren realer Nutzung. Laut dem „Cloud Report 2026“ bevorzugen 91 Prozent der befragten Firmen Cloud-Anbieter aus Deutschland, während jedoch nur 53 Prozent tatsächlich einen deutschen Provider einsetzen und 71 Prozent auf US-Dienste zurückgreifen. Gleichzeitig sehen 85 Prozent der Entscheidungsträger eine zu starke Abhängigkeit von US-Anbietern – ein Anstieg im Jahresvergleich. Rund 64 Prozent geben an, dass politische Entwicklungen in den USA sie zu einer Neuausrichtung ihrer Cloud-Strategie zwingen. Als Hauptgründe für den Griff zu US-Anbietern nennen die Unternehmen das Fehlen gleichwertiger europäischer Alternativen. Die Umfrage unter 603 Firmen mit mindestens 20 Mitarbeitern verdeutlicht den dringenden Bedarf an europäischen Hyperscalern, um Risiken bei Datensouveränität und digitaler Infrastruktur – mit direkten Auswirkungen auf MarTech- und AdTech-Stacks wie CDPs und Clean Rooms – zu minimieren.
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