Beobachtetes Signal · 21. Apr. 2026 · Report Release · Quelle: https://martechseries.com/feed/ · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Studie: Traditionelles Agenturmodell steht vor dem Kollaps
Basis hat den 2026 Advertising Agency Report veröffentlicht, basierend auf einer Befragung von über 200 Werbeprofis, der fundamentale Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des klassischen Agenturmodells offenbart. 87 % der Agenturmitarbeiter und 92 % der Führungskräfte stufen das Modell als dysfunktional ein oder erwarten dies innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre. Als Treiber gelten steigende operative Komplexität, fragmentierte Tech-Stacks und die rasante Durchdringung von Künstlicher Intelligenz: Über 99 % der Agenturen nutzen KI, fast 60 % sogar täglich (gegenüber 16 % im Jahr 2024). 90 % sehen darin eine Bedrohung für primäre Umsatzströme, da KI den Trend zum In-Housing beschleunigt und Kundenerwartungen verändert. Weitere Belastungsfaktoren sind zunehmende Ineffizienzen, Silostrukturen, sinkender Optimismus sowie Entlassungswellen.
Der Bericht verdeutlicht fundamentale Branchenstrukturen und operative Ineffizienzen, die das Verhältnis zwischen Werbetreibenden und Agenturen sowie MarTech-Anbietern nachhaltig verändern. Dies ist für Stakeholder von hoher Relevanz, stellt jedoch keine plattformtechnische Änderung dar.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Basis befragte für den 2026 Advertising Agency Report mehr als 200 Werbeprofis.
- 87 % der Agenturmitarbeiter und 92 % der Führungskräfte halten das traditionelle Modell für obsolet oder in 3–5 Jahren für gescheitert.
- Die KI-Nutzung liegt bei über 99 %; fast 60 % setzen KI täglich ein (2024 waren es erst 16 %).
- 90 % der Befragten sehen in KI eine Bedrohung für primäre Erlösströme, da dies das In-Housing von Kunden beschleunigt.
- Operative Hürden: 70 % empfinden die Arbeit als anspruchsvoller als vor zwei Jahren; 44 % beklagen ineffiziente Prozesse und 40 % isolierte Systeme.
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Agenturen verschieben Budgetwachstum auf 2027; KI-Sorgen nehmen stark zu
Digiday+ Research (Q4 2025) befragte 62 Agenturprofis und zeigt, dass Agenturen mit kurzfristig limitierten Kundenausgaben rechnen und das erwartete Budgetwachstum auf 2027 verschieben. Für 2026 nannten Befragte reduzierte Kundenbudgets (38 %) sowie die Auswirkungen von KI (38 %) als größte Sorgen. Der Bericht verzeichnet einen Rückgang der Budgetängste im Vergleich zu 2025 (damals 47 %) bei gleichzeitig starkem Anstieg KI-bezogener Bedenken, darunter externe KI-Tools (29 %) und interne Auswirkungen auf die Belegschaft (9 %). Agenturen geben an, dass Kundinnen und Kunden agentische KI überwiegend nicht verstehen (73 % im Media Agency Report 2025). Holding-Networks wie WPP, Publicis, Omnicom, Havas und Dentsu nutzen ähnliche KI-Botschaften, ohne Kunden von Kosteneinsparungen zu überzeugen. Zudem unterstreicht der Beitrag Monetarisierungsprobleme bei Zero-Click-Suchtools und verweist auf eingestellte Produkte wie Lorelight.
Ad Age startet Quartalssumfrage zur Branchenverfassung von Agenturen
Ad Age berichtet, dass sich die Werbebranche unter erheblichem Druck befindet: Die größten Holding-Gesellschaften bauten im Jahr 2025 zusammen nahezu 12.000 Arbeitsplätze ab, Budgets sind knapp und Künstliche Intelligenz (AI) transformiert operative Strukturen grundlegend. Um die Marktstimmung sowie die Perspektiven von Branchenpraktikern zu bewerten, initiiert Ad Age eine quartalsweise Umfrage zur Messung des Vertrauens innerhalb der Marketing- und Werbebranche. Die Befragung thematisiert die aktuelle Geschäftslaufzeit, erwartete Veränderungen sowie die Prognose für das kommende halbe Jahr. Der Artikel verweist zudem auf relevante Berichterstattungen vom Cannes-Festival sowie auf agenturinterne Debatten über den Einsatz von AI und veränderte Pitch-Prozesse.
KIs zweischneidiges Schwert für Agenturen: Höhere Effizienz bei steigendem Leistungsdruck
Der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz transformiert die operativen Abläufe in Agenturen radikal, führt jedoch neben Effizienzgewinnen zu wachsendem Druck auf die Belegschaft. WPP plant, bis Ende 2026 weitere 1.000 Stellen abzubauen – zusätzlich zu 11.000 Entlassungen seit Anfang 2025 –, um den strategischen Wandel zu einem schlankeren, KI-gestützten Modell zu vollziehen. Auch andere Holdings wie Havas treiben die Automatisierung auf allen Ebenen voran. Laut einem Basis-Report stufen 70 % der Agenturmitarbeiter ihre Arbeit als schwieriger ein als noch vor zwei Jahren. Zudem belasten gestiegene Kundenerwartungen und verkürzte Deadlines die Geschäftsbeziehungen bei 54 % der Befragten. Zwar spart Agentic AI Zeit bei Routine- und Kundenanfragen, doch Tool-Proliferation, Zukunftsängste und der Zwang, 'mit weniger mehr zu erreichen', belasten die Mitarbeiter. Die Anpassung an die neue KI-Realität verläuft in der Branche keineswegs reibungslos.
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