Beobachtetes Signal · 12. Juni 2026 · Research Study · Quelle: Adzine · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Studie: KI-Empfehlungen lassen häufig kommerzielle Kennzeichnungen von Publishern vermissen
Eine Untersuchung von Datapulse Research zeigt, dass KI-Suchassistenten wie ChatGPT, Google AI Overview und Perplexity regelmäßig Publisher-Seiten zitieren, die kommerzielle Inhalte sichtbar als Advertorials, Sponsored Content oder Affiliate-Seiten kennzeichnen, diese Labels jedoch in den KI-Antworten weglassen. Mithilfe der Buzzview-Plattform wurden 6.668 Produkt- und Vergleichsanfragen über 120 Kategorien getestet und über 132.000 deutschsprachige sowie 139.000 englischsprachige URLs analysiert. Im deutschen Datensatz wiesen 29 % der zitierten Quellen mindestens eine sichtbare kommerzielle Markierung auf. Perplexity verzeichnete dabei den höchsten Anteil (31,6 %), gefolgt von ChatGPT (28 %) und Google AI Overview (26,6 %). Die Studie wertet dieses Phänomen primär als Transparenzlücke und nicht als Nachweis rechtswidrigen Verhaltens, verdeutlicht jedoch dringenden Handlungsbedarf für die Werbe- und Medienbranche.
Die Ergebnisse offenbaren eine kritische Transparenzlücke, bei der KI-Schnittstellen die kommerzielle Kennzeichnung von Publishern verschleiern. Dies betrifft Affiliate-Umsätze, Brand Safety und die Glaubwürdigkeit von Empfehlungen, was angesichts der wachsenden Bedeutung von AI Search regulatorische Prüfungen nach sich ziehen kann.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Datapulse Research analysierte KI-Produkt- und Vergleichsantworten von ChatGPT, Google AI Overview und Perplexity.
- Für die Studie wurden 6.668 Prompts in 120 Kategorien getestet und über Buzzview 132.335 deutsche sowie 139.033 englische URLs extrahiert.
- 29 % der deutschsprachigen Quellenverweise führten zu Seiten mit sichtbaren kommerziellen Markierungen (Englisch: 25,4 %).
- Im deutschen Datensatz trugen 12 % klassische Werbe-Labels, 14 % Affiliate-Hinweise und 7,1 % waren als Partner-Content gekennzeichnet.
- Perplexity zitierte am häufigsten kommerziell markierte Quellen (31,6 %), gefolgt von ChatGPT (28,0 %) und Google AI Overview (26,6 %).
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Werbe-Geschäft von ChatGPT wirft Fragen zur Offenlegung und Vertrauenswürdigkeit auf
Cornelius Witt argumentiert im The Drum, dass ChatGPTs rasant wachsendes Werbe-Geschäft die Offenlegung zu einer zentralen Vertrauensfrage für konversationelle KI macht. Er verweist auf Statistiken: 49 Prozent der Internetnutzer haben KI-Assistenten verwendet, und fast ein Viertel nutzt KI als Hauptquelle für die Produktrecherche. OpenAI verzeichnet 900 Millionen wöchentliche Nutzer und prognostiziert dieses Jahr 2,5 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz, der bis 2030 auf 100 Milliarden steigen soll. Mehrere Plattformen integrieren Ads in ihre KI-Assistenten, wobei aktuelle Implementierungen gekennzeichnet sind. Forscher der University of Michigan zeigten jedoch, dass direkt in KI-Antworten eingewobene Ads oft unerkannt bleiben, und Studien zeigen, dass LLMs Schwierigkeiten haben, solche Ads zu erkennen. 72 Prozent der befragten US-Erwachsenen sorgen sich, dass KI-Assistenten Gespräche für Targeted Ads nutzen. Der Artikel betont, dass Transparenz fundamental sein muss, da KI zum primären Internet-Gateway wird.
Studie: Marken können von Werbung neben AI-Inhalten profitieren
Eine neue Untersuchung von OM Media Trials (Omnicom Media) und Zefr mit fast 5.000 Befragten in den USA und Kanada analysierte die Konsumentenreaktionen auf Werbung im Umfeld von acht Arten AI-generierter Videos. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Platzierungen neben AI-generierter Satire, Jugenddarstellungen oder künstlerischen Inhalten erzeugten positive Markenwahrnehmungen (erfrischend/innovativ), während Werbung neben AI-Spam oder Desinformation – insbesondere über Personen des öffentlichen Lebens – negative Reaktionen hervorrief. Laut Studie verwechseln 32 % der Nutzer von Menschen erstellte Inhalte mit AI, und 41 % gaben an, dass sich ihre Markenwahrnehmung verbesserte, wenn AI-Inhalte klar gekennzeichnet waren. Der Artikel verweist auf problematische AI-Werbekampagnen von Valentino und McDonald’s sowie auf Gartner-Prognosen, wonach bis 2030 rund 90 % der Internetinhalte AI-generiert sein könnten. Die Autoren betonen, dass Offenlegung und kontextuelle Ausrichtung essenzielle Instrumente für Marken zur Risikominimierung sind.
OpenAI und Google skizzieren konkurrierende KI-Werbestrategien
OpenAI und Google präsentieren unterschiedliche Ansätze für die Integration von Werbung in KI-gestützte Discovery-Umgebungen. OpenAI experimentiert in ChatGPT mit konversationalen, klar gekennzeichneten Sponsoring-Antworten, die als nützliche Antworten wahrgenommen werden sollen. Dabei gelten strenge Leitlinien: klare Kennzeichnung, Relevanz für den Suchbegriff und der Verzicht auf die Nutzung privater Chat-Inhalte für das Ad Targeting. Im Gegensatz dazu bettet Google KI tief in seinen bestehenden Tech-Stack ein – darunter Search, YouTube und Shopping. Die Roadmap priorisiert Commerce-Integrationen wie AI Overviews, Produktdaten-Feeds, prediktives Targeting sowie Automatisierung über Performance Max. Marketer müssen ihre Creatives an konversationale Formate anpassen, First-Party- und Produktdaten stärken sowie sich auf neue Herausforderungen bei Messung und Attribution einstellen, da KI zunehmend die Customer Discovery steuert.
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