Beobachtetes Signal · 19. Feb. 2026 · Investment · Quelle: TechCrunch · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
SoftBanks 33-Milliarden-Dollar-Wette auf gigantisches Gaskraftwerk in den USA
Die SoftBank-Tochter SB Energy plant den Bau eines 9,2-Gigawatt-Gaskraftwerks an der Grenze zwischen Ohio und Kentucky. Das von Bloomberg auf rund 33 Milliarden Dollar geschätzte Projekt könnte nach der Fertigstellung das größte Kraftwerk der USA werden und etwa 7,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Bislang ist unfallvoll, wer die Kosten trägt – historisch werden solche Investitionen oft auf die Verbraucher umgelegt. SB Energy ist Partner von OpenAI beim Stargate-Projekt, und SoftBank errichtet bereits ein Proof-of-Concept-Rechenzentrum im ehemaligen GM-Werk in Lordstown. Es ist jedoch unklar, ob das neue Kraftwerk direkt ins Stromnetz oder in Rechenzentren einspeisen soll. Der Bau wird Jahre dauern, steht vor Materialengpässen und birgt erhebliche Klimarisiken durch direkte CO2-Emissionen und Methanlecks in der Lieferkette.
Das 33-Milliarden-Dollar-Infrastrukturprojekt hat massive Relevanz für die Verfügbarkeit von Energie im Bereich Cloud- und KI-Infrastruktur, wirft jedoch Fragen zur Kostenübernahme durch Endkunden sowie zu erheblichen CO2-Emissionen auf.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die SoftBank-Tochter SB Energy plant ein 9,2-Gigawatt-Gaskraftwerk an der Grenze zwischen Ohio und Kentucky.
- Die geschätzten Projektkosten belaufen sich auf rund 33 Milliarden US-Dollar.
- Das fertiggestellte Kraftwerk wäre das größte in den USA und könnte 7,5 Millionen Haushalte versorgen.
- Die direkten Emissionen werden auf rund 15 Millionen Metriktonnen CO2 jährlich geschätzt, zuzüglich Risiken durch Methanlecks.
- SB Energy ist OpenAI-Partner beim Stargate-Projekt und realisiert ein Data Center in Lordstown.
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SB Energy bereitet Börsengang vor und ist stark von OpenAI abhängig
Das von Softbank, OpenAI und Nvidia unterstützte KI-Infrastrukturunternehmen SB Energy hat bei der US-Börsenaufsicht SEC offiziell die Unterlagen für einen IPO eingereicht. Das Unternehmen plant die Notierung an der Nasdaq unter dem Tickersymbol SBE und strebt ein Emissionsvolumen zwischen 5 und 7 Milliarden US-Dollar an. Bislang hat SB Energy noch keinen Umsatz mit seinem eigentlichen Rechenzentrumskorpus generiert, da sich noch keine Anlagen im operativen Betrieb befinden. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete das Unternehmen Nettoverluste von rund 3,2 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 139 Millionen US-Dollar. Nvidia hat zudem eine Finanzierung in Höhe von 105 Milliarden US-Dollar für ein von SB Energy zu errichtendes OpenAI-Rechenzentrum in Ohio zugesagt. Der Börsenprospekt verdeutlicht eine erhebliche Abhängigkeit von OpenAI als Hauptmieter und Beteiligungsinvestor sowie regulatorische und gesellschaftliche Risiken.
OpenAI beteiligt sich an gigantischem PORTS-Pike KI-Rechenzentrumsprojekt
OpenAI hat sich im Rahmen einer Partnerschaft mit SB Energy (SoftBank), NVIDIA und dem US-Energieministerium rund 8 Gigawatt IT-Kapazität auf dem PORTS-Pike Technology Campus in Pike County, Ohio, gesichert. SB Energy wird das Rechenzentrum im Rahmen eines 20-jährigen Leasingvertrags errichten und betreiben; zudem planen SB Energy und SoftBank Energiequellen für bis zu 10 GW und investieren mindestens 4,2 Milliarden US-Dollar in die regionale Netzinfrastruktur, flankiert von einem geplanten Gaskraftwerk im Wert von rund 33 Milliarden US-Dollar. NVIDIA investiert 1,5 Milliarden US-Dollar in SB Energy, liefert die Rechenleistung für initial 4,25 GW und leistet Kreditunterstützung. Der auf sechs Jahre angelegte, phasenweise Ausbau soll rund 35.000 Bau- und 2.500 Dauerarbeitsplätze schaffen; die Inbetriebnahme der ersten 800 MW ist für 2028 geplant. OpenAI finanziert zudem einen Gemeinschaftsfonds in Höhe von 40 Millionen US-Dollar sowie Codex-Guthaben für Studenten in Ohio.
Big Tech baut eigene Gaskraftwerke zur Energieversorgung für KI-Workloads
Führende Hyperscaler investieren massiv in On-Site-Erdgaskraftwerke, um den enormen Strombedarf ihrer KI-Rechenzentren abzusichern. Microsoft plant gemeinsam mit Chevron und Engine No. 1 ein bis zu 5 GW starkes Kraftwerk in West-Texas. Google kooperiert mit Crusoe für eine 933-MW-Anlage in Nord-Texas, während Meta seinen Hyperion-Campus in Louisiana um sieben Gaskraftwerke auf insgesamt 7,46 GW erweitert. Marktbeobachter warnen vor massiven Engpässen in den Lieferketten: Laut Wood Mackenzie könnten Turbinenpreise gegenüber 2019 um rund 195 % steigen; zudem drohen mehrjährige Vorlaufzeiten mit Auslieferungsfenstern von bis zu sechs Jahren. Da Erdgas etwa 40 % der US-Stromerzeugung ausmacht, bergen diese Behind-the-Meter-Großprojekte erhebliche Risiken für regionale Gasmärkte, Strompreise und die Netzstabilität bei wetterbedingten Versorgungsschocks.
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