Beobachtetes Signal · 30. Nov. 2025 · Earnings Report · Quelle: State of Streaming · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Sling TV-Wachstum durch neue Bilanzierungsmethoden für Pass-Kunden künstlich erhöht
Sling TV meldete im dritten Quartal 2025 einen Zuwachs von 159.000 Abonnenten, jedoch änderte EchoStar im August 2025 seine Bilanzierung, um Umsätze aus kurzfristigen Tages-, Wochen- und Wochenend-Passes als Abonnentenäquivalente zu erfassen. Diese Anpassung fügte etwa 51.000 äquivalente Abonnenten hinzu, wodurch der Dienst trotz eines beträchtlichen Anteils an Nicht-Monatskunden fast zwei Millionen Abonnenten vermelden konnte. Die Bilanzänderung fällt mit einer umfassenden Konzernumstrukturierung zusammen: Mitbegründer Charlie Ergen kehrte als CEO zurück, während der ehemalige CEO Hamid Akhavan die neue Investmentsparte EchoStar Capital leitet, die teilweise durch milliardenschwere Frequenzverkäufe an AT&T und SpaceX finanziert wird. Gleichzeitig verlor das klassische Dish-Satellitengeschäft im selben Quartal 152.000 Kunden.
Eine Neudefinition von Abonnentenmetriken verzerrt die ausgewiesene Reichweite eines Connected TV-Dienstes und beeinträchtigt die Werbeplanung, Messgenauigkeit sowie die Wahrnehmung durch Investoren im Zuge der Quartalszahlen von EchoStar.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Sling TV meldete im Q3 2025 einen Zuwachs von 159.000 Abonnenten.
- EchoStar änderte im August 2025 die Bilanzierung, um Umsätze aus einmaligen Tages-, Wochen- und Wochenend-Passes in 'Abonnentenäquivalente' umzuwandeln, was die Zahlen um ca. 51.000 aufblähte.
- Das traditionelle Dish-Satellitengeschäft von EchoStar verlor im selben Quartal 152.000 Kunden.
- EchoStar gründete die Investmentsparte EchoStar Capital; Charlie Ergen kehrte als CEO zurück und Hamid Akhavan übernimmt die Leitung des Investmentbereichs.
- Die Konzernrestrukturierung wurde teilweise durch milliardenschwere Frequenzverkäufe an Unternehmen wie AT&T und SpaceX finanziert.
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DISH und Sling verzeichnen massive Abonnentenverluste im zweiten Quartal 2026
Die EchoStar Corporation verzeichnete im zweiten Quartal 2026 anhaltende Abonnentenrückgänge in den Sparten Pay-TV, Wireless und Broadband. Während der Gesamtumsatz auf 3,58 Milliarden US-Dollar sank, wurde der ausgewiesene Nettogewinn von 8,46 Milliarden US-Dollar maßgeblich durch einen nicht zahlungswirksamen Dekonsolidierungsgewinn in Höhe von rund 9,73 Milliarden US-Dollar getrieben. Bereinigt um diesen Sondereffekt lag der Nettogewinn bei etwa 49,46 Millionen US-Dollar. Die Zahl der Pay-TV-Nettoabonnenten schrumpfte im Quartal um rund 241.000 auf insgesamt 6,39 Millionen Kunden, aufgeteilt in 4,68 Millionen DISH TV- und 1,71 Millionen Sling TV-Nutzer. Das konsolidierte OIBDA stieg auf 683,5 Millionen US-Dollar, während die Investitionsausgaben (CapEx) drastisch auf 92,3 Millionen US-Dollar zurückgingen. Die Ergebnisse unterstreichen den anhaltenden Cord-Cutting-Druck auf traditionelle sowie hybride Pay-TV-Anbieter.
Ungewisse Zukunft für Sling TV nach DISH-Insolvenzantrag
Sling TV – einer der ersten Over-the-Top-Live-Multichannel-Dienste, gestartet am 9. Februar 2015 – steht nach dem vorab ausgehandelten Chapter-11-Insolvenzantrag seiner Muttergesellschaft vor einer unsicheren Zukunft. Die EchoStar-Tochter DISH DBS Corporation meldete am 30. Juni 2026 Insolvenz an, nachdem Verzögerungen bei einem großen Frequenzverkauf an AT&T zu einem Liquiditätsengpass führten und 2 Milliarden US-Dollar an fälligen Anleihen nicht bedient werden konnten. Sling TV verzeichnete Ende Juni 2026 noch 1,707 Millionen Abonnenten, nach einem Höchststand von rund 2,6 Millionen um das Jahr 2020. Die Restrukturierung soll die Bilanz bereinigen und den 5G-Netzausbau von DISH abwickeln. Branchenbeobachter erwarten, dass EchoStar nach Abschluss des Verfahrens einen Verkauf oder Spin-off des DISH-Satellitengeschäfts sowie der Sling-Assets prüfen könnte.
Dish DBS bereitet Chapter-11-Insolvenzverfahren vor
EchoStar Corporation bereitet für ihre Satelliten-TV-Tochtergesellschaft Dish DBS die Anmeldung von Gläubigerschutz nach Chapter 11 vor, um einen vorverhandelten Entschuldungsplan umzusetzen. Angesichts sinkender Abonnentenzahlen im Pay-TV-Segment und regulatorischer Prüfungen drängt das Unternehmen auf die Restrukturierung eines Schuldenbergs von rund 25 Milliarden US-Dollar, der sich über Dish Network, Sling TV und Boost Mobile erstreckt. Im März erzielte Dish DBS eine Einigung mit Gläubigern, die über 82 Prozent der Schuldtitel repräsentieren; nun soll ein gerichtlich überwachtes Verfahren die verbleibenden Stakeholder einbinden. Der Schritt erfolgt parallel zu Untersuchungen der Federal Communications Commission (FCC) hinsichtlich der Einhaltung von Auflagen für Funkspektrumlizenzen. Das operative Tagesgeschäft, einschließlich Sling, soll während des Chapter-11-Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.
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