Beobachtetes Signal · 7. Juni 2021 · Market Trend Analysis · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Sellcruiting im Mittelstand: Aktiver Vertrieb von Arbeitsplätzen
Sellcruiting definiert den Recruiting-Prozess im Mittelstand als Vertriebsaufgabe, um junge Talente trotz des Fachkräftemangels zu gewinnen. Laut einer Datev-Magazin-Studie meldeten 20,9 Prozent der Mittelständler im ersten Quartal 2021 geschäftliche Beeinträchtigungen durch Personalmangel, wobei die bevorstehende Verrentung der Babyboomer-Generation die Lücke weiter vergrößert. Der Ansatz verschiebt den Markt vom Arbeitgeber- zum Kandidatenmarkt und fordert HR-Abteilungen auf, zielgerichtete Marketing- und Vertriebstaktiken zu nutzen. Dazu gehören das Definieren klarer Wertversprechen, aktives Zuhören im Bewerbungsgespräch sowie das passgenaue Pitchen des Unternehmens. Konkrete Maßnahmen umfassen Einblicke hinter die Kulissen via TikTok, Schnuppertage sowie transparente und schnelle Feedbackprozesse, um die Conversion Rate im Bewerbungsverfahren durch Authentizität zu steigern.
Führt das Konzept des Sellcruiting ein und liefert praxisnahe Schritte für die Personalgewinnung im Mittelstand.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Eine Datev-Magazin-Studie zeigte, dass 20,9 % der Mittelständler im Q1 2021 geschäftliche Einschränkungen durch Personalmangel verzeichneten.
- Die anstehende Pensionierung der Babyboomer wird den Fachkräftemangel voraussichtlich weiter verschärfen.
- Sellcruiting verknüpft klassische Vertriebs- und Marketingtaktiken mit dem Recruiting, um das Bewerberengagement zu erhöhen.
- Empfohlen wird ein zielgerichteter Interview-Ansatz: Auf Kandidaten hören und das Unternehmensangebot individuell anpassen.
- Zu den praktischen Taktiken zählen Büroführungen, Probearbeit und Einblicke über Plattformen wie TikTok zur Präsentation des Arbeitsplatzes.
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Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
OK Futures KI-‚Druckkochtopf‘-Kampagne für Goodwipes
Der frühere CEO von MullenLowe U.S., Frank Cartagena, gründete die Kreativagentur OK Future, um das Potenzial generativer KI für eine kleine Agentur zu testen. Ihr erstes Projekt, eine Parodie auf OpenAIs Astra-Werbespot für die Körperpflegemarke Goodwipes, wurde in vier Tagen mit KI-Tools wie ArtCraft, Seedance und OpenAIs Astra-Modell produziert und reduzierte die geplanten Produktionskosten von 700.000 US-Dollar drastisch. Die Kampagne 'Meet Asstra' erzielte über 1,5 Millionen Aufrufe auf Reddit. Cartagena bezeichnete das Tempo jedoch als 'nicht nachhaltig' und als 'Druckkochtopf'; das Team arbeitete rund um die Uhr und drohte sogar mit Kündigung. Goodwipes‘ SVP of Marketing, Meredith Diehn, betonte das Vertrauen in Cartagena und den Wert, mit KI zu experimentieren. Der Artikel unterstreicht den wachsenden Einsatz von KI in der Kreativproduktion: 73 % der Vermarkter nutzen GenAI für visuelle Inhalte, und Gartner prognostiziert, dass die Ausgaben für KI-Software bis 2029 auf 981 Milliarden US-Dollar steigen werden.
Lo-fi-UGC-Inhalte schlagen polierte Anzeigen
Der Artikel diskutiert die wachsende Effektivität von Lo-fi- und UGC-Inhalten gegenüber polierten Markenwerbeanzeigen in sozialen Feeds. Unter Berufung auf Daten von TikTok, System1, Meta und Kantar wird berichtet, dass Creator-Content eine um 70 % höhere Klickrate und 159 % mehr Engagement erzielt als Nicht-Creator-Anzeigen bei gleichem CPM, und dass Zuschauer Influencer-Inhalte nach durchschnittlich 17,8 Sekunden überspringen, verglichen mit 7,9 Sekunden bei traditionellen Markeninhalten. Meta-Partnerschaftsanzeigen liefern laut Bericht 19 % niedrigere CPAs und 13 % höhere Klickraten. Der Artikel betont, dass Lo-fi-Inhalte zwar authentisch wirken, aber dennoch einer bewussten Strategie bedürfen, einschließlich klarer Markenhinweise innerhalb der ersten zwei Sekunden. Er empfiehlt Marken, Lo-fi-Produktion, echte UGC/Creator-Inhalte und eine Remix-Ebene aus vorhandenem Material zu kombinieren, um kreative Frische und Leistung auf Plattformen wie TikTok und Instagram Reels zu erhalten.
Amazon erreicht über 60% Marktanteil im deutschen Onlinehandel
Eine neue Studie von IFH KÖLN und General Evidence zeigt, dass Amazon im deutschen E-Commerce eine dominante Position einnimmt: Der Handelsumsatz beträgt rund 69,1 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 63 % entspricht. Trotzdem nimmt der Wettbewerb zu: Internationale Plattformen wie Temu und SHEIN gewinnen Marktanteile und erzielten gemeinsam eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz. Amazons Einfluss reicht über den eigenen Verkauf hinaus; so beeinflusst das Unternehmen 41 % der untersuchten Umsätze durch Marktplatz, Produktsuchen und Werbung. Die Studie sieht großes Wachstumspotenzial im Lebensmittel- und FMCG-Sektor, wo nur 4,9 % des Marktes online abgewickelt werden, Amazon aber bereits 46,1 % des Online-FMCG-Umsatzes hält. Amazon bleibt die zentrale Plattform, aber neue Wettbewerber ziehen zunehmend zusätzliche Nachfrage an.
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