Beobachtetes Signal · 21. März 2026 · Policy Update · Quelle: t3n · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Schufa vereinfacht Bonitätsscore: Reduzierung von 100 auf 12 Kriterien
Die deutsche Kreditauskunftei Schufa hat eine neue, transparentere Methode zur Bonitätsbewertung eingeführt, die die Anzahl der Eingangskriterien von rund 100 auf etwa ein Dutzend reduziert und von prozentbasierten Bewertungen auf eine Punkteskala bis 999 umstellt. Die unter Leitung von Schufa-Chefin Tanja Birkholz entwickelte Änderung soll Score-Treiber für Verbraucher verständlicher machen. Zu den frühen Anwendern und Testbanken gehören BBVA, die Bank Norwegian und die Ikano Bank, während etwa 25 weitere Institute die Methode erproben. Die Schufa rechnet damit, dass bis Ende dieses Jahres rund die Hälfte ihrer Kunden – darunter mindestens 30 Banken – den neuen Score nutzen werden, und plant eine vollständige Umstellung bis Ende 2028. Rund 9.000 Tester haben das System bereits ausprobiert; einige berichten jedoch von Schwierigkeiten bei der Interpretation der neuen Punktewerte, da beispielsweise 850 Punkte weiterhin eine gute Bonität signalisieren.
Änderungen bei einem zentralen Datenanbieter wie der Schufa beeinflussen die Berechnung und Weitergabe von Verbraucherdaten und Bonitätssignalen. Dies ist für Datenbroker und Identity-Management-Ansätze relevant, stellt jedoch keine direkte Richtlinien- oder Technologieänderung im AdTech- oder MarTech-Bereich dar.
Marktsignale zu TargetVideo in Echtzeit verfolgen
Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren kostenlosen Explorer-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.
Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Schufa hat ihr bisheriges Scoring-Verfahren durch eine neue Berechnung ersetzt, die die Eingangskriterien von rund 100 auf etwa 12 reduziert.
- Die Darstellung des Scores wechselt von Prozentwerten zu einer Punkteskala bis 999.
- Schufa-Chefin Tanja Birkholz leitete die Entwicklung der neuen, transparenteren Bewertungsmethode.
- Die spanische Bank BBVA, die Bank Norwegian und die Ikano Bank gehören zu den frühen Anwendern; rund 25 weitere Institute testen den neuen Score.
- Die Schufa erwartet, dass bis Jahresende rund 50 Prozent ihrer Kunden (darunter mindestens 30 Banken) den neuen Score nutzen; die vollständige Einführung ist bis Ende 2028 geplant.
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte UnternehmenVerwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Schufa führt neues Bonitätsscore-Modell von 100 bis 999 ein
Die Schufa hat ihr bisheriges Bewertungssystem sowie die meisten Branchen-Scores durch ein einziges, transparentes Punktesystem von 100 bis 999 ersetzt. Das neue Modell basiert auf zwölf additiven Kriterien, wodurch Verbraucher den Einfluss einzelner Faktoren nachvollziehen können. Erste Nutzertests zeigen jedoch, dass bestimmte Gruppen wie Online-Kaufaktive, Jüngere, Neuzuwanderer oder finanzstarke Personen ohne klassische Kredithistorie überraschend niedrigere Werte erhalten können – unter anderem bedingt durch häufige Unternehmensanfragen. Verbraucher können sich auf der Schufa-Plattform registrieren und ihre Identität via PIN-Brief oder deutscher eID über ID Now verfizieren; eine Zwei-Faktor-Authentifizierung fehlt bislang. Kostenlose „Meine-Schufa“-Konten aktualisieren den Score vierteljährlich, während kostenpflichtige Modelle häufigere Updates bieten. Die Schufa will damit mehr Transparenz schaffen, allerdings wird die Akzeptanz bei Banken und Kreditgebern voraussichtlich erst spät erfolgen; die meisten nutzen Altsysteme bis mindestens Ende 2026 weiter.
BGH entscheidet über SCHUFA-Transparenz und Auswirkungen auf automatisierte KI-Scoring-Systeme
Der Bundesgerichtshof verhandelt darüber, ob die DSGVO-Datenkopie der SCHUFA detaillierte Erklärungen zur Berechnung einzelner Bonitätsscores enthalten muss. Fünf Privatkläger argumentieren, dass die SCHUFA relevante Daten und Gewichtungen nicht ausreichend offenlegt, nachdem zuvor das Oberlandesgericht Dresden die bisherigen Auskünfte als unzureichend eingestuft hatte. Die SCHUFA hat inzwischen ein neues, transparenteres Punktesystem mit einer Skala von 100 bis 999 und zwölf Kriterien eingeführt und verweist auf bereits erfüllte Transparenzanforderungen. Das bevorstehende Urteil könnte den Umfang der Offenlegungspflichten für automatisierte, datengetriebene Entscheidungen unter der DSGVO präzisieren und weit über Auskunfteien hinaus auch künftige KI-basierte Scoring-Systeme beeinflussen. Ab November 2026 tritt zudem ein neuer deutscher Rechtsrahmen für sogenannte materiell bedeutsame Scores in Kraft, der die Vorgaben weiter verschärfen dürfte.
Schufa speichert verdeckt Finanzdaten von Millionen Verbrauchern für interne Tests
Recherchen von NDR und Süddeutsche Zeitung zeigen, dass die Schufa ein separates Archiv mit historischen Zahlungsdaten und verknüpften personenbezogenen Daten führt, das bis zu zehn Jahre aufbewahrt wird und rund 68 Millionen Menschen mit Kreditanfragen betrifft. Die Schufa bestätigt die Existenz des Datensatzes, betont jedoch dessen ausschließliche Nutzung für interne Tests und Validierungen neuer Scoring-Methoden, während Geschäftskunden keinen direkten Zugriff haben. Verbraucherschützer (VZBV) und Datenschutzrechtler warnen, dass diese intransparente Langzeitspeicherung gegen DSGVO-Vorgaben wie Auskunftsrechte, Speicherbegrenzungen und Löschansprüche (Art. 15 DSGVO) verstoßen und für Kreditentscheidungen genutzt werden könnte. Die Schufa verweist auf den Datenschutzexperten Tim Wybitul, der das Vorgehen verteidigt; die hessische Datenschutzbehörde lehnte eine Stellungnahme wegen eines laufenden Verfahrens ab.
Marktsignale & Strategische Shifts in Echtzeit verfolgen
Erstellen Sie benutzerdefinierte Watchlists, um automatisierte, evidenzbasierte Executive Briefings zu erhalten, sobald wesentliche Signale oder Marktverschiebungen auftreten.
