Beobachtetes Signal · 18. Mai 2026 · Funding · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Medienkrise: Roger Schawinski fordert staatliche und private Hilfe für Schweizer Lokalmedien
Roger Schawinski, Gründer von Radio 1, warnt in einem Gastbeitrag für die NZZ vor einer existenziellen Krise der Schweizer Lokal- und Regionalmedien infolge des Einbruchs der Werbeumsätze. Online-Werbung generiere demnach nur noch rund fünf Prozent der früheren Print-Erlöse, während Paywalls kaum Wirkung zeigen und Gratiszeitungen sowie vielfältige Radioangebote verschwinden. Schawinski fordert gezielte Unterstützung durch Kantone, Stiftungen und private Mäzene, um das Verschwinden regionaler Publisher zu verhindern, und verweist auf bereits bestehende Subventionen in Westschweizer Kantonen wie Fribourg, Waadt und Genf. Exemplarisch führt er an, dass Radio 1 jährlich rund 2,4 Millionen Schweizer Franken einnimmt und er als Geschäftsführer seither auf ein eigenes Gehalt verzichtet hat.
Unterstreicht den anhaltenden Einbruch der Werbeumsätze im Verlagsgeschäft und die Debatte um alternative Finanzierungsmodelle für Publisher. Dies ist insbesondere für die Monetarisierung von Lokalmedien und regionale Werbeinventar-Trends von Relevanz.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Roger Schawinski fordert in einem NZZ-Gastbeitrag dringende Unterstützung für Schweizer Lokal- und Regionalmedien.
- Online-Werbung erwirtschaftet laut Schawinski nur noch etwa 5 Prozent der historischen Print-Werbeumsätze.
- Er plädiert für Finanzierungshilfen durch Kantone, Stiftungen und private Mäzene zur Sicherung der Medienvielfalt.
- Westschweizer Kantone wie Fribourg, Waadt und Genf dienen als Vorbild, da sie regionale Medien bereits subventionieren.
- Radio 1 erzielt rund 2,4 Millionen CHF Jahresumsatz, wobei Schawinski als Geschäftsführer auf ein Gehalt verzichtet.
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Meier + Cie: Siegrist fordert staatliche Fördermassnahmen für Medien
Am 22. August 2026 richtete Nina Siegrist, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Meier + Cie. AG, einen offenen Appell an die Öffentlichkeit, um kantonale Unterstützung für den Medienmarkt Schaffhausen sowie einen einmaligen Lotteriefonds-Beitrag von 30.000 CHF für das Schaffhauser Fernsehen zu fordern. Sie unterstützt zwei Anträge im Kantonsrat: die Lotteriefonds-Zahlung sowie einen runden Tisch aus Politik, Wirtschaft und Medien zur Entwicklung langfristiger Massnahmen. Laut Siegrist überlebt der Sender derzeit durch zehn private Unterstützer, die ein jährliches Defizit von rund 50.000 CHF decken, bei einer unabhängigen Reichweite von rund 34.000 täglichen Zuschauern. Sie führt die Branchenkrise auf strukturellen Wandel und die Abwanderung von Werbebudgets zu US-Plattformen zurück. Zudem verweist sie auf die Abhängigkeit von Stiftungen und Fonds sowie auf regionale Vorschläge zur Prüfung steuerlicher Werbeprivilegien. Eine Woche zuvor hatte bereits Marcel Kohler ähnliche Forderungen gestellt.
Runder Tisch zur Bewältigung der Medienkrise in Schaffhausen
Der Kantonsrat von Schaffhausen hat einen runden Tisch gefordert, um der Krise der regionalen Medien zu begegnen, die durch sinkende Werbeumsätze und den Wettbewerb mit globalen Tech-Konzernen verschärft wird. Der entsprechende Vorstoß wurde von Linda De Ventura (SP) und Markus Müller (SVP) eingereicht und mit 40 zu 7 Stimmen bei 5 Enthaltungen als erheblich erklärt. Die Kantonsregierung zeigt sich gesprächsbereit, steht direkten Medienförderungen jedoch kritisch gegenüber und verweist dabei auf die Medienunabhängigkeit und kartellrechtliche Bedenken. Die Exekutive ist offen für die Prüfung indirekter Unterstützungsmaßnahmen und wird dem Kantonsrat einen Bericht vorlegen, der mögliche Instrumente sowie gegebenenfalls Vorschläge für Gesetzesänderungen aufzeigt.
Schawinski und Köppel entfachen Schweizer Mediendebatte
Zwei prominente Schweizer Medienpersönlichkeiten – Roger Schawinski und Roger Köppel – dominierten kürzlich die Schlagzeilen durch separate öffentliche Auftritte. Schawinski warnte in einem NZZ-Kommentar vor einer langfristigen Wirtschaftskrise für Medien und gab an, seit 18 Jahren kein Gehalt von Radio 1 bezogen zu haben. Köppel hielt an der Universität Zürich eine umstrittene Rede vor rund 300 Zuhörern, die von Buhrufen, Unterbrechungen und maskierten Protestierenden begleitet wurde und ebenfalls breite mediale Beachtung fand. Der von Matthias Ackeret verfasste Beitrag auf persoenlich.com zeigt, dass trotz neuer Formate und KI-gesteuerter Content-Produktion vertraute Protagonisten nach wie vor die Aufmerksamkeit in der heutigen Medienwirtschaft steuern.
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