Beobachtetes Signal · 29. Apr. 2026 · Agreement · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
RTL Deutschland und Drehbuchverband einigen sich auf neue Vergütungsregeln
Nach knapp zweijährigen Verhandlungen haben sich RTL Deutschland und der Deutsche Drehbuchverband auf ein neues Vergütungsregelwerk für fiktionale Primetime-Produktionen verständigt. Die Einigung umfasst zwei vertragliche Teile: Die GVR Primetime Fiction I gilt rückwirkend für Produktionen der Jahre 2020 bis 2021 und sieht Beteiligungsrechte beim Erreichen definierter Reichweitenschwellen vor. Die GVR Primetime Fiction II greift ab 2022 und regelt Mindesthonorare sowie angepasste Zahlungsfristen neu. Beide Abkommen gewähren Drehbuchautoren zudem zusätzliche Erlösbeteiligungen aus der kommerziellen Zweitverwertung sowie dem Verkauf von Formatrechten. Die Verhandlungsführer und das Management von RTL betonten die faire und partnerschaftliche Ausgestaltung des Kompromisses für künftige Produktionen.
Vereinbarungen zwischen großen Broadcastern und Autorenverbänden prägen die Produktionsökonomie und nachgelagerte Monetarisierung, haben jedoch primär nationalen Charakter ohne direkten systemischen Einfluss auf globale AdTech- oder MarTech-Plattformen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- RTL Deutschland und der Deutsche Drehbuchverband (DDV) vereinbaren nach fast zwei Jahren Verhandlungen neue Vergütungsregeln.
- Das Abkommen unterteilt sich in GVR Primetime Fiction I (2020–2021, rückwirkend, reichweitenbasierte Beteiligung) und GVR Primetime Fiction II (ab 2022, Mindestvergütung und neue Zahlungsfristen).
- Beide Verträge beinhalten zusätzliche Erlösbeteiligungen für Autoren aus kommerzieller Distribution und Formatverkäufen.
- Die Verhandlungsführer Marcus Seibert und DDV-Vorstand Christian Lex sowie COO Andreas Fischer gaben entsprechende Statements ab.
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WDR erzielt Tarifeinigung mit ver.di, DJV und Unisono
Nach zehnstündigen Verhandlungen haben sich der WDR und die Gewerkschaften DJV, ver.di und Unisono auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Vereinbarung sieht für feste Mitarbeiter, Volontäre und Orchestermitglieder gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt bis zu 5,73 Prozent in drei Schritten vor: 1,23 Prozent rückwirkend zum 1. Februar 2026, 2,0 Prozent zum 1. Februar 2027 sowie bis zu 2,5 Prozent zum 1. Februar 2028, wobei ein Teil an Bedingungen wie eine ARD-weite Personalabordnung und die Anpassung des Rundfunkbeitrags gekoppelt ist. Freie Mitarbeiter erhalten entsprechende Honorarsteigerungen sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro für arbeitnehmerähnliche Personen. Volontäre profitieren von einer verlängerten Übernahmegarantie, einem zusätzlichen Urlaubstag und der Wiedereinsetzung ihres Tarifvertrags. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die gremiellen Gremien und folgt auf vorausgegangene Spannungen nach einem Sonderabschluss mit der VRFF.
RTL und Sky präsentieren neue Programm- und Vermarktungsstrategie
Auf dem Screenforce Festival hat RTL seine Content- und Vermarktungsstrategie vorgestellt. Im Fokus stehen Live-Sport, Event-TV und Reality-Formate, um im Wettbewerb mit globalen Streaming-Anbietern Marktanteile zu sichern. Der Sender betonte Premium-Sportrechte wie die Formel 1 und die UEFA Europa League. Im Entertainment-Bereich kündigte RTL eine Neuauflage der Gameshow 'Gladiators' als Co-Produktion mit Prime Video sowie neu interpretierte deutschsprachige Fiction-Klassiker an. Vor dem Hintergrund der Integration von Sky-Assets setzt RTL verstärkt auf ein crossmediales Angebot über lineares TV und Streaming hinweg. Ziel ist es, skalierbare Werbekontakte aufzubauen und das monetarisierbare Premium-Inventar für Werbetreibende durch konvergente Total-Video-Reichweiten signifikant zu erweitern.
RTL restrukturiert Content-Bereich nach Sky-Übernahme unter Inga Leschek
Nach dem Zusammenschluss mit Sky hat Inga Leschek, Chief Content Officer von RTL Deutschland, eine neue Organisationsstruktur für den gesamten Content-Bereich vorgestellt. Die Neuaufstellung bündelt Entertainment, Fiction, Studios und Sport unter einer einheitlichen Führung. Lescheks Verantwortungsbereich umfasst nun Channels, Windowing & Planning, Sport, Entertainment & Shows, Fiction, RTL Studios, Content Integration sowie Production Management. Wichtige Personalien sind Oliver Schablitzki als EVP Channels, Windowing & Planning, Dániel Koren als SVP Content Integration sowie Greta Scheuermann als SVP Production Management. Markus Küttner bleibt EVP Entertainment & Shows und übernimmt zusätzlich die Verantwortung für die täglichen Serien. Ziel der Restrukturierung ist es, Programmplanung, Streaming-Aktivitäten und Produktionssteuerung zu zentralisieren, um die lineare und non-lineare Distribution über RTL und Sky hinweg zu harmonisieren und die plattformübergreifende Content-Monetarisierung zu optimieren.
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