Beobachtetes Signal · 8. Sept. 2026 · Interview · Quelle: Meedia · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
RND-Führung forciert Abo-Strategie zur Verringerung der Plattform-Abhängigkeit
Im MEEDIA-Interview ziehen Denni Klein und Lina Timm, Co-Geschäftsführer des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) der Madsack Mediengruppe, Bilanz nach ihren ersten neun Monaten. Im Fokus steht ihre Strategie 'Abo First' und 'Regionaljournalismus First', die durch direkte Kundenbeziehungen die Abhängigkeit von Plattformen minimieren soll. Das 139 Partnermedien umfassende RND-Netzwerk verzeichnet rund 375.000 Digitalabos und ein Plus-Abo-Wachstum von 10-15 % entgegen dem Branchentrend. Als zentrales Instrument zur Kundenbindung und Churn-Reduktion dient das Newsletter-Portfolio mit über 70 lokalen Formaten und 1,1 Millionen Abonnements. Die Doppeloptimierung auf Werbeerlöse und Abos wurde zugunsten klarer Subscriptions beendet. Zur weiteren Skalierung und Hyper-Personalisierung investiert Madsack einen achtstelligen Betrag in eine neue Datenplattform, Customer Data Platform (CDP) und KI-gestützte Content-Aufbereitung.
Bietet wertvolle Einblicke einer führenden deutschen Verlagsgruppe in nachhaltiges Abo-Wachstum, technologische CDP-Investitionen und den strategischen Abbau von Plattform-Abhängigkeiten.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- RND zählt rund 375.000 Digital- und 500.000 Print-Abonnements.
- Madsack investiert eine achtstellige Summe in Datenplattform, CDP und Customer Marketing Platform.
- RND betreibt über 70 lokale '5in5'-Newsletter mit insgesamt 1,1 Millionen Abonnements.
- Das RND-Netzwerk beliefert und kooperiert mit 139 Medienmarken.
- Plus-Abos wachsen beim RND trotz allgemeiner Branchenstagnation um 10 bis 15 Prozent.
- Ein Google-Update im Sommer 2025 verursachte spürbare Traffic- und Erlösverluste in der Verlagsbranche.
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1 verknüpfte Unternehmen“Madsack investiert einen achtstelligen Betrag in eine neue Datenplattform, eine Customer Data Platform sowie eine Customer Marketing Platfor...”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
RND startet 'RND Voices' für Journalistenmarken
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) der Madsack-Mediengruppe hat ein neues Programm namens 'RND Voices' gestartet, um ausgewählte Reporter zu 'Journalistenmarken' (publizistische Personenmarken) aufzubauen. Das mehrmonatige Schulungskonzept wurde gemeinsam mit der Journalistin und Moderatorin Victoria Reichelt entwickelt, die auf neue Medien und junge Zielgruppen spezialisiert ist. Ziel ist es, ausgewählte Reporter durch verstärkten Einsatz von Bewegtbild-, Audio- und Live-Formaten für das Publikum erlebbarer zu machen. Das Programm erstreckt sich über alle Partnerredaktionen des RND, wobei die Chefredakteure Kandidaten nominieren. RND-Chefredakteur Sven Clausen führt das Programm zusammen mit Dany Schrader, Chefredakteurin der 'Hannoverschen Allgemeinen', und RND-Video-Chefin Sophie Peschke. Clausen betont, dass sich das RND mit echten Reportern vor Ort von KI-Ansätzen abhebt. Das RND versorgt 135 Medienmarken, darunter 'Leipziger Volkszeitung', 'Hannoversche Allgemeine', 'Kölner Stadtanzeiger' und 'Neue Westfälische'.
RND startet neuen Politik-Podcast „Wenn Sie wüssten...“
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) der Madsack Mediengruppe hat einen neuen wöchentlichen Politik-Podcast mit dem Titel „Wenn Sie wüssten...“ gestartet. Moderiert wird das Format von RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck, der stellvertretenden Berliner Bürochefin Kristina Dunz und dem Dokumentarfilmemacher Stephan Lamby. Die Serie wurde in Zusammenarbeit mit RND Fortis entwickelt, der Einheit von Madsack für Newsletters und digitale Produkte, und verspricht kritische Einblicke hinter die Kulissen des politischen Betriebs. Die Auftaktepisode widmet sich einer angeblichen Auseinandersetzung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner bezüglich des Umgangs mit der AfD. Während Lamby wöchentlich im Wechsel mit Dunz und Quadbeck moderiert, verweist der Publisher auf eine monatliche digitale Reichweite von 100 Millionen Visits über alle Madsack-Titel und Partnerpublikationen hinweg.
Tamedia: Fokus auf Abonnements und digitale Monetarisierung
Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz erklärte im Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“, dass das Unternehmen neue digitale Abonnementmodelle wie sogenannte „Limited Abos“ für selektive Themeninteressen entwickelt. Derzeit stammen rund 85 Prozent des Umsatzes aus dem Printgeschäft, binnen fünf Jahren wird ein Umsatzmix von 60 Prozent Print und 40 Prozent Digital angestrebt. Seit der Rückführung der Vermarktung in Eigenregie unter Tamedia Advertising Anfang 2025 verzeichnete das digitale Werbegeschäft ein Wachstum von 30 Prozent in einem rückläufigen Markt. Zudem meldet Tamedia messbare Zuwächse bei der Google-Reichweite: Der Traffic stieg in sechs Monaten um 40 Prozent, die markenübergreifende Google-Sichtbarkeit wuchs innerhalb von zwölf Jahren um 140 Prozent. Eine 2023 ausgesprochene Beschäftigungsgarantie für Journalisten läuft Ende September aus; absolute langfristige Jobgarantien lehnte die CEO ab.
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