Beobachtetes Signal · 15. Juli 2026 · Industry Analysis · Quelle: Meedia · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Retail Media 3.0: Warum das digitale Regal jetzt entscheidet
Der Artikel beschreibt die Evolution von Retail Media von einem taktischen Commerce-Werkzeug hin zu einem strategischen, vollwertigen Medienkanal – „Retail Media 3.0“. Angetrieben wird diese Entwicklung durch First-Party-Transaktionsdaten von Händlern und verbesserte Messbarkeit. Im Fokus stehen Retail Media Networks (RMNs), die wachsende Bedeutung digitaler Medien am Point of Sale im stationären Handel sowie die Kombination aus OOH-Branding und Retail-Aktivierung. CMOs werden empfohlen, in die Dateninfrastruktur inklusive Clean Rooms zu investieren, organisationale Silos zwischen E-Commerce, Trade Marketing und Mediaplanung aufzubrechen und strategische Partnerschaften mit ausgewählten RMNs einzugehen. Dabei sollen standardisierte Metriken helfen, Retail Media direkt mit klassischen Kanälen zu vergleichen.
Der Beitrag verdeutlicht einen branchenweiten Paradigmenwechsel: Händler-First-Party-Data und instore DOOH machen Retail Media zu einem strategischen Kernkanal, der den Media-Mix, Messstandards und die Budget-Prioritäten von CMOs grundlegend verändert.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der globale Retail-Media-Markt steuert auf ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar zu.
- Retail Media etabliert sich als vollwertiger Medienkanal, der technologisch, in der Reichweite und bei der Messbarkeit mit Google und Meta konkurriert.
- Retail Media Networks (RMNs) bieten direkten Zugriff auf First-Party-Kaufverhalten am Point of Sale, was durch den Wegfall von Third-Party-Cookies an Bedeutung gewinnt.
- Laut Bericht stuften 36 Prozent der befragten Marken In-Store-Networks 2022 als hochrelevant ein, 2024 waren es 46 Prozent und für 2025 werden 52 Prozent erwartet.
- Jonas Lembeck wird als Co-Founder und Managing Partner Strategy der Agentur Lehof GmbH genannt.
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte Unternehmen“Current studies (BCG) show that 50 percent of surveyed companies expect data-driven insights into customer purchase behaviour, 63 percent wa...”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Retail Media: Transparenz und Kollaboration als Erfolgsfaktoren für 2025
Der Artikel betont, dass Transparenz im Jahr 2025 der entscheidende Erfolgsfaktor im Bereich Retail Media ist. Die weltweiten Werbeausgaben für Retail Media stiegen von 67 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 140 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 (etwa ein Fünftel der digitalen Werbeausgaben), wobei für 2025 ein Volumen von 166 Milliarden US-Dollar prognostiziert wird. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 2,73 Milliarden US-Dollar investiert. Da Retailer zu Medienunternehmen mutieren und E-Commerce-Plattformen ihre Werbe-Infrastruktur ausbauen, fragmentieren Retail Media Networks (RMNs) den Markt zunehmend. Werbetreibende nutzen First-Party-Daten der Retailer für kaufkontextuelle Werbung, um Third-Party-Daten zu umgehen. Diese Fragmentierung erschwert jedoch ein konsistentes Messwesen und kanalübergreifendes Reporting. Gefordert werden standardisierte Cross-Channel-Metriken, ein einheitliches Reporting sowie ein striktes Brand Suitability Management – insbesondere bei Off-Site-Platzierungen, die ein höheres Risiko und geringeres Engagement als On-Site-Formate aufweisen. Zudem wächst die Bedeutung von Self-Service-RMN-Plattformen und branchenweiter Kooperation.
CFO-Fragen zeigen: CMOs müssen wie Geschäftsführer denken
François Bazini, ehemaliger International CMO bei Suntory, argumentiert, dass CMOs oft scheitern, weil sie sich nur auf Marketing konzentrieren und nicht auf Business-Führung. Er listet fünf gefährliche CFO-Fragen auf, die auf eine verengte Perspektive des CMO hindeuten, darunter Fragen zu kurzfristigem ROI, Wertvernichtung durch Marken, operativer Delegierung, Nachhaltigkeit von Wachstum und Investitionspriorisierung. Bazini betont, dass CMOs P&L, Kapitalallokation und langfristige Markenökonomie verstehen müssen. Er veranschaulicht jeden Punkt mit persönlichen Erfahrungen bei Suntory, Courvoisier, Lucozade und Jim Beam. Der Artikel ruft dazu auf, das Unternehmen zu verteidigen, nicht nur das Marketing, und strategische Entscheidungen über die eigene Funktion hinaus mitzugestalten.
BCG: Zahlungsverkehr-Wachstum sinkt auf fünf Prozent
Laut dem Global Payments Report 2026 der Boston Consulting Group werden die weltweiten Erlöse der Zahlungsbranche bis 2030 auf rund 2,6 Billionen US-Dollar steigen, das jährliche Wachstum wird jedoch von etwa sieben auf rund fünf Prozent sinken. Die regionalen Unterschiede nehmen zu: Europa und Nordamerika, die derzeit 85 Prozent des Ertragspools ausmachen, wachsen nur noch um fünf Prozent, während der Nahe Osten und Afrika mit acht Prozent und Lateinamerika mit sieben Prozent schneller wachsen. Börsennotierte Zahlungsunternehmen werden rund 25 Prozent unter ihrem langfristigen Bewertungsdurchschnitt gehandelt; eine Erholung könnte 500 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung freisetzen. KI und Agentic Commerce werden zu Wettbewerbsfaktoren: 73 Prozent der großen Händler würden ihren Acquirer wechseln, wenn dieser sie besser auf KI-Agenten-Transaktionen vorbereiten könnte. Nationale Instant-Payment-Systeme in 137 Ländern fragmentieren den Markt und erhöhen die Komplexität für internationale Anbieter.
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