Beobachtetes Signal · 19. Juli 2022 · Regulation · Quelle: Trending Topics · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Refurbed streicht nach Greenwashing-Abmahnung „100% klimaneutral“-Marketing
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat den österreichischen Refurbished-Elektronik-Marktplatz Refurbed wegen irreführender Werbung abgemahnt. Kritisiert wurden fingierte Preisvorteile, unbelegte Umweltversprechen wie „100% klimaneutral“ sowie der unzulässige Einsatz von Werbe-Cookies. Refurbed hat die Unterlassungserklärung unterzeichnet, die Website angepasst und den Begriff durch „100% nachhaltiger“ im Kontext des Neukauf-Vergleichs ersetzt. Zu den angezeigten Preisvergleichen erklärte das Unternehmen, diese seien Teil eines laufenden A/B-Tests. Parallel dazu sieht sich die französische Plattform Back Market in Frankreich mit einer Klage wegen ähnlicher Greenwashing-Vorwürfe konfrontiert. Refurbed, das zuvor 45 Millionen Euro eingesammelt hat und als Einhorn-Kandidat gilt, muss bei Einhaltung der Unterlassung keine Geldstrafen oder weiteren rechtlichen Konsequenzen fürchten.
Signalisiert eine zunehmende regulatorische Durchsetzung gegen Greenwashing und Cookie-Verstöße im E-Commerce-Marketing, betrifft vorerst jedoch nur ein einzelnes Unternehmen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- VZBV mahnte Refurbed wegen irreführender „100% klimaneutral“-Aussagen, Scheinpreisen und unzulässigen Cookies ab.
- Refurbed unterzeichnete die Unterlassungserklärung und änderte „100% klimaneutral“ auf der Website in „100% nachhaltiger“.
- Der französische Wettbewerber Back Market wird in Frankreich wegen Greenwashing verklagt.
- Refurbed hat von Investoren 45 Millionen Euro eingesammelt und gilt als Einhorn-Kandidat.
- Refurbed führt A/B-Tests zur korrekten Darstellung von Vergleichspreisen durch.
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1 verknüpfte Unternehmen“Während Back Market in Frankreich gar geklagt wurde, fasste Refurbed eine Abmahnung aus....”
Ontologie & Marktkonzepte
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Back Market: Marketingchef Forshaw warnt vor Vertrauensverlust durch generative KI
In einem Interview mit The Drum erläutert Luke Forshaw, Head of European Marketing bei Back Market, wie der Marktplatz für Refurbished Tech Verbrauchervertrauen aufbaut und warum Nachhaltigkeit allein nicht als primärer Kauftreiber fungiert. Preisvorteile bleiben das entscheidende Kaufargument, während ökologische Aspekte lediglich als zusätzlicher Hebel wirken. Forshaw warnt eindringlich vor einem übermäßigen KI-Einsatz in der Kreation: Generierter „AI Slop“ könne die Markenreputation massiv beschädigen. Stattdessen plädiert er für ein Verhältnis von 80–90 % menschlicher Arbeit zu 10–20 % KI-Unterstützung, wobei generative Tools vor allem auf Reporting und Zielgruppenanalysen beschränkt bleiben sollten. Die Differenzierung zu klassischen Secondhand-Plattformen gelingt über professionelle Prüfungen und Garantien. Ergänzend hebt Forshaw Back Markets Full-Funnel-Wachstumsstrategie sowie erfolgreiche Content-Formate wie den für den Tribeca X Award nominierten Kurzfilm „Silly Little Plastic Cat“ hervor.
Refurbed sichert sich frische 50 Millionen Euro nach Erreichen der Profitabilität
Das österreichische Scale-up Refurbed hat eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro unter der Leitung des US-Investors Alex Zubillaga erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen erreichte im März 2025 die Profitabilität und verzeichnete ein jährliches Wachstum von 40 Prozent. Die frischen Mittel sollen die europäische Expansion vorantreiben, nachdem kürzlich Märkte in Belgien, Finnland, Portugal und Tschechien erschlossen wurden. Refurbed betreibt einen Marktplatz für generalüberholte Elektronik und vertreibt 45.000 Produkte in elf Ländern. Die Investition folgt auf einen Personalabbau von 20 Prozent im Februar 2025 aufgrund geopolitischer und regulatorischer Bedingungen. Zuvor hatte das Unternehmen 2021 eine Series-B-Runde über 54 Millionen US-Dollar sowie 2023 eine Series-C-Runde über 57 Millionen US-Dollar eingeworben. Zu den Wettbewerbern zählen BackMarket und Swappie. Der globale Markt für refurbished Elektronik wird voraussichtlich von 54 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 118 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 wachsen.
USA suspendieren Microsoft und Adobe vom Green-Card-Programm
Das US-Arbeitsministerium hat die Suspendierung von Microsoft und Adobe vom Programm zur dauerhaften Arbeitszertifizierung angekündigt, zusammen mit Cognizant, Infosys, Capgemini, Tata, Wipro und HCL. Minister Keith Sonderling nannte aktive Bundesuntersuchungen als Grund für Microsoft und Adobe und kritisierte, dass diese Unternehmen amerikanischen Arbeitnehmern Arbeitsplätze wegnähmen. Vizepräsident JD Vance warf Microsoft konkret vor, entlassene Mitarbeiter durch H-1B-Visuminhaber ersetzt zu haben. Microsoft verteidigte seine Einstellungspraktiken und betonte, dass die Mehrheit seiner US-Mitarbeiter Amerikaner seien und die meisten H-1B-Anträge für bestehende Mitarbeiter gestellt würden. Die Ankündigung erfolgte während eines Gipfels im Weißen Haus zur Bekämpfung von H-1B-Betrug, zeitgleich mit der Verleihung der National Medal of Science an mehrere Tech-CEOs durch Präsident Trump.
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