Beobachtetes Signal · 24. Sept. 2020 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Rakuten stellt den Marktplatzbetrieb in Deutschland ein
Rakuten hat deutsche Händler darüber informiert, dass der Marktplatz Rakuten.de im Rahmen einer strategischen Transformation ab dem 15. Oktober keine neuen Bestellungen mehr annehmen wird. Wie das Unternehmen bestätigte, konnte in Deutschland keine signifikante Marktposition aufgebaut werden, weshalb Investitionen künftig auf wachstumsstärkere Segmente fokussiert werden. Das offene E-Commerce-Modell Club R, das bereits in Großbritannien und Spanien erfolgreich ist, soll für Händler und Kunden jedoch weitergeführt werden. Während der Übergangsphase will Rakuten die Abwicklung bestehender Bestellungen unterstützen und einen direkten Support für Retouren und Kundenservice bereitstellen. Medienberichten zufolge geht die Schließung mit Entlassungen einher; den betroffenen Mitarbeitern werden überdurchschnittliche Abfindungen sowie Unterstützung bei der Neuorientierung angeboten.
Signifikante strategische Kehrtwende mit direkten Auswirkungen auf den deutschen E-Commerce-Markt sowie auf verfügbare Inventar- und Handelsstrukturen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Rakuten.de nimmt ab dem 15. Oktober keine neuen Kundenbestellungen mehr an.
- Der Schritt ist Teil einer Transformation zur Neuausrichtung von Investitionen auf wachstumsstarke Bereiche.
- Das offene E-Commerce-Modell Club R wird parallel zu den Modellen in Großbritannien und Spanien weitergeführt.
- Es kommt zu Entlassungen, die jedoch durch überdurchschnittliche Abfindungsangebote und Outplacement-Hilfen flankiert werden.
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Depot schließt 66 deutsche Filialen
Der deutsche Dekorations- und Heimausstatter Depot hat angekündigt, 66 seiner landesweit rund 150 Filialen zu schließen. Das Unternehmen gab die geplante Reduzierung seines Filialnetzes über seine Website bekannt; von den Schließungen sind auch prominente Standorte wie die Filiale in der Frankfurter Kaiserstraße betroffen. Der entsprechende Bericht wurde am 29.06.2026 von der Lebensmittelzeitung veröffentlicht und von Werner Tewes verfasst. Diese Restrukturierung verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im stationären Einzelhandel, hat jedoch trotz möglicher lokaler Auswirkungen auf Werbebudgets und Retail Media keine globalen Auswirkungen auf die breitere AdTech- und MarTech-Branche.
Temu und Shein setzen deutschen Einzelhandel massiv unter Druck
Eine IW-Consult-Studie im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) beziffert die jährlichen Umsatzeinbußen des deutschen Einzelhändlers durch Temu und Shein auf 2,5 Milliarden Euro. Gesamtwirtschaftlich belaufen sich die Verluste inklusive Vorleistungs- und Logistikeffekte auf rund 5 Milliarden Euro. Zudem warnt der HDE vor über 40.000 abgebauten Arbeitsplätzen sowie steuerlichen Ausfällen von bis zu 420 Millionen Euro. Hintergrund sind täglich rund 460.000 Pakete, die im Jahr 2025 nach Deutschland geliefert wurden. Angesichts dieser Entwicklung fordern HDE und Politik schärfere Kontrollen. Die EU plant neue Zollregeln sowie Bearbeitungsgebühren für Billigimporte aus Drittländern. Parallel dazu ermitteln die EU-Kommission sowie das Bundeskartellamt wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken gegen die Plattformen, während Temu und Shein die Vorwürfe zurückweisen.
Rakuten erzielt in Q2 2026 ersten Quartalsgewinn seit sechs Jahren
Rakuten meldet für das zweite Quartal 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone – der erste Quartalsgewinn seit sechs Jahren. Der konsolidierte Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 11,6 % auf den Rekordwert von 665,5 Milliarden Yen. Neben einem kräftigen Zuwachs beim Non-GAAP-Betriebsergebnis lag der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn bei 7,7 Milliarden Yen. Alle drei Segmente – Internet Services (u. a. Rakuten Ichiba und Rakuten Travel), FinTech sowie Mobile – verzeichneten Umsatzsteigerungen, angeführt von der FinTech-Sparte mit einem Plus von 27 %. Rakuten Mobile reduzierte die operativen Verluste bei gleichzeitig wachsender Abonnentenbasis weiter. Zusätzlich stärkte der Konzern seine Liquidität durch einen Wertpapierverkauf im Mai im Volumen von rund 200 Milliarden Yen und tilgte mehrere 2026 fällige Anleihen.
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