Beobachtetes Signal · 9. Juni 2026 · Initiative Launch · Quelle: t3n · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
Playbook fordert Versicherer zu Venture-Capital-Investitionen von 15 Milliarden Euro auf
Eine Koalition aus 24 Venture-Capital-Firmen unter dem Dach des „German Venture & Growth Forum“ hat auf dem Investorenkongress Super Return in Berlin ein Playbook vorgestellt, um Versicherer und Pensionskassen gezielt an Venture- und Growth-Equity-Strategien heranzuführen. Die Initiative zielt darauf ab, rund 15 Milliarden Euro zu mobilisieren, indem institutionelle Investoren überzeugt werden, etwa 2 Prozent ihrer Assets in Venture-Strategien zu allokieren. Das Playbook skizziert einen Fünf-Punkte-Ansatz – darunter strategische Allokation, ein 5P-Framework für die Fondsauswahl und Portfoliodiversifikation –, um wahrgenommene Risiken und regulatorische Bedenken abzubauen. Deutschland verfügt über mehr als zehn Billionen Euro an Privatkapital, lenkte zuletzt jedoch jährlich nur rund 400 Millionen Euro in europäische Venture- und Growth-Fonds. Die WIN-Initiative der Bundesregierung strebt an, das privat mobilisierte Kapital auf über 25 Milliarden Euro zu steigern, wobei bislang jedoch erst ein niedrigerstelliger Milliardenbetrag eingeworben wurde.
Eine koordinierte Initiative zur Lenkung großer institutioneller Kapitalpools in die Venture-Finanzierung könnte das für europäische Tech-Start-ups verfügbare Wachstumskapital erheblich erhöhen, die Kapitalabwanderung in die USA verringern und die Finanzierungslandschaft im Technologiesektor nachhaltig prägen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das German Venture & Growth Forum ist eine Initiative aus 24 Venture-Capital-Firmen.
- Das Ziel der Initiative ist es, etwa 15 Milliarden Euro von Versicherern und Pensionskassen für Start-ups zu mobilisieren.
- Zu den unterstützenden bekannten VC-Firmen gehören Earlybird, HV Capital und Lakestar.
- Das auf der Super Return in Berlin präsentierte Playbook umfasst fünf Kapitel inklusive eines 5P-Frameworks zur Fondsauswahl.
- Deutsche institutionelle Investoren investierten zuletzt jährlich rund 400 Millionen Euro in europäische Venture- und Growth-Fonds; die Regierung will dies über die WIN-Initiative auf über 25 Milliarden Euro steigern.
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IVCA fordert von Irlands Regierung 1-Milliarden-Euro-Initiative für Start-ups
In seiner Vorab-Haushaltserklärung für 2027 hat der irische Verband für Venture Capital und Private Equity (IVCA) einen staatlich initiierten Dachfonds in Höhe von einer Milliarde Euro vorgeschlagen. Ziel ist es, inländisches privates institutionelles Kapital für irische Start-ups und Scale-ups zu mobilisieren. Die Initiative soll die starke Abhängigkeit von internationalen Investoren verringern, die derzeit 85 Prozent des irischen Venture Capitals bereitstellen – ein Risiko, das durch einen jüngsten Einbruch der Finanzierungen im zweiten Quartal um knapp 60 Prozent auf 221 Millionen Euro verdeutlicht wurde. Nach dem Vorbild des dänischen Erfolgsmodells „Dansk Vækstkapital“, das im Inland über 1,5 Milliarden Euro investierte, soll das Vehikel Zusagen von Pensionsfonds, Versicherungen und Banken bündeln. Unter Verwendung des Ireland Strategic Investment Fund (ISIF) als Ankerinvestor strebt der Vorschlag an, privates Kapital für spätere Finanzierungsrunden (Series A und folgende) zu katalysieren, ohne nennenswerte neue Haushaltskosten zu verursachen.
Valley of Death: Wachstumshemmnisse für deutsche Health-Startups
Ein Berliner Tagesspiegel-Fachforum hat beleuchtet, warum deutsche Health-Startups oft an der Skalierung scheitern: Öffentliche Seed-Finanzierungen laufen vor der Profitabilität aus, während regulatorische Hürden und die Risikoaversion von Investoren das sogenannte Valley of Death verschärfen. Hochkarätige Diskussionsteilnehmer wie TK-Chef Dr. Jens Baas, Dr. Achim Plum vom High-Tech Gründerfonds und Bitkom-Vertreterin Lena Hornecker betonten, dass Kapital für spätere Phasen Mangelware ist und rund 80 Prozent der Exits über 20 Millionen Euro ins Ausland, vor allem in die USA, abwandern. Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen wurden sechs Maßnahmen vorgeschlagen: Kapitalmobilisierung, Bürokratieabbau, die Rolle des Staates als Ankerkunden, die Harmonisierung von Gesundheitssystemstrukturen inklusive digitaler IDs, die Steigerung von Gründerinnenquoten sowie die Förderung von Reinvestitionen durch Gründer und Investoren.
EU und EIB starten Investorenpakt zur Schließung europäischer Scale-up-Finanzierungslücken
Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben den European Institutional Investors Pact (EIIP) ins Leben gerufen. Diese freiwillige Initiative soll langfristiges institutionelles Kapital gezielt in das europäische Technologie- und Scale-up-Ökosystem lenken. Der auf dem TechEU Equity Summit in Luxemburg vorgestellte Pakt adressiert primär das Defizit bei Spätphasenfinanzierungen über 100 Millionen Euro, um die Abwanderung von Wachstumsunternehmen zu verhindern. Bislang haben 13 institutionelle Investoren ihre Beteiligungsabsicht signalisiert, die vor allem über die mit 15 Milliarden Euro dotierte European Tech Champions Initiative (ETCI) 2.0 sowie den 5 Milliarden Euro schweren Scaleup Europe Fund umgesetzt werden soll. Strukturell gliedert sich der EIIP in ein politisches Dialogforum unter Führung der Kommission sowie eine von der EIB-Gruppe gesteuerte Investment-Plattform, die institutionellen Akteuren direkten Zugang zu Venture-Capital- und Growth-Equity-Assets eröffnet.
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