Beobachtetes Signal · 17. Juli 2026 · Data Breach · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
NZZ-Datenleck: Nur 42 von 4.000 Betroffenen direkt informiert
Ein Cyberangriff im März 2023 auf die Infrastruktur der NZZ-Mediengruppe führte zur Veröffentlichung sensibler Daten von fast 4.000 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden im Darknet. Die Tech-Journalistin Adrienne Fichter reichte daraufhin beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) Beschwerde ein, da die NZZ lediglich 42 Betroffene direkt informierte und stattdessen auf öffentliche Berichterstattung setzte. Der Edöb untersuchte den Vorfall und stellte das Verfahren ein, da das Vorgehen der NZZ rechtlich zulässig war. Die NZZ erklärte, sie habe Informationen auf ihrer Website publiziert und eine Anlaufstelle für betroffene Personen eingerichtet.
Ein schweres Datenleck bei einem Medienhaus berührt zwar das Vertrauen in Datenschutzpraktiken, bringt jedoch keine marktweiten technischen oder regulatorischen Veränderungen im Bereich AdTech mit sich.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Im März 2023 erlangten Hacker per Ransomware Zugriff auf NZZ-Systeme und veröffentlichten gestohlene Daten im Darknet.
- Sensible Daten von fast 4.000 aktuellen und ehemaligen NZZ-Mitarbeitenden wurden geleakt, darunter Arztzeugnisse, Bank- und AHV-Nummern sowie private E-Mails.
- Kritik entzündete sich daran, dass die NZZ laut Recherchen von Adrienne Fichter nur 42 Personen direkt benachrichtigte.
- Der Schweizer Datenschutzbeauftragte Edöb prüfte den Vorfall und schloss das Verfahren ab, weil die Benachrichtigungspraxis rechtlich konform war.
- Die NZZ informierte über ihre Unternehmenswebsite und richtete eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene ein.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte Unternehmen“Image credit/context: The NZZ had set up a contact point for former employees. (Image: Keystone/Christian Beutler)....”
Ontologie & Marktkonzepte
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Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Cyberangriff auf SRG: Daten von 340 SRF-Mitarbeitern abgeflossen
Die SRG meldete einen Cyberangriff, bei dem Unberechtigte auf Daten von rund 340 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden der SRF zugegriffen haben. Betroffen sind Kontakt- und Organisationsdaten aus dem Jahr 2020, überwiegend von der Angebotseinheit 'Information'. Die Daten umfassen Namen, Funktionen sowie dienstliche und teils private Kontaktangaben. Die SRG betont, dass keine Passwörter, Finanzdaten, journalistischen Quellen oder Kommunikationsinhalte betroffen sind. Der Zugriff wurde deaktiviert, zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen und Strafanzeige erstattet. Es gibt keine Hinweise auf Veröffentlichung oder missbräuchliche Verwendung der Daten. Die Untersuchung läuft.
NZZ: Versäumnis bei Content-Lizenzierung begünstigt Neutralitäts-Initiative
Das Ja-Komitee der Schweizer Neutralitätsinitiative nutzte eine Lücke im Syndication-Prozess der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ): Für lediglich 200 CHF lizenzierte die von Werner Gartenmann (Pro Schweiz) geführte Kampagne ein Interview mit Ex-Botschafter Paul Widmer. Ursprünglich für interne Zwecke angefragt, wurde der Inhalt als Massenflyer im NZZ-Originallayout an fast vier Millionen Haushalte in der Deutsch- und Westschweiz verteilt. Die NZZ räumte ein, das finale Layout vor der Freigabe nicht geprüft zu haben, wodurch die Publikation wie ein offizieller NZZ-Sonderdruck wirkte. Infolgedessen verschärft der Verlag seine Richtlinien für Content Licensing und prüft künftig geplante Werbeformate bei politischer Nutzung detailliert. Der Fall deckt Schwachstellen in den Lizenzierungsmodellen von Publishern auf und zeigt Risiken bezüglich Brand Safety und politischer Instrumentalisierung auf.
NZZ geht rechtlich gegen Löschbefehle von Swissmedic vor
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) hat recht Schritte gegen Swissmedic eingeleitet, nachdem die Schweizer Behörde die Löschung mehrerer redaktioneller Beiträge angeordnet hatte, die sie als unzulässige Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente klassifizierte. Derzeit sind zwei Fälle anhängig: Die NZZ hat ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Mai 2025, das die Entfernung eines Migräne-Selbstberichts bestätigte, beim Bundesgericht angefochten. Zudem wehrt sie sich vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen separate Löschungsanordnungen im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Abnehmspritzer. Swissmedic begründet das Vorgehen mit der Pflicht, werbende Berichterstattung zu verhindern, die Druck auf Patienten und Verordner ausüben könnte. Die NZZ argumentiert hingegen, das strenge Werbeverbot gefährde die Pressefreiheit und schränke die sachliche medizinische Berichterstattung ein. Der Rechtsstreit könnte einen Präzedenzfall für die journalistische Berichterstattung über Medikamente in der Schweiz schaffen.
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