Beobachtetes Signal · 3. Juni 2025 · Regulation · Quelle: Trending Topics · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
noyb plant Klage gegen CRIF wegen Bonitäts-Scoring in Österreich
Die Datenschutzorganisation noyb unter der Leitung von Max Schrems plant eine mögliche Sammelklage gegen die Auskunftei CRIF wegen mutmaßlicher DSGVO-Verstöße. noyb wirft CRIF vor, personenbezogene Daten wie Adresse, Alter und Geschlecht rechtswidrig zu erheben, um für Millionen Österreicherinnen und Österreicher Bonitätsscores zwischen 250 und 700 zu generieren und diese an Banken, Energieversorger sowie Telekommunikationsunternehmen zu verkaufen. CRIF räumt ein, nur für rund 10 Prozent der Bevölkerung Zahlungsbzw. Bonitätsdaten zu besitzen, während die Scores für den Rest primär auf demografischen Attributen basieren. In Kooperation mit einer Universität plant noyb eine wissenschaftliche Analyse mittels Datenspenden, um strukturelle Mängel nachzuweisen. CRIF weist die Vorwürfe zurück und betont höchste Qualitätsstandards. Die Sammelklage könnte sich zur größten Österreichs entwickeln.
Ein bedeutendes DSGVO-Verfahren gegen einen großen Datenbroker signalisiert erhöhte regulatorische Risiken für datengetriebene Geschäftsmodelle und das gesamte Ökosystem.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- noyb kündigt Klage gegen die Auskunftei CRIF wegen mutmaßlicher DSGVO-Verstöße beim Bonitäts-Scoring an.
- CRIF erstellt Scores (250-700) für Millionen Österreicherinnen und Österreicher basierend auf Adresse, Alter und Geschlecht.
- CRIF gibt zu, nur für etwa 10 Prozent der Bevölkerung echte Zahlungsdaten zu haben; der Rest basiert auf Demografie.
- Scores werden an namhafte Banken wie Erste Bank, Raiffeisenbank, Volksbank Wien und Oberbank verkauft.
- Wissenschaftliche Analyse via Datenspenden soll als Grundlage für möglicherweise größte Sammelklage Österreichs dienen.
Ontologie & Marktkonzepte
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Asos bestätigt Datenleck nach manipulierter App-Benachrichtigung
Der britische Modehändler Asos hat eine Datenpanne mit personenbezogenen Daten von Kunden bestätigt. Hacker brachen in eine Drittanbieter-Plattform ein, die für die Kundenkommunikation genutzt wird, und erbeuteten Namen, Kontaktdaten, Wohnadressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Notizen zu Kundenprofilen, einschließlich Suchanfragen. Die Hacker, die sich Xuanye Group nennen, sendeten über die Asos-App eine unbefugte Push-Benachrichtigung und verwiesen auf kompromittierte Daten, die bei Snowflake gehostet wurden. Sie forderten das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf, andernfalls drohten sie mit der Veröffentlichung der Daten. Die Angreifer sollen sich durch Identitätstäuschung Zugangsdaten verschafft haben. Snowflake betonte, dass die eigenen Systeme nicht betroffen seien. Asos hat 17 Millionen Kunden. Der Vorfall ähnelt einem früheren Angriff auf das Fintech-Unternehmen Betterment.
BGH verhandelt zur Haftung bei Cookie-Speicherung
Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt über die Frage, ob ein Technologie- und Analyseunternehmen haftet, wenn Cookies ohne Einwilligung der Nutzer auf deren Endgeräten gespeichert werden, auch auf fremden Webseiten. Der Kläger fordert Schadenersatz, nachdem die Vorinstanzen 1.500 Euro bzw. 100 Euro zugesprochen hatten. Im Mittelpunkt steht die Auslegung des TDDDG. Ein Urteil wird nicht unmittelbar erwartet. Rechtsexperten betonen, dass eine Bestätigung der OLG-Auffassung durch den BGH über vertragliche Zusicherungen hinaus technische und organisatorische Maßnahmen erfordern würde. Parallel schlug die EU-Kommission im November 2025 vor, Cookie-Banner zu reduzieren, indem Nutzer ihre Einstellungen einmalig pro Gerät festlegen. Der Vorschlag muss noch von Europaparlament und Rat geprüft werden; Verbraucherschützer befürchten Widerstand aus den Mitgliedstaaten.
Apples Safari-Blockliste treibt Publisher zum Trusted Server
Mit dem neuesten Software-Update blockiert Apple Unternehmen, die Nutzer im Safari-Browser für gezielte Werbung verfolgen. Publisher reagieren nun dringend auf den Trusted Server des IAB Tech Lab, der die Werbeauktionen vom Gerät des Nutzers auf Server des Publishers verlagert und so die Blockliste umgeht. Publisher wie Paradium haben die Lösung bereits übernommen, andere prüfen ihre Optionen. Dies unterstreicht Apples wachsende Kontrolle über die digitale Werbung und wirft Fragen zur Marktmacht und zu den Auswirkungen auf die Publisher-Einnahmen auf. Da Apple sein eigenes Werbegeschäft ausbaut, verdeutlicht die Blockliste die veränderten Machtverhältnisse im Ad-Tech-Ökosystem.
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