Beobachtetes Signal · 22. Aug. 2026 · Policy Update · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Meier + Cie: Siegrist fordert staatliche Fördermassnahmen für Medien
Am 22. August 2026 richtete Nina Siegrist, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Meier + Cie. AG, einen offenen Appell an die Öffentlichkeit, um kantonale Unterstützung für den Medienmarkt Schaffhausen sowie einen einmaligen Lotteriefonds-Beitrag von 30.000 CHF für das Schaffhauser Fernsehen zu fordern. Sie unterstützt zwei Anträge im Kantonsrat: die Lotteriefonds-Zahlung sowie einen runden Tisch aus Politik, Wirtschaft und Medien zur Entwicklung langfristiger Massnahmen. Laut Siegrist überlebt der Sender derzeit durch zehn private Unterstützer, die ein jährliches Defizit von rund 50.000 CHF decken, bei einer unabhängigen Reichweite von rund 34.000 täglichen Zuschauern. Sie führt die Branchenkrise auf strukturellen Wandel und die Abwanderung von Werbebudgets zu US-Plattformen zurück. Zudem verweist sie auf die Abhängigkeit von Stiftungen und Fonds sowie auf regionale Vorschläge zur Prüfung steuerlicher Werbeprivilegien. Eine Woche zuvor hatte bereits Marcel Kohler ähnliche Forderungen gestellt.
Der Appell zur Finanzierung lokaler Medien verdeutlicht die Abwanderung von Werbeerträgen zu US-Plattformen und mögliche politische Massnahmen. Dies ist für Regionalverlage von Bedeutung, sprengt jedoch den Rahmen branchenweiter Veränderungen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Nina Siegrist, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Meier + Cie. AG, forderte in einem offenen Brief kantonale Medienunterstützung und 30.000 CHF aus dem Lotteriefonds.
- Der Schaffhauser Kantonsrat prüft zwei Vorstösse (von SP und SVP): eine einmalige Lotteriefonds-Zahlung von 30.000 CHF für das Schaffhauser Fernsehen und einen runden Tisch für langfristige Massnahmen.
- Das Schaffhauser Fernsehen deckt ein jährliches Defizit von rund 50.000 CHF über zehn private Unterstützer; laut unabhängigen Messungen verfolgen täglich rund 34.000 Zuschauer das Programm.
- Die Quersubventionierung lokaler Medien durch die Meier + Cie. AG stützt sich auf die Mehrheitsaktionärin Carl Oechslin Stiftung sowie auf Mittel aus dem Innovationsfonds für multimedialen Journalismus und dem Media Forward Fund.
- Verwaltungsratspräsident Marcel Kohler hatte eine Woche zuvor in den Schaffhauser Nachrichten ähnliche Finanzierungsappelle geäussert.
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Meier + Cie-Präsident Marcel Kohler plädiert für indirekte Medienförderung
In einem Interview äusserte sich Marcel Kohler, Verwaltungsratspräsident des Medienhauses Meier + Cie AG, zur prekären finanziellen Lage seines Unternehmens und der regionalen Medienlandschaft. Demnach arbeitet das Meier-Medienhaus zwar profitabel, verzeichnet jedoch nur geringe Erträge. Während das Schaffhauser Fernsehen nach einer Rettungsaktion vorerst Sponsoren gefunden hat, bleibt die langfristige Zukunft ungewiss. Als liberal eingestellter Unternehmer steht Kohler direkten Subventionen skeptisch gegenüber, befürwortet jedoch eine indirekte Medienförderung für Schaffhausen ohne redaktionelle Einflussnahme und begrüsst zwei entsprechende Kantonsrats-Postulate. Zudem verwies er auf eine Zuwendung der Gebert Rüf Stiftung über die Windler Stiftung in Höhe von 480'000 Franken. Gleichzeitig warnte Kohler, dass die Mehrheitseignerin – die Carl Oechslin Stiftung – nicht über nennenswerte finanzielle Mittel verfügt, um dauerhafte Verluste aufzufangen.
Runder Tisch zur Bewältigung der Medienkrise in Schaffhausen
Der Kantonsrat von Schaffhausen hat einen runden Tisch gefordert, um der Krise der regionalen Medien zu begegnen, die durch sinkende Werbeumsätze und den Wettbewerb mit globalen Tech-Konzernen verschärft wird. Der entsprechende Vorstoß wurde von Linda De Ventura (SP) und Markus Müller (SVP) eingereicht und mit 40 zu 7 Stimmen bei 5 Enthaltungen als erheblich erklärt. Die Kantonsregierung zeigt sich gesprächsbereit, steht direkten Medienförderungen jedoch kritisch gegenüber und verweist dabei auf die Medienunabhängigkeit und kartellrechtliche Bedenken. Die Exekutive ist offen für die Prüfung indirekter Unterstützungsmaßnahmen und wird dem Kantonsrat einen Bericht vorlegen, der mögliche Instrumente sowie gegebenenfalls Vorschläge für Gesetzesänderungen aufzeigt.
Medienkrise: Roger Schawinski fordert staatliche und private Hilfe für Schweizer Lokalmedien
Roger Schawinski, Gründer von Radio 1, warnt in einem Gastbeitrag für die NZZ vor einer existenziellen Krise der Schweizer Lokal- und Regionalmedien infolge des Einbruchs der Werbeumsätze. Online-Werbung generiere demnach nur noch rund fünf Prozent der früheren Print-Erlöse, während Paywalls kaum Wirkung zeigen und Gratiszeitungen sowie vielfältige Radioangebote verschwinden. Schawinski fordert gezielte Unterstützung durch Kantone, Stiftungen und private Mäzene, um das Verschwinden regionaler Publisher zu verhindern, und verweist auf bereits bestehende Subventionen in Westschweizer Kantonen wie Fribourg, Waadt und Genf. Exemplarisch führt er an, dass Radio 1 jährlich rund 2,4 Millionen Schweizer Franken einnimmt und er als Geschäftsführer seither auf ein eigenes Gehalt verzichtet hat.
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