Beobachtetes Signal · 15. Aug. 2026 · Policy Update · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Neutral
Meier + Cie-Präsident Marcel Kohler plädiert für indirekte Medienförderung
In einem Interview äusserte sich Marcel Kohler, Verwaltungsratspräsident des Medienhauses Meier + Cie AG, zur prekären finanziellen Lage seines Unternehmens und der regionalen Medienlandschaft. Demnach arbeitet das Meier-Medienhaus zwar profitabel, verzeichnet jedoch nur geringe Erträge. Während das Schaffhauser Fernsehen nach einer Rettungsaktion vorerst Sponsoren gefunden hat, bleibt die langfristige Zukunft ungewiss. Als liberal eingestellter Unternehmer steht Kohler direkten Subventionen skeptisch gegenüber, befürwortet jedoch eine indirekte Medienförderung für Schaffhausen ohne redaktionelle Einflussnahme und begrüsst zwei entsprechende Kantonsrats-Postulate. Zudem verwies er auf eine Zuwendung der Gebert Rüf Stiftung über die Windler Stiftung in Höhe von 480'000 Franken. Gleichzeitig warnte Kohler, dass die Mehrheitseignerin – die Carl Oechslin Stiftung – nicht über nennenswerte finanzielle Mittel verfügt, um dauerhafte Verluste aufzufangen.
Die Finanzierung regionaler Schweizer Medien und die wirtschaftliche Gesundheit von Verlagen sind für die lokale Publisher-Nachhaltigkeit relevant, haben jedoch nur begrenzte direkte Auswirkungen auf die breitere AdTech- und MarTech-Industrie.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Marcel Kohler ist Verwaltungsratspräsident des Medienhauses Meier + Cie AG.
- Kohler zufolge ist das Meier-Medienhaus profitabel, operiert jedoch auf einem niedrigen Ertragsniveau.
- Das Schaffhauser Fernsehen fand nach einer Rettungsaktion Sponsoren, doch die nachhaltige Zukunft bleibt unsicher.
- Kohler unterstützt eine indirekte Medienförderung für den Kanton Schaffhausen und begrüssen zwei Kantonsrats-Postulate.
- Die Gebert Rüf Stiftung sprach über die Windler Stiftung 480'000 CHF für Schaffhausen zu; die Mehrheitsaktionärin Carl Oechslin Stiftung hat keine grossen Finanzreserven.
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Meier + Cie: Siegrist fordert staatliche Fördermassnahmen für Medien
Am 22. August 2026 richtete Nina Siegrist, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Meier + Cie. AG, einen offenen Appell an die Öffentlichkeit, um kantonale Unterstützung für den Medienmarkt Schaffhausen sowie einen einmaligen Lotteriefonds-Beitrag von 30.000 CHF für das Schaffhauser Fernsehen zu fordern. Sie unterstützt zwei Anträge im Kantonsrat: die Lotteriefonds-Zahlung sowie einen runden Tisch aus Politik, Wirtschaft und Medien zur Entwicklung langfristiger Massnahmen. Laut Siegrist überlebt der Sender derzeit durch zehn private Unterstützer, die ein jährliches Defizit von rund 50.000 CHF decken, bei einer unabhängigen Reichweite von rund 34.000 täglichen Zuschauern. Sie führt die Branchenkrise auf strukturellen Wandel und die Abwanderung von Werbebudgets zu US-Plattformen zurück. Zudem verweist sie auf die Abhängigkeit von Stiftungen und Fonds sowie auf regionale Vorschläge zur Prüfung steuerlicher Werbeprivilegien. Eine Woche zuvor hatte bereits Marcel Kohler ähnliche Forderungen gestellt.
Runder Tisch zur Bewältigung der Medienkrise in Schaffhausen
Der Kantonsrat von Schaffhausen hat einen runden Tisch gefordert, um der Krise der regionalen Medien zu begegnen, die durch sinkende Werbeumsätze und den Wettbewerb mit globalen Tech-Konzernen verschärft wird. Der entsprechende Vorstoß wurde von Linda De Ventura (SP) und Markus Müller (SVP) eingereicht und mit 40 zu 7 Stimmen bei 5 Enthaltungen als erheblich erklärt. Die Kantonsregierung zeigt sich gesprächsbereit, steht direkten Medienförderungen jedoch kritisch gegenüber und verweist dabei auf die Medienunabhängigkeit und kartellrechtliche Bedenken. Die Exekutive ist offen für die Prüfung indirekter Unterstützungsmaßnahmen und wird dem Kantonsrat einen Bericht vorlegen, der mögliche Instrumente sowie gegebenenfalls Vorschläge für Gesetzesänderungen aufzeigt.
Medienkrise: Roger Schawinski fordert staatliche und private Hilfe für Schweizer Lokalmedien
Roger Schawinski, Gründer von Radio 1, warnt in einem Gastbeitrag für die NZZ vor einer existenziellen Krise der Schweizer Lokal- und Regionalmedien infolge des Einbruchs der Werbeumsätze. Online-Werbung generiere demnach nur noch rund fünf Prozent der früheren Print-Erlöse, während Paywalls kaum Wirkung zeigen und Gratiszeitungen sowie vielfältige Radioangebote verschwinden. Schawinski fordert gezielte Unterstützung durch Kantone, Stiftungen und private Mäzene, um das Verschwinden regionaler Publisher zu verhindern, und verweist auf bereits bestehende Subventionen in Westschweizer Kantonen wie Fribourg, Waadt und Genf. Exemplarisch führt er an, dass Radio 1 jährlich rund 2,4 Millionen Schweizer Franken einnimmt und er als Geschäftsführer seither auf ein eigenes Gehalt verzichtet hat.
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