Beobachtetes Signal · 28. Sept. 2026 · Economic Forecast · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
IAB-Prognose: Erwerbstätigkeit sinkt trotz Konjunkturerholung
Die deutsche Wirtschaft dürfte 2026 und 2027 wieder wachsen, aber der Arbeitsmarkt bleibt schwach. Laut der aktuellen Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sinkt die Zahl der Erwerbstätigen 2026 um 210.000 und 2027 um weitere 140.000. Hauptgründe sind die verhaltene Beschäftigungsentwicklung und das schrumpfende Arbeitskräfteangebot infolge des demografischen Wandels. Das IAB erwartet ein reales BIP-Wachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2026 und 1,0 Prozent im Jahr 2027. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung soll erstmals seit 2009 sinken, vor allem bei Vollzeitstellen. Die Arbeitslosigkeit dürfte nur leicht steigen, während der öffentliche Dienst, Erziehung und Gesundheit wachsen.
Die Prognose zum deutschen Arbeitsmarkt ist für Handel und Werbung relevant, da sie die Kaufkraft und das Mediennutzungsverhalten beeinflusst, aber sie betrifft nicht direkt AdTech oder digitale Werbung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die deutsche Wirtschaft soll 2026 um 1,2 Prozent und 2027 um 1,0 Prozent wachsen.
- Die Erwerbstätigkeit in Deutschland soll 2026 um 210.000 Personen und 2027 um 140.000 Personen sinken.
- Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung soll 2026 um 70.000 und 2027 um 40.000 Personen sinken – der erste Rückgang seit 2009.
- Die Arbeitslosigkeit soll 2026 um 50.000 und 2027 um 20.000 Personen steigen.
- Die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, in Erziehung und Gesundheit soll 2026 um 170.000 und 2027 um 150.000 Personen wachsen.
Ontologie & Marktkonzepte
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Beschäftigung in Deutschland sinkt – Dienstleistungssektor zunehmend betroffen
Der deutsche Arbeitsmarkt verlor im zweiten Quartal 2026 an Dynamik: Rund 45,7 Millionen Erwerbstätige hatten ihren Arbeitsplatz in Deutschland. Dies entspricht einem saisonbereinigten Quartalsrückgang von 53.000 Personen (-0,1 %) sowie einem Rückgang im Jahresvergleich von 212.000 Personen (-0,5 %). Erstmals seit der COVID-Krise war im Dienstleistungssektor ein Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen (-27.000; -0,1 %). Während öffentliche Dienstleistungen, Bildung und Gesundheit 187.000 Arbeitsplätze (+1,5 %) hinzugewannen, verzeichneten Handel, Verkehr und Gastgewerbe ein Minus von 115.000 (-1,1 %). Die Industrie außerhalb des Dienstleistungssektors sank um 185.000 (-1,7 %), wobei das verarbeitende Gewerbe (ohne Baugewerbe) um 159.000 (-2,0 %) zurückging. Die Zahl der Arbeitnehmer sank um 154.000 auf 42,1 Millionen, die der Selbstständigen um 58.000 auf 3,6 Millionen. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen sank um 0,5 % auf 14,4 Milliarden Stunden. Diese Daten wurden vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.
IW senkt Konjunkturprognose für Deutschland für 2026 drastisch
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 laut einer dpa-Analyse drastisch auf 0,4 Prozent gesenkt, nach zuvor 0,9 Prozent im Dezember. IW-Ökonom Michael Grömling führt die Korrektur vor allem auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, steigende Energiepreise und Lieferengpässe zurück. Die Bundesregierung rechnet derweil mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Für 2026 prognostiziert das IW eine Inflationsrate von rund drei Prozent, sinkende Beschäftigtenzahlen sowie einen Rückgang bei Privatkonsum und Investitionen. Die Exporte dürften das vierte Jahr in Folge schrumpfen, was die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit unterstreicht. Nach Rückgängen 2023 und 2024 geht das IW für 2025 von einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent aus. Die Prognose ist stark von der Dauer des Konflikts abhängig.
IW-Studie: Fachkräftemangel in Deutschland könnte sich bis 2029 verdoppeln
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass der Mangel an Fachkräften in Deutschland bis zum Jahr 2029 auf rund 723.000 unbesetzte Stellen ansteigen und sich damit im Vergleich zu 2025 (ca. 370.000) fast verdoppeln könnte. Zu den am stärksten betroffenen Sektoren zählen der Einzelhandel, die Kinderbetreuung, die soziale Arbeit, das Gesundheitswesen sowie die Elektrotechnik. Als Hauptursachen nennt die Studie eine alternde Belegschaft, ein unzureichendes in- und ausländisches Arbeitskräfteangebot sowie eine mögliche wirtschaftliche Erholung, die den Bedarf weiter antreiben würde. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Belastung des deutschen Arbeitsmarktes und hat weitreichende Konsequenzen für Branchen, die auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen sind.
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