Beobachtetes Signal · 22. Juni 2026 · Policy Update · Quelle: Lebensmittelzeitung · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
HDE fordert faires Gebührenmodell für den digitalen Euro
Im Vorfeld einer Abstimmung im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments hat der Handelsverband Deutschland (HDE) Nachbesserungen am geplanten Kosten- und Gebührenmodell für den digitalen Euro gefordert. Der HDE warnt davor, dass eine unattraktive oder belastende Kostenstruktur die Akzeptanz des digitalen Euro im Handel gefährden und insbesondere kleinere Einzelhändler unverhältnismäßig stark belasten könnte. Dies würde nicht nur die flächendeckende Durchsetzung der neuen europäischen Zahlungsverkehrsinfrastruktur erschweren, sondern auch die Margen im stationären sowie digitalen Handel unter Druck setzen. Der entsprechende Fachartikel von Autor Marco Kitzmann wurde am 22. Juni 2026 in der Lebensmittelzeitung (DFV Mediengruppe) veröffentlicht und beleuchtet die wirtschaftlichen Implikationen für den europäischen Handelssektor.
Anpassungen am Gebührenmodell des digitalen Euro haben direkte Auswirkungen auf die Zahlungsverkehrskosten im Handel und steuern maßgeblich die Akzeptanz. Dies ist von hoher Relevanz für Retailer, Payment-Infrastrukturen und zukünftige Software-Integrationen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert ein faire Gebührenmodell für den geplanten digitalen Euro.
- Der HDE warnt, dass unfaire Gebührenstrukturen die Akzeptanz bei Händlern massiv gefährden könnten.
- Insbesondere kleinere Einzelhändler sehen sich dem Risiko einer unverhältnismäßigen finanziellen Belastung ausgesetzt.
- Die Forderung erfolgt zeitnah vor Beratungen und einer Abstimmung im EU-Parlamentsausschuss für Wirtschaft und Währung.
- Der Bericht wurde am 22.06.2026 von Marco Kitzmann in der Lebensmittelzeitung (DFV Mediengruppe) veröffentlicht.
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Handelsverband HDE lehnt gesetzliche Pflicht zur Kartenakzeptanz ab
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat einen politischen Vorstoß zur gesetzlichen Verpflichtung von Händlern zur Kartenakzeptanz scharf zurückgewiesen. Hintergrund sind Pläne des Bundesfinanzministeriums zur Förderung digitaler Bezahlmethoden. Der HDE argumentiert, dass Bargeld- und Kartenzahlungen im deutschen Einzelhandel bereits flächendeckend verfügbar seien; rund 99 Prozent der Transaktionen bieten beide Optionen. Eine gesetzliche Pflicht würde jedoch zu höheren Gebühren und mehr Bürokratie führen, insbesondere durch den Zwang zur Annahme teurer internationaler Kartensysteme. Stattdessen fordert der HDE die Erlaubnis, anfallende Karten- und Zahlungsgebühren an die Kundschaft weiterzugeben (Surcharging), sowie die Förderung kosteneffizienter digitaler Alternativen wie dem digitalen Euro. Diese regulatorische Position beeinflusst maßgeblich die hiesige Payment-Landschaft und betrifft direkt die Wachstumsstrategien von Payment Service Providern im Retail-Sektor.
HDE kritisiert geplante Kassenpflicht und fordert risikobasierte Regulierung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) übt deutliche Kritik an der geplanten Pflicht zur Nutzung elektronischer Kassensysteme für Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro. Zwar befürwortet der Verband Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung, hält die starre Umsatzgrenze jedoch für unverhältnismäßig. Stattdessen fordert der HDE eine Kopplung an den tatsächlichen Bargeldumsatz sowie gezielte, risikobasierte Kontrollen. Die Bundesregierung plant die Einführung der Registerpflicht zum 1. Januar 2028 im Rahmen ihrer Strategie zur Bekämpfung von Steuerkriminalität. Zudem spricht sich der HDE gegen die unveränderte Beibehaltung der allgemeinen Belegausgabepflicht (Bonpflicht) aus, da insbesondere kleine Händler durch anstehende Systemumstellungen und Compliance-Anforderungen mit erheblichen Investitionskosten und administrativem Mehraufwand belastet würden.
HDE warnt: Bundesregierung plant digitale Bonpflicht ab 2028
Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert die Pläne der Bundesregierung, den klassischen Papierbeleg ab Anfang 2028 durch einen verpflichtenden elektronischen Kassenbon zu ersetzen. Laut HDE widerspricht dieses Vorhaben dem im Koalitionsvertrag zugesagten Abbau der Bonpflicht und droht erhebliche Zusatzinvestitionen für Händler mit älteren oder einfachen POS-Systemen zu verursachen. Zudem bestehen ungelöste technische Fragen rund um die Weiterentwicklung der einheitlichen digitalen Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K Version 3.0). Der Verband rät Händlern daher, Neuanschaffungen bis zur finalen Fertigstellung und Implementierung des Standards durch die Kassenhersteller zu verschieben. Darüber hinaus fordert der HDE, den Einführungszeitplan an den neuen Standard anzupassen, offene EU-rechtliche Fragen bezüglich Papierbelegen bei Verbundsystemen – die derzeit vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden – zu klären und stattdessen auf gezielte Kontrollen statt neuer pauschaler bürokratischer Pflichten zu setzen.
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