Beobachtetes Signal · 1. Dez. 2025 · Partnership · Quelle: Adzine · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Grünes DOOH: Nachhaltige Werbung durch energieeffiziente Aussteuerung
Ein ADZINE-Interview mit Lukas Flöer beleuchtet energieeffizientes Digital Out-of-Home (DOOH) und betont, dass echter Fortschritt über reine CO2-Kompensation hinausgeht. Diskutiert wird ein dynamischer, datengetriebener Ansatz, der ökologische Faktoren in die klassische Mediaplanung integriert, um Emissionen bei stabiler Reichweite zu senken. Europäische ESG-Vorgaben und veränderte Konsumentenerwartungen treiben diesen Wandel. In der Praxis verschiebt sich die Planung von starren Buchungen hin zu optimierten Zeitpunkten und Standorten mit verfügbarer Grünstromversorgung; Energiebedingungen werden zum Add-on der Standard-KPIs. Eine Douglas-Kampagne dient als Praxisbeispiel: Geodaten, Energiemix und Screen-Parameter berechnen den Verbrauch pro Impression, wodurch emissionsärmere Inventare ausgewählt werden. Proprietäre Schnittstellen zu öffentlichen Energiemix-Daten bilden das Kern-IP, mit dem Ziel, Green DOOH als Industriestandard zu etablieren.
Demonstriert die praktische CO2-basierte Optimierung im DOOH anhand einer großen Marken-Kampagne und unterstreicht den Trend zu mehr Nachhaltigkeit in der programmatischen Planung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die DOOH-Kampagne von Douglas wurde in Echtzeit auf CO2-Werte optimiert und erreichte 91 g CO2 pro 1.000 Impressions gegenüber einem Benchmark von rund 350 g.
- Das Tracking erfasst zeitlich gestempelte Standorte via Geodaten und gleicht diese mit Energiemix-Daten ab, um die genutzte Energieform zu bestimmen.
- Bildschirmparameter wie Größe und Helligkeit fließen in die Berechnung des Verbrauchs pro Impression für das Optimierungsmodell ein.
- Die Optimierung arbeitet innerhalb definierter Media-KPIs, um CO2-ärmere Standorte oder Zeiten nur dann auszuwählen, wenn die Zielgruppe erreichbar ist.
- Energiemix-Daten stammen aus öffentlichen Quellen; unternehmenseigene APIs und ein proprietäres Modell bilden das technologische Fundament.
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DOOH maximiert Werbewirkung bei reduziertem Waste
Der Artikel verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit im Mediaeinkauf über die reine CO₂-Messung hinausgehen und den sozialen sowie reputativen Wert von Medien (Value Media) einbeziehen muss. Digital Out-of-Home (DOOH) erweist sich als exzellenter Hebel für ESG-konforme Media-Planung, da es einen vergleichsweise geringen CO₂-Fussabdruck über den gesamten Lebenszyklus aufweist und Massenpublikum jenseits von Filterblasen erreicht. Auf den Cannes Lions 2026 präsentierte Ad Net Zero die Version 1.3 des Global Media Sustainability Framework (GMSF), das von einer globalen Allianz aus WFA, führenden Agenturholdings, Google, Meta, Unilever und L’Oréal unterstützt wird. Ergänzend liefern Studien wie Public & Private Screens wertvolle Planungsdaten. Parallel entwickeln die IU Internationale Hochschule und der BVDW im Research Center for Sustainable Media & Marketing messbare Metriken für Value Media, um nachhaltige Budgets künftig noch präziser zu steuern.
Werbemarkt neu ausgerichtet: Nachhaltigkeit wird zur Öko-Effizienz
In einem Interview mit ADZINE betont Francois Roloff, dass Nachhaltigkeit in der Werbeindustrie zentral bleibt, sich der Fokus jedoch vom moralischen Klimadiskurs hin zu einer operativen, effizienzgetriebenen Agenda verschiebt. Ökonomische Druckfaktoren und geopolitische Entwicklungen priorisieren messbare Ergebnisse und den ROI. Roloff argumentiert, dass Öko-Effizienz – die Vereinbarkeit von ökonomischer und ökologischer Effizienz – als Gewinnparadigma dient: Digitale Medienoptimierung kann Emissionen senken, wie das Beispiel von Kleinanzeigen zeigt, das 2024 durch Medienoptimierung einen vierstelligen Tonnenbereich an CO2 einsparte. Regulatorische Treiber wie CSRD erhöhen die Berichtspflichten. Roloff warnt jedoch vor Grenzen der Optimierung; verbleibende Scope-3-Emissionen erfordern voraussichtlich Kompensationen bei steigenden CO2-Preisen (prognostiziert von aktuell rund 100 auf 400 bis 500 Euro pro Tonne), was erhebliche Kosten bedeuten kann. Für 2026 erwartet er operative Veränderungen mit integrierten Nachhaltigkeits-KPIs, einem Fokus auf Social- und Governance-Aspekte sowie verstärkter Aufmerksamkeit für Ad Fraud und Viewability.
Disapo nach Douglas-Verkauf insolvent, Investor gesucht
Die niederländische Online-Apotheke Disapo ist insolvent, die Verfahren wurden Mitte September 2026 für die Hauptgesellschaft disapo.de Apotheke B.V. und die China-Gesellschaft Disapo BA B.V. eröffnet. Der Betrieb wurde weitgehend eingestellt, deutsche Kunden können nicht mehr bestellen. Das 2004 gegründete Unternehmen wurde 2022 von Douglas übernommen, aber nach einem Strategiewechsel im August 2024 an MYA Health verkauft, was zu einem Verlust von 5,9 Millionen Euro für Douglas führte. Die Pläne von MYA Health, Disapo in ein digitales Gesundheitsangebot zu integrieren, scheiterten. Ein erneuter Verkauf an Interessenten aus Deutschland und China kam wegen fehlenden Kapitals nicht zustande. Verbindlichkeiten von rund 2,2 Millionen Euro sind aufgelaufen. Insolvenzverwalter Thomas Caron sucht nun Investoren für das 7.500 Quadratmeter große Logistikzentrum in Heerlen.
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