Beobachtetes Signal · 7. Okt. 2026 · Policy Update · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
HDE lehnt geplante Plastiksteuer scharf ab
Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt die von der Bundesregierung geplante Einführung einer nationalen Plastiksteuer entschieden ab. Gemeinsam mit weiteren Verbänden hat sich der HDE an das Bundeskanzleramt und mehrere Ministerien gewandt und gewarnt, dass eine solche Abgabe die ohnehin hohen finanziellen und regulatorischen Belastungen des Handels weiter verschärfen würde. Der HDE kritisiert das mögliche Gesetzgebungsverfahren, das über einen Änderungsantrag zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 laufen könnte, ohne ausreichende Beteiligung der Fachministerien. Der Verband sieht einen Widerspruch zu den Entlastungsversprechen der Regierung und dem Koalitionsvertrag. Unternehmen sind bereits mit zahlreichen Verpackungsvorgaben konfrontiert, etwa der EU-Verpackungsverordnung PPWR und dem Einwegkunststofffondsgesetz. Der HDE warnt vor höheren Verbraucherpreisen und Fehlanreizen zu weniger umweltfreundlichen Materialien und fordert eine Überprüfung bestehender Regeln. Dennoch zeigt er sich gesprächsbereit.
Diese Nachricht betrifft den Einzelhandel, der als Kanal für Retail Media und Shopper Marketing relevant ist. Eine Plastiksteuer könnte die Kosten für Händler erhöhen und sich auf Marketingbudgets und Preisstrategien auswirken, ist aber nicht direkt auf AdTech oder MarTech bezogen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der HDE lehnt die geplante nationale Plastiksteuer ab und hat sich an das Bundeskanzleramt und mehrere Ministerien gewandt.
- Die Steuer könnte über einen Änderungsantrag zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 eingeführt werden.
- Der HDE warnt vor höheren finanziellen und regulatorischen Belastungen für den Handel.
- Händler sind bereits mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR und dem Einwegkunststofffondsgesetz konfrontiert.
- Der HDE warnt vor Preissteigerungen und unerwünschten Materialausweichungen.
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Handelsverband HDE lehnt gesetzliche Pflicht zur Kartenakzeptanz ab
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat einen politischen Vorstoß zur gesetzlichen Verpflichtung von Händlern zur Kartenakzeptanz scharf zurückgewiesen. Hintergrund sind Pläne des Bundesfinanzministeriums zur Förderung digitaler Bezahlmethoden. Der HDE argumentiert, dass Bargeld- und Kartenzahlungen im deutschen Einzelhandel bereits flächendeckend verfügbar seien; rund 99 Prozent der Transaktionen bieten beide Optionen. Eine gesetzliche Pflicht würde jedoch zu höheren Gebühren und mehr Bürokratie führen, insbesondere durch den Zwang zur Annahme teurer internationaler Kartensysteme. Stattdessen fordert der HDE die Erlaubnis, anfallende Karten- und Zahlungsgebühren an die Kundschaft weiterzugeben (Surcharging), sowie die Förderung kosteneffizienter digitaler Alternativen wie dem digitalen Euro. Diese regulatorische Position beeinflusst maßgeblich die hiesige Payment-Landschaft und betrifft direkt die Wachstumsstrategien von Payment Service Providern im Retail-Sektor.
HDE fordert beschleunigte Reformen zur Entlastung des Einzelhandels
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Bundesregierung aufgefordert, vereinbarte Reformen zur Entlastung des Handels von steigenden Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten zügig umzusetzen. Vor einer Kabinettsklausur warnte HDE-Präsident Alexander von Preen, dass die schwache Verbraucherstimmung eine nachhaltige Branchenerholung verhindert, und forderte rasch wirksame Maßnahmen für Unternehmen und Haushalte. Der Verband verlangt insbesondere den Schutz von Minijobs – rund 800.000 Minijobber sind im Einzelhandel beschäftigt –, geringere Lohnnebenkosten, steuerliche Berücksichtigung für Einzelunternehmer sowie eine zügige Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen. Angesichts der anhaltenden Konsumzurückhaltung und stark belasteter Innenstädte drängt der HDE auf spürbare politische Impulse, um die Liquidität der Händler zu sichern und Investitionsspielräume zu wahren.
PPWR-Umsetzung: HDE fordert Übergangsfrist bis Anfang 2028
Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2028 für die Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Als Begründung führt der Verband an, dass entscheidende technische Spezifikationen und Leitlinien bislang fehlen, was zu erheblicher Rechtsunsicherheit bei Unternehmen und Behörden führt. Der HDE schlägt eine einheitliche, EU-weite Schonfrist vor. Innerhalb dieser Phase sollen Unternehmen, die nachweislich mit der Implementierung der neuen Vorgaben begonnen haben, vor Sanktionen wie Bußgeldern, Verkaufsverboten oder Produktrückrufen geschützt werden. Zudem plädiert der Verband für flexible Übergangsfristen bei künftigen Durchführungsbestimmungen auf nationaler und EU-Ebene. Ziel ist es, Planungssicherheit zu schaffen und Handelsunternehmen die erforderliche Zeit zu geben, Verpackungen, Prozesse sowie Supply-Chain-Strukturen effektiv an die harmonisierten europäischen Standards anzupassen.
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