Beobachtetes Signal · 6. Okt. 2026 · Policy Update · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
BDZV und MVFP bündeln Kräfte gegen Big Tech und KI
Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) haben eine verstärkte Zusammenarbeit unter der Initiative "Bündnis Zukunft Presse" angekündigt. Die beiden Verbände wollen die Verlagsinteressen gemeinsam gegenüber großen Digitalplattformen wie Google und Meta sowie KI-Unternehmen vertreten. Zu den Schwerpunkten gehören die Regulierung marktmächtiger Plattformen, Kartell- und Wettbewerbsrecht, der Schutz journalistischer Inhalte vor Nutzung durch KI-Systeme sowie die Stärkung des Leistungsschutzrechts. Die Kooperation soll den politischen Einfluss in Berlin und Brüssel erhöhen. Die Verbände bleiben eigenständig und planen keine Fusion. Die Ankündigung erfolgte auf einer BDZV-Jahrestagung in Berlin.
Die Zusammenarbeit zweier großer deutscher Verlegerverbände signalisiert eine gebündelte Forderung nach strengerer Regulierung von Tech- und KI-Plattformen, was Auswirkungen auf die digitale Werbe- und Content-Verteilung in Deutschland und Europa haben könnte.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- BDZV und MVFP kündigten eine verstärkte Zusammenarbeit unter der Initiative 'Bündnis Zukunft Presse' an.
- Die Initiative konzentriert sich auf gemeinsame Lobbyarbeit gegen Google, Meta und KI-Plattformen.
- Zu den Schwerpunkten gehören Plattformregulierung, Wettbewerbsrecht, Schutz journalistischer Inhalte vor KI und Leistungsschutzrecht.
- Die Verbände bleiben eigenständig und planen keine Fusion.
- Die Ankündigung erfolgte auf einer BDZV-Jahrestagung in Berlin.
Ontologie & Marktkonzepte
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MVFP-Vorsitzender Rose fordert Allianz unabhängiger Verlegerverbände
Der Medienverband der freien Presse (MVFP) hat in Berlin einstimmig einen neuen, siebenköpfigen Vorstand für eine vierjährige Amtszeit gewählt. Zum neuen MVFP-Vorsitzenden wurde Lars Joachim Rose ernannt, während zwei der sieben Vorstandspositionen neu besetzt wurden. Die Wahl erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über die Zukunft des unabhängigen Journalismus und der Branchenvertretung. In seiner Antrittsrede plädierte Rose für einen zügigen Schulterschluss aller unabhängigen Verlegerverbände sowie für eine engere Zusammenarbeit zwischen privaten Medienhäusern und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der scheidende Amtsinhaber Philipp Welte übte unterdessen scharfe Kritik an der Politik und forderte sofortige Unterstützungsmaßnahmen für die freie Presse. Die personelle Konsolidierung fällt in eine Phase großer Branchenbesorgnis hinsichtlich der wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen für Medienunternehmen und Verlage in Deutschland.
BDZV-Geschäftsführer schockiert über politische Ignoranz gegenüber der Presse
In einem Interview mit turi2 zeigt sich Jörg Eggers, Geschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), tief bestürzt über die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber den Herausforderungen der Presse. Er kritisiert fehlende faire Rahmenbedingungen, hohe Steuern auf Zeitungen und die Marktmacht von Tech-Monopolen. Als Gegenreaktion kündigt Eggers strategische Allianzen an, darunter das neue „Bündnis Zukunft Presse“ in Zusammenarbeit mit öffentlich-rechtlichen Sendern und dem Medienverband der freien Presse (MVFP), um gemeinsam für Medienfreiheit und fairen Wettbewerb einzutreten. Zudem thematisiert er die enormen logistischen Herausforderungen beim physischen Zeitungsvertrieb sowie die dringende Notwendigkeit politischer Interventionen, um die Zukunft des unabhängigen Journalismus zu sichern. Weitere Initiativen umfassen Gespräche über Verbandsrückkehrer wie die Funke Mediengruppe und Forderungen nach einem Gipfel der Medienpolitik.
Medienvielfalt in Deutschland durch Plattformen und KI gefährdet
Der achte Medienkonzentrationsbericht der KEK mit dem Titel ‚Social Media, KI & Co. – Neue Gefährdungslagen für die Meinungsvielfalt‘ warnt, dass traditionelle Medienmärkte zwar weitgehend stabil sind, digitale Plattformen jedoch zunehmend den Einfluss auf den öffentlichen Diskurs monopolisieren. Während die TV-Zuschaueranteile von der RTL Group (~22 %) und ProSiebenSat.1 (~14 %) sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und den Dritten Programmen (>50 %) dominiert werden, verzeichnet der Printmarkt sinkende Auflagen und Werbeumsätze. Die KEK betont die wachsende Macht von Medienintermediären wie Google, Meta und TikTok, die über riesige Nutzerdaten und algorithmische Distribution verfügen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Rolle von KI bei der Informationsverbreitung, insbesondere beim Zugriff auf Trainingsdaten, der traditionellen Medien oft verwehrt bleibt. Die KEK fordert eine fundamentale Reform des Medienkonzentrationsrechts, verweist auf den European Media Freedom Act der EU und fordert stärkere nationale Befugnisse zur Eindämmung der Plattformdominanz.
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