Beobachtetes Signal · 3. Nov. 2026 · Opinion · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Doku-Produzenten fordern faire Finanzierung und schnellere Prozesse
In einem Gastbeitrag für DWDL.de argumentiert Marcus Uhl, Geschäftsführer der Bilderfest GmbH und Vorstandsmitglied der Produktionsallianz, dass das Mantra 'fewer, bigger, better' ohne angemessene Finanzierung und Unterstützung für Produktionsunternehmen nicht funktioniert. Er hebt hervor, dass Entwicklungskosten weitgehend ungedeckt sind (88% werden nicht von Auftraggebern finanziert), Pitch-Honorare unzureichend sind und späte Zahlungen die Liquidität belasten. Er fordert faire Pitch-Honorare, besser ausgestattete Entwicklungsverträge, schnellere Entscheidungen, realistische Kalkulationen (z.B. deckt der Producer-Zuschlag nur 40% der tatsächlichen Kosten) und ein investitionsorientiertes Filmfördersystem. Er betont auch die Notwendigkeit für Produzenten, wirtschaftliches Denken zu übernehmen und zu diversifizieren, und verweist auf Bilderstests Expansion in digitale Inhalte, Fiktion und internationale Koproduktionen.
Der Artikel ist ein Meinungsbeitrag eines deutschen Doku-Produzenten über Branchenherausforderungen (Finanzierung, Entwicklungskosten, Prozesse). Er beleuchtet zwar erhebliche Probleme des deutschen Produktionssektors, kündigt aber kein konkretes Unternehmensereignis, keine Produkteinführung oder große Plattformänderung an. Die Relevanz für AdTech/MarTech ist begrenzt, betrifft aber das breitere Medien-Ökosystem und die Produktionsökonomie.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Marcus Uhl, Geschäftsführer der Bilderfest GmbH, fordert bessere Finanzierung und Prozesse für Doku-Produktionen.
- Laut Herbstumfrage 2025 der Produktionsallianz werden 88% der Entwicklungskosten nicht von Auftraggebern finanziert.
- Durchschnittliche Pitch-Kosten von 14.000 Euro stehen einer Vergütung von nur 2.000 Euro gegenüber.
- Der anerkannte Producer-Zuschlag von ARD und ZDF deckt nur rund 40% der tatsächlichen Producer-Kosten.
- Bilderfest erweitert sein Geschäft um Digital-Content, Fiction und internationale Koproduktionen.
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1 verknüpfte Unternehmen“Die fünfteilige Reihe 'Empires of Fashion' entsteht in Kooperation mit Getty Images.”
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Constantin-Geschäftsführerin fordert bessere Fehlerkultur in der TV-Branche
Laura Machutta, Geschäftsführerin der Constantin Film Produktion GmbH und stellvertretende Vorsitzende der Sektion Fernsehen der Produktionsallianz, hat einen Gastbeitrag verfasst, in dem sie ihre Wünsche für die deutsche Fernsehbranche formuliert. Sie fordert eine faire und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Filmschaffenden, Produktionsfirmen und Sendern sowie einen transparenten Dialog über Budgets. Machutta kritisiert die aktuelle Förderpolitik, die internationale Auftragsproduktionen bevorzugt und Deutschland als Produktionsstandort schwächt, was deutsche Produzenten zwinge, ins Ausland auszuweichen. Als positives Beispiel nennt sie die Zusammenarbeit mit dem ZDF beim historischen Film 'Zeit der Wunder'. Zudem plädiert sie für eine bessere Fehlerkultur, wobei sie auf den internen 'Code of Conduct' und Workshops bei Constantin als Vorbild verweist.
PROG fordert vom ZDF mehr Transparenz bei der Auftragsvergabe
Der Produzentenverband PROG Producers of Germany hat den öffentlich-rechtlichen Sender ZDF öffentlich zu mehr Transparenz bei der Vergabe von Aufträgen aufgefordert. Im Fokus stehen dabei insbesondere Aufträge an eigene Tochtergesellschaften. PROG äußerte Besorgnis über eine vermeintliche Verschiebung von Produktionen zulasten unabhängiger Produzenten, vor allem im Bereich der fiktionalen Programme. Der Verband fordert die Veröffentlichung detaillierter, nach Format und Genre aufgeschlüsselter Daten, um die Einhaltung der selbst auferlegten Regel zu überprüfen, wonach weniger als ein Drittel der Aufträge an verbundene Unternehmen vergeben werden darf. Das ZDF entgegnete, man befinde sich in einem partnerschaftlichen Dialog mit den Produzenten und arbeite an mehr Transparenz. Als Fortschritt verwies der Sender auf kürzlich entwickelte Zeitpläne für Fiktion- und Dokumentarfilmprozesse. Der Streit verdeutlicht anhaltende Spannungen in der deutschen Medienlandschaft bezüglich des Machtverhältnisses zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern und unabhängigen Produktionsfirmen.
Oliver Berben fordert politische Entschlossenheit für deutsches Kino
Oliver Berben, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film, verfasste einen Gastbeitrag für die Reihe "25 Wünsche" von DWDL.de und hebt die starken Kinobesuche im ersten Halbjahr 2026 hervor: 47,5 Millionen verkaufte Tickets und 502,2 Millionen Euro Umsatz, das beste Ergebnis seit der Vor-Pandemie-Zeit. Deutsche Produktionen verkauften 12,2 Millionen Tickets, ein Plus von 61 Prozent im Jahresvergleich, und erreichten einen Marktanteil von 26,5 Prozent, der höchste seit zehn Jahren. Er verweist auch auf den Erfolg von "Resident Evil", das am Startwochenende weltweit 108,3 Millionen Dollar einspielte. Berben fordert politische Entschlossenheit, einschließlich einer gesetzlichen Investitionsverpflichtung, um die deutsche Filmbranche zu stärken, und warnt vor steigenden Kosten und schwindenden Margen. Er plädiert für verlässliche Rahmenbedingungen, um Kreativität und wirtschaftliche Stabilität zu fördern, mit dem Ziel eines deutschen Marktanteils von 30 Prozent.
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