Beobachtetes Signal · 21. Aug. 2026 · Interview · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Frank Gotthardt: Trotz Millionenverlusten keine Kurskorrektur bei Nius
Der deutsche Unternehmer Frank Gotthardt, Hauptfinanzier des umstrittenen Portals Nius, äußert sich in einem Profil der Wochenzeitung 'Die Zeit' zur Zukunft des Mediums. Zwar zeigt sich Gotthardt unzufrieden mit der wirtschaftlichen Performance – laut Bericht belaufen sich seine bisherigen Investitionen auf rund 40 Millionen Euro bei laufenden monatlichen Zuschüssen von gut einer Million Euro –, bekräftigt jedoch seine langfristige Finanzierungszusage. Gotthardt sieht sein Engagement primär als politischen und publizistischen Auftrag: Nius müsse laut und polarisierend bleiben, um als Gegenpol zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk Reichweite zu generieren. Vorwürfe systematischer Falschberichterstattung weist der Investor zurück und räumt lediglich vereinzelte redaktionelle Fehler ein. Das Projekt, das Gotthardt gemeinsam mit dem ehemaligen 'Bild'-Chefredakteur Julian Reichelt betreibt, bleibt somit trotz hoher Burn-Rate und fehlender Profitabilität personell und strategisch auf aggressive Expansion ausgerichtet.
Die private Querfinanzierung politisierter Digital-Publisher beeinflusst die Dynamik im deutschen Medienmarkt, markiert jedoch keine strukturelle Veränderung für AdTech-Plattformen oder programmatische Monetarisierungsstandards.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Frank Gotthardt finanziert das digitale Medienportal Nius als primärer Geldgeber.
- Laut 'Die Zeit' belaufen sich Gotthardts Gesamtinvestitionen auf rund 40 Mio. Euro bei monatlichen Verlusten von über 1 Mio. Euro.
- Nius wurde vor rund vier Jahren in Zusammenarbeit mit Ex-'Bild'-Chef Julian Reichelt ins Leben gerufen.
- Trotz mangelnder Rentabilität hält Gotthardt an der Fortführung und Finanzierung des Portals fest.
- Gotthardt weist Vorwürfe gezielter Falschinformationen zurück und spricht von vereinzelten handwerklichen Fehlern.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte Unternehmen“Nun hat sich der Nius-Geldgeber von einem Journalisten der Zeit mehrere Tage begleiten lassen.”
“Das Nachrichtenportal, das er vor rund vier Jahren zusammen mit dem ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gründete.”
Ontologie & Marktkonzepte
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Nius-Portal verliert 40 Millionen Euro, weit von Gewinnzone entfernt
Das rechtsbürgerliche Nachrichtenportal Nius, finanziert vom Unternehmer Frank Gotthardt und geleitet vom früheren Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, ist weit von der Gewinnzone entfernt. In einem Interview mit der Zeit räumte Gotthardt Verluste von rund 40 Millionen Euro seit der Gründung 2023 ein, davon 16 Millionen Euro allein im Jahr 2024. Das Portal hat Schwierigkeiten, zahlende Abonnenten und Werbekunden zu gewinnen. Laut Meedia-Ranking schaffte es Nius nie in die Top 100 der reichweitenstärksten deutschen Websites und pendelt um Platz 150. Trotz erheblicher Investitionen bleibt die wirtschaftliche Bilanz miserabel. Der Artikel, eine Kolumne von Markus Wiegand, kritisiert Nius dafür, der Regierung Inkompetenz vorzuwerfen, während es das eigene Geschäftsmodell nicht refinanzieren kann.
Mark Dittli offenbar Favorit für NZZ-Chefredaktion
Laut einem Bericht von Kurt W. Zimmermann in der Weltwoche gilt Mark Dittli als klarer Favorit für die Nachfolge von Eric Gujer als Chefredaktor der NZZ. Der Verwaltungsrat soll im November über die Neubesetzung entscheiden. Gujer, der die Zeitung elf Jahre lang geleitet hat, gibt die Leitung Ende Januar 2027 ab. Dittli ist Mitgründer, Geschäftsführer und Redaktor der Finanzplattform The Market, die seit 2023 zur NZZ-Gruppe gehört. Zuvor leitete er interimistisch das Online-Magazin Republik und war sechs Jahre Chefredaktor von Finanz und Wirtschaft. Weitere Kandidaten sind laut Zimmermann NZZ-Auslandchef Benedict Neff und Daniel Fritzsche, Leiter des Zürich-Ressorts.
ProSiebenSat.1-CEO Giordani kündigt strategische Neuausrichtung für Nachrichteninhalte an
ProSiebenSat.1-CEO Marco Giordani hat in einer Vorschau auf einen TV-Auftritt erklärt, dass die Berichterstattung künftig stärker interpretativ, mit mehr Kontext und Kommentar gestaltet werden sollte. Als Grund nannte er den zunehmenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Nachrichteninhalte. Die Äußerung löste heftige Diskussionen aus, da sie im Widerspruch zur bisher explizit neutralen Positionierung der Nachrichtebrand Newstime zu stehen schien. Das Unternehmen stellte daraufhin klar, dass vorerst keine Änderungen geplant seien und die redaktionelle Verantwortung bei Chefredakteur Sven Pietsch liege. Zudem verteidigte Giordani die Übernahme durch MediaForEurope (MFE) als europäische Antwort auf globale Plattformen. Dabei betonte er, dass die Konzentration vor allem in den Bereichen Technologie, Daten und Advertising erfolgen soll, während lokale Inhalte und die redaktionelle Unabhängigkeit unangetastet bleiben. Der Bericht erschien am 23. Juni 2026 bei MEEDIA.
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