Beobachtetes Signal · 28. Juli 2026 · Regulation · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Favbet-Sponsoring: Fernsehübertragungen umgehen Schweizer Glücksspielwerbeverbot
Beim Champions-League-Spiel von Dinamo Zagreb in der Schweiz trug das Team keine Favbet-Trikots, da Schweizer Recht Werbung für nicht im Land zugelassene Glücksspielanbieter untersagt. Nur eine Woche später lief dieselbe Mannschaft in Kroatien mit dem Favbet-Logo auf, wo der Wettanbieter lizenziert ist. Da Schweizer Sender wie SRF und Blue Sport die kroatische Partie übertragen, war die Werbung für das hiesige Publikum dennoch sichtbar. Patrik Eichenberger, Vizedirektor der Glücksspielaufsicht Gespa, begründet diese Diskrepanz mit dem Herkunftslandprinzip, das die passive Weitersendung ausländischer Inhalte erlaubt. Präventionsexperten von Sucht Schweiz kritisieren diesen unvollständigen Schutz als problematisch. Favbet steht nicht auf der Gespa-Sperrliste, da sich Schweizer Nutzer ohne kroatische Identifikationsnummer ohnehin nicht registrieren können.
Das Szenario verdeutlicht eine regulatorische Lücke durch das Herkunftslandprinzip bei der Sponsoring-Sichtbarkeit im Fernsehen und im Jugendschutz, was für Broadcaster, Advertiser und Compliance-Teams von großer Relevanz ist.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der Sponsoringvertrag zwischen Dinamo Zagreb und Favbet besteht seit Juli 2024.
- Das Schweizer Geldspielgesetz verbietet Werbung für im Land nicht zugelassene Glücksspiele wie Sportwetten von Favbet.
- Dinamo Zagreb spielte in der Schweiz in neutralen Trikots, trat in Kroatien jedoch mit Favbet-Werbung an; Schweizer Sender wie SRF und Blue Sport übertrugen das Spiel inklusive Werbung.
- Gespa-Vizedirektor Patrik Eichenberger verweist auf das Herkunftslandprinzip, welches die passive Weitersendung ausländischer Inhalte durch Sender erlaubt.
- Sucht Schweiz kritisiert die unterschiedliche Schutzwirkung und sieht ausländische Glücksspielwerbung im TV kritisch; Favbet fehlt auf der Sperrliste, weil eine Registrierung für Schweizer Nutzer an einer kroatischen ID scheitert.
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Schweizer Nationalrat stimmt für Verbot von Klub-Sponsoring durch Krankenkassen
Der Schweizer Nationalrat hat am 29. April 2026 eine Motion angenommen, die das finanzielle Sponsoring grosser Sportclubs durch Krankenversicherer untersagen soll. Die von Lorenzo Quadri (Lega/TI) eingebrachte Initiative zielt auf eine Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung ab. Künftig sollen Sponsoringaktivitäten auf kleine, lokale Initiativen und bewegungsfördernde Massnahmen beschränkt werden. Das Geschäft, das mit 117 zu 71 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen wurde, geht nun an den Ständerat. Der Bundesrat lehnt den Vorstoß ab und argumentiert, dass Sponsoringgelder zu den Verwaltungskosten zählen und die Umsetzung Fragen aufwirft. Als Beispiel für bestehendes Engagement wird im Artikel die Partnerschaft zwischen KPT und dem Fussballclub YB genannt, die von den geplanten Einschränkungen betroffen wäre.
Ringier Advertising Adds DAZN to Swiss CTV Inventory
Ringier Advertising will from June 16, 2026 commercially represent DAZN advertising inventory in Switzerland, giving advertisers programmatic access to DAZN’s premium live-sports content across Connected TV (CTV). DAZN, available in over 200 countries, transmits around 86,000 live sport events per year and reports that roughly 80% of its watch time comes from CTV devices. The partnership is positioned to combine high-attention live sport programming with programmatic targeting to create new premium inventory for advertisers. DAZN’s Swiss offering includes Serie A, Bundesliga, Ligue 1, LaLiga (from 2026/27), NFL, handball, darts, golf and combat sports, and DAZN has introduced a free tier with selected live events, highlights and documentaries. Ringier Advertising already markets its own brands (Blick, Blue News) alongside external portals and will add DAZN inventory to its portfolio.
Wenn Sponsoring zum Politikum wird: Das Beispiel Visana und FC Thun
Eine parlamentarische Debatte in der Schweiz wirft die Frage auf, ob Krankenversicherer ihre Sponsoringaktivitäten einschränken oder überdenken sollten. Auslöser ist das verstärkte Engagement der Visana beim FC Thun, das heftige öffentliche Kritik hervorgerufen hat. Kritiker bringen steigende Krankenkassenprämien direkt mit grossen Sportsponsorings in Verbindung, während Befürworter auf die Wirtschaftsfreiheit, regionale Verbundenheit und den Markenaufbau verweisen. Als Fallstudie dient die Visana-Aktivität: Das Unternehmen erwarb die Stockhorn Arena, erliess dem Verein die Miete und sicherte bis 2036 jährlich 300.000 Franken für die Nachwuchs- und Frauenförderung zu. Der Beitrag zeigt, dass modernes Sponsoring längst nicht mehr nur an der Reichweite gemessen wird, sondern an seiner wahrgenommenen Legitimität und Passung zum Unternehmenszweck. Kommunikations- und Marketingteams müssen den gesellschaftlichen Nutzen daher proaktiv erklären. Die Debatte verdeutlicht breitere Reputationsrisiken und den steigenden Einfluss von Politik, Stakeholdern und Social Media auf Unternehmensengagements.
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