Beobachtetes Signal · 8. Juni 2026 · Industry Conference · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Europäischer Film und TV als strategische Wirtschaftsassets positioniert
Auf der Premiere von Story Vision Europe in Köln betonten Branchenführer und Produzenten, dass europäischer Film und Fernsehen nicht nur Kulturgüter, sondern strategische Wirtschaftsassets sind, die grenzüberschreitende Kooperationen erfordern. Die von der Film- und Medienstiftung NRW, der Produktionsallianz und dem Film- und Medienverband NRW organisierte Veranstaltung beleuchtete in Keynotes und Panels Koproduktionen, komplexe Finanzierungsstrukturen, steigende Produktionskosten sowie geplante Investitionsverpflichtungen für Streamer. Zudem wurden notwendige Reformen bei steuerlichen Anreizen (Tax Incentives) zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Künstlicher Intelligenz: Während ihr Potenzial zur Effizienzsteigerung gewürdigt wurde, forderten die Teilnehmer Transparenz, Fairness und den Schutz kreativer Rechte im Rahmen der europäischen Digital- und Technologie-Souveränität.
Die branchenübergreifende Debatte über europäische Produktionsfinanzierung, Streamer-Investitionsverpflichtungen und KI-Governance beeinflusst maßgeblich die zukünftige Content-Supply-Chain, die Wettbewerbsfähigkeit und regulatorische Rahmenbedingungen für Film und TV in Europa.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Premiere von Story Vision Europe in der Kölner Wolkenburg, organisiert von Film- und Medienstiftung NRW, Produktionsallianz und Film- und Medienverband NRW.
- Hochrangige Speaker und Panelteilnehmer waren unter anderem Walid Nakschbandi, Michelle Müntefering, Inga Leschek (RTL Deutschland), Ingmar Cario (WDR), Katrine Vogelsang (Nordisk Film), Alix Lebrat (Studiocanal) und Georgette Schlick (Fremantle).
- Forderungen nach verbesserter internationaler Zusammenarbeit, neuen Finanzierungsmodellen, Investitionsverpflichtungen für Streaming-Dienste und einem wettbewerbsfähigen Tax-Incentive-Modell.
- Diskussion über Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität: Effizienzgewinne durch KI müssen zwingend mit Transparenz, Fairness und dem Schutz urheberrechtlicher Werke einhergehen.
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Medientage Mitteldeutschland: Branchenkonsens zu Regulierung und Filmförderung
Auf den Medientage Mitteldeutschland in Leipzig diskutierten Branchenführer und Politiker über die Wettbewerbsposition der deutschen Film- und TV-Produktion, Plattformregulierung und öffentlich-rechtliche Privilegien. Die Teilnehmer waren sich über die Notwendigkeit einer entschlossenen, europaweiten Plattformregulierung einig und erörterten Maßnahmen wie digitale Abgaben sowie eine Aufstockung der Filmförderung. Im Fokus stand zudem die unbedingte Freigabe der RTL-Übernahme von Sky Deutschland durch die EU-Kommission. Zur Stärkung der Produktion wurden eine Erhöhung der Filmförderung auf 250 Millionen Euro, eine angehobene Förderquote von 30 % sowie künftige Investitionsverpflichtungen für Streaming-Plattformen hervorgehoben. Zu den Sprechern zählten Spitzenvertreter öffentlich-rechtlicher Sender, der Medienwirtschaft sowie von Netflix, wobei die Debatte auf eine regulatorische Balance zum Schutz kreativer Prozesse und zur Stärkung europäischer Medienkonkurrenten abzielte.
Story Vision Europe: Neues Branchenforum startet zur Seriencamp-Woche
DWDL berichtet, dass das neue Branchenforum „Story Vision Europe“ am Montag, den 8. Juni 2026, die Seriencamp- bzw. Plot-Next-Woche in Köln eröffnet. Das von Institutionen wie der Film- und Medienstiftung NRW und dem Film- und Medienverband NRW organisierte eintägige Programm in der Wolkenburg zielt auf strategischen Austausch und europäische Vernetzung entlang der gesamten audiovisuellen Wertschöpfungskette ab. Zu den Rednern gehören Führungspersönlichkeiten von Sendern, Studios, Festivals und aus der Politik. Inhaltlich geht es um die Sichtbarkeit europäischer Stoffe, Entwicklung, Finanzierung, Distribution, den Einfluss neuer Plattformen und veränderter Sehgewohnheiten sowie Europas Rolle gegenüber globalen Playern. Die Teilnahme ist kostenfrei, erfordert aufgrund begrenzter Kapazitäten jedoch eine vorherige Registrierung.
Gaumont-CEO fordert von Streamern stärkere Investitionen in europäische Inhalte
Auf der Konferenz Story Vision Europe in Köln forderte Sidonie Dumas, CEO von Gaumont, dass internationale Streaming-Plattformen, die von europäischen kreativen Werken profitieren, massiv in die lokale Produktion investieren müssen. Sie verwies auf das französische Regulierungssystem, das Streamer zur Finanzierung von Lokalcontent verpflichtet, und führte dies als Stärkung des französischen Filmmarktes an. Zudem warnte Dumas vor zu tiefgehenden Partnerschaften zwischen klassischen Sendern und globalen Plattformen wie im Fall von TF1 und Netflix, da diese langfristige Risiken bergen könnten. Europa habe zudem zu langsam auf eine pan-europäische Streaming-Lösung reagiert. Dumas stützte ihre Aussagen auf die traditionsreiche Historie von Gaumont seit 1895, den Ausbau der Präsenz in Los Angeles sowie internationale Serien-Erfolge wie Narcos, Lupin und die jüngste Netflix-Premiere der Gaumont-Produktion Unfamiliar.
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