Beobachtetes Signal · 9. Feb. 2026 · Regulation · Quelle: VideoWeek · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Negativ
EU: TikToks süssmachendes Design verstösst gegen den Digital Services Act
Die Europäische Kommission hat in einer vorläufigen Einschätzung festgestellt, dass TikToks Kurzvideoplattform gegen Bestimmungen des EU-Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act) zum süssmachenden Design verstösst. Nach einer im Jahr 2024 eingeleiteten Untersuchung bemängelte die Behörde Funktionen wie Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und ein hochgradig personalisiertes Empfehlungssystem als potenziell schädlich, insbesondere für Minderjährige. TikTok habe es versäumt, Risiken adäquat zu mindern, was sich in häufigen App-Öffnungen und nächtlicher Nutzung zeige. Die Kommission empfiehlt Massnahmen wie das schrittweise Abschalten des Infinite Scroll, Pausenerinnerungen und Anpassungen des Empfehlungsalgorithmus. TikTok bestreitet die Vorwürfe. Bestätigt sich das Urteil, drohen Geldstrafen von bis zu 6 Prozent des globalen Jahresumsatzes.
Die Durchsetzung des Digital Services Act gegen eine grosse Social-Media-Plattform aufgrund von Empfehlungsalgorithmen und Engagement-Design schafft einen wegweisenden regulatorischen Präzedenzfall mit potenziellen operativen und monetären Auswirkungen für den gesamten Markt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Europäische Kommission hat eine vorläufige Entscheidung erlassen, wonach TikToks Design gegen den Digital Services Act verstösst.
- Die Untersuchung begann 2024 und umfasste Dokumentenanalysen, Informationsanfragen, Experteninterviews sowie die Prüfung wissenschaftlicher Studien.
- Als problematisch eingestufte Funktionen umfassen Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und ein hochgradig personalisiertes Empfehlungssystem.
- Die Kommission empfiehlt Massnahmen wie die schrittweise Deaktivierung des Infinite Scroll, Bildschirmzeit-Pausen und die Anpassung des Empfehlungsalgorithmus.
- Bei einer Bestätigung der Vorwürfe kann die Kommission Geldstrafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.
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EU deems TikTok design unlawful under DSA
The European Commission issued a preliminary finding that TikTok's app design—endless scrolling, autoplay, and reward-driven engagement loops—may breach the Digital Services Act (DSA). The assessment is not final; TikTok can respond and appeal as regulators consult with the European Board for Digital Services. If confirmed, the ruling could force changes to reduce addiction-like features and bolster safeguards for minors, potentially leading to penalties of up to 6% of global annual turnover. The Commission notes that risk signals such as late-night usage by minors and frequent app openings were not adequately addressed in the risk assessment. Industry-wide implications are in play, as the case could establish a precedent for platform design across the EU. The World Advertising Research Centre estimates TikTok's revenue around $35 billion this year, underscoring the potential impact of enforcement. TikTok denies the findings and says it will contest the assessment.
EU geht gegen süsslich-suchterzeugendes Produktdesign von TikTok und Instagram vor
Die Europäische Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen plant ein hartes Vorgehen gegen suchterzeugende Designtools auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook, die gezielt Minderjährige ansprechen. Im Fokus stehen Funktionen wie Endlos-Scrolling, Autoplay und Push-Benachrichtigungen. Die EU kündigte Regulierungen an, wobei ein erster Gesetzesentwurf nach Einschätzung von Experten bereits im Sommer vorliegen könnte, abhängig von der Stellungnahme eines Sondergremiums für Online-Kindersicherheit. Zudem hat die Kommission eine Altersverifikations-App entwickelt, die sich in nationale digitale Wallets integrieren lässt. Dieser Schritt reiht sich in verstärkte globale regulatorische Bemühungen ein, den Schutz von Minderjährigen im Internet massiv zu erhöhen und die Praktiken grosser Walled Gardens strenger zu kontrollieren.
EU-Kommission: Instagram und Facebook bergen erhebliche Suchtrisiken für Minderjährige
Nach zweijähriger Untersuchung hat die Europäische Kommission vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, wonach Instagram und Facebook erhebliche Suchtrisiken für Kinder und Jugendliche bergen. Als zentrale Risikofaktoren identifiziert der Bericht hochgradig personalisierte Empfehlungen, Autoplay-Videos, Infinite Scrolling und permanente Push-Benachrichtigungen. Zudem werden Metas Alters- und Zeitmanagement-Tools als unzureichend kritisiert, da sie leicht umgangen werden können und technisches Vorwissen der Eltern erfordern. Die Kommission hat ein formelles Durchsetzungsverfahren eingeleitet, das Geldbußen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes – potenziell über 12 Milliarden Euro – sowie verbindliche Produktanpassungen nach sich ziehen könnte. Ähnliche Feststellungen wurden bereits für TikTok getroffen. Während Meta den Ausbau KI-gestützter Altersverifikationen ankündigt, signalisiert das vorläufige Prüfungsergebnis den Beginn weitreichender regulatorischer Eingriffe der EU in das Plattformdesign.
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