Beobachtetes Signal · 4. Nov. 2026 · Policy Update · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
EU-Entbürokratisierung: HDE fordert echte Nettoentlastung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat auf das Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2027 reagiert und begrüßt die geplanten Vereinfachungen sowie die Rücknahme der Green-Claims-Richtlinie und der Zahlungsverzugsverordnung. Gleichzeitig unterstützt der Verband Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zur Vertiefung des Binnenmarkts und zum Bürokratieabbau, warnt jedoch davor, dass neue Vorschriften diese Entlastungen wieder aufzehren könnten. Der HDE fordert, den tatsächlichen Rückgang des Verwaltungsaufwands zu messen und neue regulatorische Anforderungen in die Bewertung einzubeziehen. Er begrüßt die Omnibus-Pakete, die Überprüfung des Digitalrechts und Maßnahmen gegen territoriale Lieferbeschränkungen und Gold-Plating. Allerdings sieht er Risiken durch den Digital Fairness Act, den Quality Jobs Act und eine mögliche Überarbeitung der UTP-Richtlinie. Zudem plädiert der HDE für eine Harmonisierung der EU-Batterieverordnung mit der Lieferkettenrichtlinie CSDDD, um widersprüchliche Anforderungen zu vermeiden. Für den Verband ist der Erfolg der Entbürokratisierung von der praktischen Umsetzung und einer spürbaren Nettoentlastung abhängig.
EU-Regulierungsänderungen betreffen den Einzelhandel, aber nicht direkt AdTech; relevant für E-Commerce und grenzüberschreitenden Handel.
Marktsignale im Bereich Regulation in Echtzeit verfolgen
Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren Polaris7-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.
Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die EU-Kommission hat am 4. November 2026 ihr Arbeitsprogramm für 2027 veröffentlicht.
- Der HDE begrüßt die Rücknahme der Green-Claims-Richtlinie und der Zahlungsverzugsverordnung.
- Der HDE fordert, den tatsächlichen Rückgang des Verwaltungsaufwands unter Berücksichtigung neuer Regularien zu messen.
- Der HDE warnt vor neuen Belastungen durch den Digital Fairness Act, den Quality Jobs Act und die UTP-Richtlinien-Überarbeitung.
- Der HDE fordert eine Harmonisierung der EU-Batterieverordnung mit der Lieferkettenrichtlinie CSDDD.
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
HDE fordert beschleunigte Reformen zur Entlastung des Einzelhandels
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Bundesregierung aufgefordert, vereinbarte Reformen zur Entlastung des Handels von steigenden Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten zügig umzusetzen. Vor einer Kabinettsklausur warnte HDE-Präsident Alexander von Preen, dass die schwache Verbraucherstimmung eine nachhaltige Branchenerholung verhindert, und forderte rasch wirksame Maßnahmen für Unternehmen und Haushalte. Der Verband verlangt insbesondere den Schutz von Minijobs – rund 800.000 Minijobber sind im Einzelhandel beschäftigt –, geringere Lohnnebenkosten, steuerliche Berücksichtigung für Einzelunternehmer sowie eine zügige Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen. Angesichts der anhaltenden Konsumzurückhaltung und stark belasteter Innenstädte drängt der HDE auf spürbare politische Impulse, um die Liquidität der Händler zu sichern und Investitionsspielräume zu wahren.
HDE fordert faires Gebührenmodell für den digitalen Euro
Im Vorfeld einer Abstimmung im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments hat der Handelsverband Deutschland (HDE) Nachbesserungen am geplanten Kosten- und Gebührenmodell für den digitalen Euro gefordert. Der HDE warnt davor, dass eine unattraktive oder belastende Kostenstruktur die Akzeptanz des digitalen Euro im Handel gefährden und insbesondere kleinere Einzelhändler unverhältnismäßig stark belasten könnte. Dies würde nicht nur die flächendeckende Durchsetzung der neuen europäischen Zahlungsverkehrsinfrastruktur erschweren, sondern auch die Margen im stationären sowie digitalen Handel unter Druck setzen. Der entsprechende Fachartikel von Autor Marco Kitzmann wurde am 22. Juni 2026 in der Lebensmittelzeitung (DFV Mediengruppe) veröffentlicht und beleuchtet die wirtschaftlichen Implikationen für den europäischen Handelssektor.
DIHK und HDE fordern strengere Kontrollen im Onlinehandel aus Drittstaaten
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben ein 10-Punkte-Programm veröffentlicht, das eine konsequentere Durchsetzung bestehender Vorschriften im grenzüberschreitenden Onlinehandel aus Nicht-EU-Staaten fordert. Sie weisen darauf hin, dass jährlich fast sechs Milliarden Kleinsendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro in den EU-Binnenmarkt gelangen und die Kontrollsysteme an ihre Grenzen bringen. Die Verbände schlagen risikobasierte Prüfungen, spezialisierte Taskforces, eine zentrale digitale Meldestelle, den Einsatz von Webcrawlern zur Überwachung von Online-Angeboten sowie eine stärkere Nutzung von Fulfillment-Center-Kontrollen und Testkäufen vor. Zudem fordern sie eine strengere Anwendung des Digital Services Act (DSA) gegenüber großen Plattformen, eine Verbesserung des Safety-Gate-Warnsystems und die Förderung des Import-One-Stop-Shop-Verfahrens (IOSS) für die Umsatzsteuer. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen für europäische und außereuropäische Anbieter zu schaffen, ohne neue bürokratische Hürden für rechtstreue Unternehmen einzuführen.
Alle künftigen Signale im Segment Regulation automatisch im Briefing erhalten
Verpassen Sie keine M&A-Transaktionen, Führungswechsel, Kunden-Etats oder Produkt-Launches mehr. Polaris7 überwacht über 20.000 Primärquellen rund um die Uhr und liefert evidenzbasierte Telemetrie direkt in Ihr wöchentliches Executive Briefing.
