Beobachtetes Signal · 9. Okt. 2026 · Regulation · Quelle: t3n · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
EU-Regeln bremsen Temu und Shein; neue Gebühr im November
Neue EU-Zollvorschriften haben die Umsätze der asiatischen E-Commerce-Plattformen Temu, Shein und AliExpress in Deutschland erheblich beeinträchtigt. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) fielen ihre kombinierten Erlöse im dritten Quartal im Jahresvergleich um 35,5 % auf 566 Millionen Euro. Der Marktanteil dieser Plattformen sank auf 3,1 %, nachdem er im Vorquartal noch 5,3 % betragen hatte und zuvor einen Rekordwert erreicht hatte. Der Rückgang wird auf die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern im Juli zurückgeführt, wodurch alle Sendungen zollpflichtig wurden, mit einer Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe für Kleinsendungen. Zudem wird im November eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro eingeführt, die möglicherweise an die Verbraucher weitergegeben wird. Der BEVH fordert stärkere Marktüberwachung und Durchsetzung bestehenden EU-Rechts, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum des deutschen Onlinehandels im dritten Quartal auf 2,9 % im Jahresvergleich, gegenüber über 5 % im zweiten Quartal, was auf eine schlechtere Konsumstimmung zurückgeführt wird.
Die EU-Verordnungen wirken sich direkt auf große E-Commerce-Plattformen und den grenzüberschreitenden Handel aus und beeinflussen das Retail-Media- und Werbeökosystem. Die Verlangsamung von Temu und Shein könnte die Wettbewerbslandschaft für Werbetreibende und Publisher verändern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Umsätze von Temu, Shein und AliExpress in Deutschland fielen im dritten Quartal um 35,5 % im Jahresvergleich auf 566 Millionen Euro.
- Der Marktanteil dieser asiatischen Plattformen im deutschen E-Commerce sank auf 3,1 %, nach 5,3 % im zweiten Quartal.
- Die EU schaffte im Juli die 150-Euro-Zollfreigrenze ab, wodurch alle Nicht-EU-Sendungen zollpflichtig wurden, mit einer Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe.
- Im November wird eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro für Kleinsendungen eingeführt, die möglicherweise an die Verbraucher weitergegeben wird.
- Das Wachstum des deutschen Onlinehandels verlangsamte sich im dritten Quartal auf 2,9 % im Jahresvergleich, gegenüber über 5 % im zweiten Quartal.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte UnternehmenTemu verbindet Händler, Logistik und Retail-Media auf einer globalen E-Commerce-Marktplatzplattform.
“The Asian platforms Shein, Temu and Aliexpress have significantly lower sales in Germany in the third quarter....”
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Ontologie & Marktkonzepte
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EU-Zollreform: Neue Gebühren treffen Shein, Temu und den E-Commerce
Die EU hat eine Einigung erzielt, um eine neue Bearbeitungsgebühr für jedes im Internet bestellte und in die EU importierte Produkt einzuführen, die ab dem 1. November von den nationalen Behörden erhoben wird. Unabhängig davon gilt ab Juli eine temporäre Gebühr von 3 Euro für jedes Paket mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro. Die Kommission legt die Höhe der Bearbeitungsgebühr fest; diese Maßnahmen zielen darauf ab, steigende Kosten durch die Flut an preiswerten Paketen zu decken und Kontrollen von nicht konformen oder unsicheren Waren zu verschärfen. Die Reform sieht zudem vor, die aktuelle Zollfreigrenze (De-minimis) mit dem Start einer neuen digitalen Zollplattform – voraussichtlich im Jahr 2028 – abzuschaffen, wonach Importe ab dem ersten Euro verzollbar sind. Zu den betroffenen großen Marktplätzen zählen Shein, Temu, AliExpress und Amazon.
Temu und Shein erreichen Rekordmarktanteil im deutschen Online-Handel
Asiatische Shopping-Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress haben im zweiten Quartal 2026 nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (Bevh) einen Rekordanteil von 5,3 Prozent am deutschen Online-Handelsumsatz erreicht. Die Portale steigerten ihre Umsätze im Jahresvergleich um über 20 Prozent, während der Gesamtmarkt um 5,1 Prozent wuchs. Im Online-Modemarkt entfallen mittlerweile mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf diese Plattformen. Neue EU-Zollregeln, die am 1. Juli 2026 in Kraft traten und die Freigrenze für Billigimporte abschafften sowie eine Pauschale von 3 Euro für Bestellungen unter 150 Euro einführten, dürften laut Bevh nur begrenzte Auswirkungen haben, da die Plattformen europäische Logistikstrukturen aufbauen. Die Konsumstimmung in Deutschland bleibt unterdessen trotz leichter Verbesserungen im HDE-Konsumbarometer schwach, was unter anderem auf geopolitische Faktoren zurückzuführen ist.
EU führt Zollpauschale für Temu und Shein ein
Die Europäische Union hat eine neue Zollpauschale eingeführt, die zollfreie beziehungsweise günstige Importe von Non-EU-Marktplätzen wie Temu, Shein und AliExpress spürbar verteuert. Die Maßnahme soll den enormen Verwaltungsaufwand der Zollbehörden finanzieren und Wettbewerbsverzerrungen zwischen Drittstaaten-Anbietern und dem EU-Einzelhandel reduzieren. Die Gebühr wird pro Zolltarifnummer innerhalb einer Sendung erhoben, wodurch insbesondere margenschwache Cent-Artikel und Einzelsendungen überproportional belastet werden. Laut EU-Angaben wurden 2025 rund 5,8 Milliarden Kleinsendungen importiert; allein das Logistikdrehkreuz Lüttich verzeichnete etwa 1,1 Milliarden Transaktionen. Marktplätze reagieren darauf möglicherweise mit gebündelten Lieferungen, dem Aufbau von EU-Wollagern oder der Margenanpassung, was direkte Auswirkungen auf die Unit Economics, Fulfillment-Strukturen und wettbewerbsgetriebene Retail Media-Strategien hat.
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