Beobachtetes Signal · 17. Juni 2020 · Regulation · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
EU ermittelt wegen Kartellvorwürfen gegen Apple
Die Europäische Kommission hat kartellrechtliche Untersuchungen gegen Apple eingeleitet. Dem Technologiegiganten wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung bei der App-Distribution zu missbrauchen und den Wettbewerb zugunsten eigener Dienste zu verzerren. Auslöser ist eine formelle Beschwerde von Spotify, wonach Apple bis zu 30 Prozent Provision für App-Store-Verkäufe und In-App-Abonnements verlangt, was Entwickler benachteilige. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte, dass Apples Gatekeeper-Rolle den Wettbewerb in Märkten, in denen das Unternehmen selbst konkurriert, nicht verzerren darf. Apple wies die Vorwürfe zurück und verwies auf die Einhaltung geltender Gesetze sowie strengere Sicherheitsrichtlinien zum Schutz der Nutzer. Der Fall verdeutlicht den anhaltenden regulatorischen Druck auf große Plattformen und könnte künftige Regeln für Online-Plattformen und App-Ökosysteme maßgeblich beeinflussen.
Kartellrechtliche Untersuchungen gegen wichtige Plattformen könnten die Dynamik von App-Ökosystemen im Bereich AdTech und MarTech nachhaltig beeinflussen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die EU-Kommission hat Kartellermittlungen gegen Apple wegen dessen Gatekeeper-Rolle bei der App-Distribution eingeleitet.
- Spotify reichte Beschwerde ein und wirft Apple vor, bis zu 30 Prozent von Umsätzen aus App-Store-Verkäufen und In-App-Abonnements zu erheben.
- Margrethe Vestager betonte die Notwendigkeit sicherzustellen, dass Apples Regeln den Wettbewerb nicht verzerren.
- Apple wies die Vorwürfe zurück, betonte die Einhaltung von Gesetzen und verwies auf den Vorrang des User-Schutzes durch strengere Richtlinien.
- Die New York Times berichtete über den kürzlichen Beginn der offiziellen Untersuchung.
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TSMC-Umsatz steigt um 51 % auf Rekordhoch, Aktie fällt
TSMC meldete einen Umsatzanstieg von 51 Prozent im dritten Quartal auf 1,49 Billionen Taiwan-Dollar (41,7 Milliarden Euro) und übertraf damit die Erwartungen. Der Halbleiterhersteller, ein wichtiger Zulieferer für Apple und Nvidia, profitiert weiterhin vom KI-Boom und der starken Chip-Nachfrage. Trotz der Rekordzahlen fiel die Aktie. Das Unternehmen plant, in diesem Jahr 52 bis 56 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Fertigungsanlagen zu investieren, einschließlich eines Joint Ventures mit Sony für Bildsensoren. Die Marktkapitalisierung von TSMC beträgt rund 2,45 Billionen US-Dollar und ist damit das wertvollste Unternehmen außerhalb der USA. Das Wachstum beflügelt auch Taiwans Wirtschaft: Die Exporte stiegen im August um über 70 Prozent, für 2026 wird ein BIP-Wachstum von rund 11 Prozent erwartet.
Musiker wegen KI-Streamingbetrugs verurteilt
Ein 54-jähriger Musiker in den USA wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er einen groß angelegten Streaming-Betrug orchestriert hatte. Mit bis zu 10.000 Bots, Tausenden von Fake-Accounts und Tausenden von KI-generierten Songs manipulierte er zwischen 2017 und 2024 Streaming-Plattformen wie Apple Music, Amazon Music und YouTube. Die betrügerischen Streams generierten Millionen an Tantiemen. Zeitweise erreichten seine Songs im April 80,9 Millionen Streams und übertrafen damit Taylor Swift (9,3 Millionen). Das Gericht ordnete außerdem die Rückzahlung von über 8 Millionen Dollar an. Seine Verteidigung argumentierte, dass keine Musiker direkt geschädigt wurden, aber die Staatsanwaltschaft konterte, dass echte Künstler und Fans um Tantiemen gebracht wurden.
KI treibt Werbung zurück in die physische Welt
KI treibt Werbung zurück in physische Räume, da das Vertrauen in Online-Inhalte sinkt, KI-Antwortmaschinen Websites umgehen und agentische KI wächst. Out-of-Home (OOH) und digitale Out-of-Home-Werbung (DOOH) gewinnen wieder an Bedeutung: Die US-OOH-Umsätze stiegen im Q2 um 10,7 % auf 3,16 Mrd. USD, DOOH sogar um 18,5 % und macht fast 40 % der Kategorieumsätze aus. Diese Entwicklung spiegelt eine Verschiebung wider, da physische Räume für Werbetreibende wertvoller werden, mit überspringbaren Formaten und programmatischer Steuerung. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der Opt-out-Möglichkeiten und der zunehmenden Kommerzialisierung öffentlicher Räume, wie Ezra Klein anmerkt.
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