Beobachtetes Signal · 21. Apr. 2026 · Regulation · Quelle: t3n · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
EU-Parlamentsabstimmung zum digitalen Euro verschoben
Eine für den 5. Mai 2026 geplante Abstimmung des EU-Parlaments zum digitalen Euro wurde auf mindestens Juni verschoben, da Abgeordnete rund 1.500 Änderungsanträge eingereicht haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt die Einführung von digitalem Zentralbankgeld frühestens 2029 an, wofür jedoch rechtliche Genehmigungen erforderlich sind. Zu den zentralen Streitpunkten gehören die Balance zwischen Nutzersatsphäre und Geldwäschebekämpfung (AML), die Vertriebswege über Zentral-App oder Banken inklusive Offline-Funktionalität sowie Gebührenstrukturen. Banken und Verbände kritisieren hohe Implementierungsrisiken und Abflussgefahren für Einlagen. Auch die European Payments Initiative, Betreiberin des Zahlungsdienstes Wero, äußerte Kritik am EZB-Entwurf.
Die Verzögerung bei der Gesetzgebung zum digitalen Euro beeinflusst den Zeitplan für europäische Zahlungsinfrastrukturen. Entscheidungen zu Datenschutz, Distribution und Gebühren werden Handelsströme und künftige Payment-Orchestration-Technologien maßgeblich prägen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Abstimmung im EU-Parlament zum digitalen Euro wurde vom 5. Mai 2026 auf frühestens Juni verschoben, da rund 1.500 Änderungsanträge vorliegen.
- Die EZB plant die Einführung des digitalen Euros frühestens für 2029, vorbehaltlich politischer und rechtlicher Freigaben.
- Im Parlament wird kontrovers über Datenschutz versus Geldwäschevorgaben, Distributionsmodelle, Offline-Zahlungsfunktionen sowie Limits und Gebühren diskutiert.
- Banken und Bankenverbände warnen vor hohen Implementierungskosten und Einlagenabflüssen durch den digitalen Euro.
- Die European Payments Initiative (Betreiberin von Wero) hat das geplante Design und die Gebührenstrukturen des digitalen Euros öffentlich kritisiert.
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EU-Ausschuss einigt sich auf regulatorischen Rahmen für den digitalen Euro
Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments hat ein Gesetzespaket zum digitalen Euro verabschiedet und damit den Weg für Trilog-Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und dem Rat geebnet. Die Einigung ermöglicht es der EZB, ein Pilotprojekt voranzutreiben, während die finale Gesetzgebung noch in diesem Jahr und eine Einführung für 2029 angestrebt werden. Der Entwurf verankert datenschutzfreundliche Privacy-by-Design-Regeln, sowohl Online- als auch Offline-CBDC-Optionen vergleichbar mit der Anonymität von Bargeld, eine Akzeptanzpflicht für Händler mit begrenzten Ausnahmen sowie eine Übergangsobergrenze für Händlergebühren von mindestens zehn Jahren. Die Distribution soll über Banken, E-Geld-Anbieter, Postämter und regulierte Krypto-Verwahrer erfolgen. Obergrenzen für private Wallets werden im Rahmen eines Kommissionsrahmens festgelegt, wobei die EZB die Details definiert.
EZB sucht Onlinehändler für Pilotprojekt zum digitalen Euro
Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt das Projekt des digitalen Euro voran, während die EU-Institutionen in die Trilog-Verhandlungen über das Gebührenmodell eintreten. Für ein zwölfmonatiges Pilotprojekt ab dem zweiten Halbjahr 2027 rekrutiert die EZB nun Online- und Mobile-Händler aus dem Euroraum, um eine Beta-Version in realistischen Checkout-Szenarien zu testen. Die Bewerbungsfrist endet am 27. Oktober 2026; die Teilnahme erfolgt freiwillig und unvergütet. Zentraler Streitpunkt bleiben die Händlergebühren während der Übergangsphase, wobei Verbände wie Ecommerce Europe ein einfacheres, planbares Modell sowie B2B-Zahlungen fordern. Die Auswahl der Händler basiert auf Marktreichweite, operativer Bereitschaft und technischer Eignung, aufbauend auf bereits ausgewählten 36 Payment Service Providern. Die Testergebnisse fließen in die technische Weiterentwicklung ein, während die finale Ausgabeentscheidung von der EU-Gesetzgebung abhängt. Das Eurosystem strebt die technische Einsatzbereitschaft bis 2029 an.
Bundesbank plant Integration des digitalen Euros in die Wero-Wallet
Die Deutsche Bundesbank schlägt vor, den digitalen Euro in die Wero-Wallet zu integrieren, um die europäische Zahlungssouveränität zu stärken und die Abhängigkeit von US-amerikanischen Zahlungsanbietern zu verringern. Auf einem Symposium in Frankfurt betonte Bundesbank-Vorstandsmitglied Lutz Lienenkämper, dass dieser Schritt die Reichweite europäischer Zahlungsangebote erhöhen und die Interoperabilität fördern könne. Wero wird von der European Payments Initiative (EPI) vorangetrieben und bietet seit Juli 2024 mobile Peer-to-Peer-Zahlungen sowie Händlerakzeptanz nach dem Vorbild von PayPal und kartenbasierten Wallets. Aktuell verzeichnet Wero 57 Millionen registrierte Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland; die Einführung in den Niederlanden, Luxemburg und Österreich läuft. Die Europäische Zentralbank strebt eine mögliche Einführung des digitalen Euros frühestens für 2029 an, was angesichts der Kosten auf Kritik stößt.
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