Beobachtetes Signal · 13. Feb. 2026 · Regulation · Quelle: AdExchanger · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Negativ
EU untersucht Googles Methoden bei Suchmaschinen-Werbeauktionen
Die EU hat laut Medienberichten eine neue Kartelluntersuchung gegen Google eingeleitet. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe Such-Ad-Auktionen manipuliert, um den Clearing-Preis künstlich zu steigern. Google verteidigte sein Echtzeit-Auktionfsystem, wies die Vorwürfe jedoch nicht ausdrücklich zurück. Der Vorfall erinnert an Aussagen im US-Kartellverfahren des DOJ von 2023, wonach Google die Werbepreise bei Bedarf um bis zu zehn Prozent erhöhte, um Umsatzziele zu erreichen. Parallel dazu ergab eine Pew-Research-Studie in den USA, dass 83 Prozent im vergangenen Jahr nicht für Nachrichten bezahlt haben: 45 Prozent sprechen sich für eine Werbefinanzierung aus, während nur elf Prozent Abonnements als Haupteinnahmequelle bevorzugen. Zudem verdeutlichen divergierende Verbraucherausgaben in einer K-förmigen Wirtschaft die anhaltenden Herausforderungen für Reichweite und Monetarisierungsstrategien von Advertisern und Publishern.
Eine EU-Kartelluntersuchung gegen Googles Auktionspraktiken trifft das Fundament eines erheblichen Teils der programmatischen Search-Ads-Einnahmen. Entsprechende Auflagen könnten Preisstrukturen, Auktionsmechaniken und Publisher-Einnahmen im gesamten Ad-Tech-Ökosystem grundlegend verändern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Europäische Union hat laut Bloomberg eine Kartelluntersuchung gegen Google wegen manipulierter Search-Ad-Auktionen zur Preiserhöhung eingeleitet.
- Google erklärte, Such-Ad-Preise würden durch Echtzeit-Auktionen auf Basis von Wettbewerb und Qualität bestimmt, dementierte die Vorwürfe aber nicht direkt.
- Im DOJ-Kartellverfahren 2023 sagte ein Google-Manager aus, das Unternehmen habe Werbepreise zur Erreichung von Umsatzzielen um bis zu zehn Prozent angehoben.
- Laut einer Pew-Research-Studie unter US-Erwachsenen haben 83 Prozent im Vorjahr nicht für Nachrichten bezahlt; 45 Prozent befürworten Werbung als Finanzierung.
- In den letzten 20 Jahren mussten rund 40 Prozent der lokalen Nachrichtenmedien schließen.
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Googles Buy-Side-Kartellproblem: Kartellrechtliche Risiken durch Third-Price Auctions
Der Artikel analysiert, dass sich kartellrechtliche Prüfungen bislang zu stark auf die Sell-Side von Google konzentriert haben, während Praktiken auf der Buy-Side vernachlässigt wurden. DV360 gilt zwar als grösster Demand-Side Platform, hält jedoch weniger als 50 % Marktanteil, und Google Ads konkurriert direkt mit Meta, Amazon und TikTok um Werbebudgets. Zivilklagen offenbaren jedoch wettbewerbswidriges Verhalten auf der Buy-Side, insbesondere durch sogenannte „Third-Price Auctions“ bei der Gebotsabgabe von AdWords in AdX. Das interne gTrade-Quant-Team von Google soll dabei niedrigen Wettbewerb ausgeglichen haben, indem die beiden höchsten AdWords-Gebote an AdX übermittelt wurden, wodurch der Zuschlagspreis knapp über dem zweiten Gebot lag. Über 90 % der AdWords-Ausgaben flossen in AdX, wobei schätzungsweise 6 Milliarden US-Dollar jährlich – und rund 30 Milliarden US-Dollar über ein Jahrzehnt hinweg – von diesen Praktiken betroffen waren. Dieser bis 2018 genutzte Mechanismus begründet erhebliche Haftungsrisiken für Google nach dem Sherman Act und verdeutlicht breitere Buy-Side-Risiken im gesamten AdTech-Ökosystem.
Asos bestätigt Datenleck nach manipulierter App-Benachrichtigung
Der britische Modehändler Asos hat eine Datenpanne mit personenbezogenen Daten von Kunden bestätigt. Hacker brachen in eine Drittanbieter-Plattform ein, die für die Kundenkommunikation genutzt wird, und erbeuteten Namen, Kontaktdaten, Wohnadressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Notizen zu Kundenprofilen, einschließlich Suchanfragen. Die Hacker, die sich Xuanye Group nennen, sendeten über die Asos-App eine unbefugte Push-Benachrichtigung und verwiesen auf kompromittierte Daten, die bei Snowflake gehostet wurden. Sie forderten das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf, andernfalls drohten sie mit der Veröffentlichung der Daten. Die Angreifer sollen sich durch Identitätstäuschung Zugangsdaten verschafft haben. Snowflake betonte, dass die eigenen Systeme nicht betroffen seien. Asos hat 17 Millionen Kunden. Der Vorfall ähnelt einem früheren Angriff auf das Fintech-Unternehmen Betterment.
Streaming-Divide: USA monetarisieren, UK balanciert
In einem Interview mit State of Streaming diskutierten die Cloud- und Media-Experten Rahul Bhatia und Hemant Soni strukturelle Unterschiede zwischen den US-amerikanischen und britischen Streaming-Märkten. Die USA sind privatwirtschaftlich geprägt und fokussieren auf Monetarisierung, Abo-plus-Werbe-Modelle, während UK stärker öffentlich-rechtlich ausgerichtet ist, mit BBC und ITV, und kommerzielle Interessen mit dem öffentlichen Auftrag balanciert. Architektur-Entscheidungen im Streaming sollten für Spitzenlasten und nicht für Durchschnittswerte ausgelegt sein, wobei Public Cloud und Serverless für Skalierbarkeit sorgen. KI wird als Umsatztreiber gesehen, vor allem bei Personalisierung und Werbeoperationen; Netflix' Werbe-Tier erreicht fast 250 Millionen monatliche Werbezuschauer. Agentic AI beginnt, Media Buying und Kampagnenoptimierung zu automatisieren. Zudem werden Trends wie KI-generierte Filme (z.B. 'Cully Hill Boys') hervorgehoben, und es wird erwartet, dass Streaming-Dienste künftig Speicherkosten an Nutzer weitergeben.
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