Beobachtetes Signal · 29. Sept. 2026 · Legal Action · Quelle: t3n · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
EU-Razzia gegen Betrug mit gebrauchten Smartphones
Europäische Behörden führten koordinierte Razzien in 19 Ländern, einschließlich Deutschland, durch, um ein kriminelles Netzwerk zu zerschlagen, das über eine Million refurbished Smartphones als Neuware verkauft haben soll. Die Geräte, aus gebrauchten Teilen in Hongkong und den VAE zusammengebaut, wurden in die Niederlande und dann nach Deutschland verschifft, bevor sie online in der gesamten EU verkauft wurden. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) schätzt den Verbraucherschaden auf über 300 Millionen Euro. Zudem soll das Netzwerk über Briefkastenfirmen eine Steuerregelung missbraucht haben, was zu einem Mehrwertsteuerausfall von 30 Millionen Euro führte, davon mindestens 25 Millionen in Deutschland. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, darunter zwei mutmaßliche Anführer. Die Razzien umfassten rund 1.770 Ermittler, mit einem Lager in Krefeld, das bis zu 15.000 Geräte enthielt.
Der Betrugsfall betrifft das Vertrauen der Verbraucher in Online-Marktplätze, steht aber nicht in direktem Zusammenhang mit AdTech- oder MarTech-Abläufen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Über eine Million gebrauchte Smartphones wurden in der EU als Neuware verkauft, was einen Verbraucherschaden von mindestens 300 Millionen Euro verursachte.
- Koordinierte Razzien fanden in 19 Ländern mit 160 Durchsuchungen und 1.770 Ermittlern statt.
- Durch Briefkastenfirmen verursachter Mehrwertsteuerbetrug führte zu einem Steuerausfall von 30 Millionen Euro, davon allein 25 Millionen in Deutschland.
- Sieben Verdächtige wurden am 26. September festgenommen, darunter zwei mutmaßliche Anführer.
- Ein Lager in Krefeld, Deutschland, wurde durchsucht, das 10.000 bis 15.000 Handys enthielt.
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DSA-Rekordstrafe: EU verhängt 550 Millionen Euro Bußgeld gegen AliExpress
Die Europäische Kommission hat gegen den zu Alibaba gehörenden Online-Marktplatz AliExpress eine Rekordstrafe in Höhe von 550 Millionen Euro auf Basis des Digital Services Act (DSA) verhängt. Grund sind wiederholte Angebote illegaler und potenziell gefährlicher Waren – darunter gefälschte Kleidung, unsicheres Kinderspielzeug und gesundheitsgefährdende Kosmetika –, die teils wochenlang abrufbar blieben. Laut den Regulierungsbehörden fehlten AliExpress ausreichende Ressourcen zur Inhaltsprüfung; zudem wurden rechtswidrige Produkte zeitweise gefördert und unzulässige Verkäufer nicht konsequent sanktioniert. AliExpress weist die Vorwürfe zurück und bot bereits Zugeständnisse an. Die Plattform muss bis zum 20. Oktober 2026 einen verbindlichen Aktionsplan in Brüssel vorlegen. Bei Nichterfüllung drohen Umsetzungsfristen, Zwangsgelder oder weitere Strafen. Es handelt sich um das bislang höchste Bußgeld unter dem DSA, das jedoch unter dem theoretischen Höchstmaß von sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes liegt.
EU verschärft Vorgehen gegen In-Game-Währungen
Das EU-Netzwerk für Verbraucherschutz (CPC) hat koordinierte Maßnahmen gegen neun Videospielunternehmen wegen virtueller In-Game-Währungen eingeleitet. Im Fokus stehen Preistransparenz, Widerrufsrechte, Kaufmechanismen und der Schutz junger oder gefährdeter Spieler. Bereits 2025 hatte das CPC-Netzwerk Leitlinien für Transparenz und Fairness bei virtuellen Währungen veröffentlicht, doch der Dialog mit der Branche brachte nicht genug. Nach einer Marktprüfung sollen die Anbieter nun darlegen, wie ihre Systeme mit EU-Verbraucherschutzanforderungen vereinbar sind. Parallel läuft eine separate Maßnahme gegen Activision Blizzard UK Limited zu Diablo Immortal und Call of Duty Mobile. Die EU will keine Verbote, sondern die Einhaltung des geltenden Verbraucherrechts durchsetzen.
Google-Bericht: KI verdoppelt gemeldete Softwareschwachstellen
Der Google Threat Intelligence Group Bericht zeigt, dass sich die Zahl der gemeldeten Softwareschwachstellen innerhalb weniger Monate verdoppelt hat, von 5.045 im Januar 2026 auf 10.740 im August 2026. Der Bericht führt diesen Anstieg auf den zunehmenden Einsatz von KI-Agenten in der Sicherheitsforschung zurück, die andere Fehlertypen aufdecken als herkömmliche Scanner. Bemerkenswert ist, dass 50 % der von KI gefundenen Schwachstellen zu Remote-Codeausführung führen, verglichen mit 26 % bei konventionell entdeckten. Der Bericht hebt auch einen Anstieg der Ausnutzung bekannter 'N-Day'-Schwachstellen hervor, von 28 im gesamten Jahr 2025 auf 75 zwischen Januar und August 2026, wahrscheinlich beschleunigt durch KI-gestützte Exploit-Erstellung. Darüber hinaus nehmen Schwachstellen in der KI-Infrastruktur selbst zu, mit über 1.500 Meldungen im Jahr 2026, insbesondere bei Orchestrierungs-Frameworks wie Langflow und Inferenz-Servern wie vLLM und Ollama. Der Bericht empfiehlt, Patches basierend auf der aktuellen Bedrohungslage zu priorisieren und KI-gestützte Code-Reviews bei Softwareanbietern einzuführen.
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