Beobachtetes Signal · 17. Sept. 2026 · Regulation · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Negativ
EU stuft ChatGPT unter dem Digital Services Act als Suchmaschine ein
Die EU-Kommission hat ChatGPT im Rahmen des Digital Services Act offiziell als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Diese Entscheidung verleiht den Forderungen des Verbands Schweizer Medien (VSM) nach einer Urheberrechtsreform neuen Auftrieb. Der VSM argumentiert, dass generative KI-Chatbots zunehmend direkte Antworten statt weiterführender Links liefern, wodurch Publishern essenzieller Traffic und Werbeeinnahmen entzogen werden – über 99 % der Nutzer klicken bei KI-Antworten nicht mehr auf die Quell-Links. Der Verband fordert daher ein technologieneutrales Leistungsschutzrecht, das KI-Anbieter zur Vergütung journalistischer Inhalte verpflichtet. Flankiert wird diese Entwicklung durch die deutsche Medienanstalt ZAK, die das Medienrecht auf KI-Suchdienste anwendet und bereits Beschlüsse gegen Google und Perplexity fasste. Zeitgleich prüft das Schweizer Parlament die Auswirkungen von KI auf Suchmaschinen und Plattformen.
Die regulatorische Einstufung von KI-Plattformen als Suchmaschinen setzt neue Maßstäbe für das Urheberrecht und bedroht bestehende AdTech- sowie Monetarisierungsmodelle digitaler Publisher fundamental.
Marktsignale zu Google in Echtzeit verfolgen
Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren Polaris7-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.
Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die EU-Kommission stufte ChatGPT Ende August unter dem Digital Services Act als sehr große Online-Suchmaschine ein.
- Der Verband Schweizer Medien (VSM) sieht die Grenze zwischen klassischen Suchmaschinen und KI-Diensten zunehmend aufgelöst.
- Laut VSM klicken über 99 % der Nutzer bei KI-Chatbots nicht auf Quellen-Links, verglichen mit über 60 % bei traditionellen Suchmaschinen.
- Die deutsche Medienanstalt ZAK entschied im Juli, dass das Medienrecht auch für KI-Suchdienste wie Google und Perplexity gilt.
- Das Schweizer Parlament überwies eine Motion an den Bundesrat, um die Auswirkungen von KI auf Plattformen und Publisher-Vergütung zu prüfen.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte Unternehmen“Die deutsche Medienaufsicht ZAK erließ Entscheidungen gegen Google und Perplexity bezüglich der Anwendbarkeit des Medienrechts auf KI-Suchdi...”
“Die Landesmedienanstalt ZAK traf regulatorische Entscheidungen gegen Perplexity zur Einordnung von KI-Suchdiensten.”
“Das hinter ChatGPT stehende Unternehmen, dessen Dienst von der EU als sehr große Online-Suchmaschine klassifiziert wurde.”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
EU prüft Einstufung von ChatGPT als Very Large Online Search Engine
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die EU ChatGPT als Very Large Online Search Engine (VLOSE) im Rahmen des Digital Services Act (DSA) einstufen könnte. Artikel 76 des DSA betrifft Plattformen mit über 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU; OpenAI verzeichnet hierzulande rund 120 Millionen Nutzer und überschreitet diesen Schwellenwert deutlich. Eine VLOSE-Klassifizierung würde OpenAI zu strengen Transparenzpflichten zwingen, darunter die Offenlegung von Werbepraktiken, unabhängige Audits, Datenzugang für Forscher, die Moderation illegaler Inhalte sowie Einschränkungen bei Profiling-basierten Empfehlungen. Dies könnte das Geschäftsmodell von OpenAI erheblich belasten, während europäische und transparentere KI-Herausforderer wie Mistral wettbewerbliche Vorteile erhalten könnten. Auch andere generative KI-Angebote wie Microsoft Copilot und Anthropic Claude könnten von einer entsprechenden Regulierung betroffen sein.
EU stuft ChatGPT als Suchmaschine ein: Marken benötigen AI-SEO und GEO-Tools
Die Europäische Kommission hat ChatGPT offiziell als „Very Large Online Search Engine“ gemäß dem Digital Services Act eingestuft und damit regulatorisch mit Google und Bing gleichgestellt. Angesichts von über einer Milliarde wöchentlich aktiven Nutzern unterstreicht dieser Schritt die Verlagerung der Product Discovery hin zu KI-generierten Antworten. Eine Analyse der Plattform Azoma zeigt, dass KI-Agenten wie ChatGPT, Gemini oder Amazon Rufus stark divergierende Quellenstrukturen nutzen, weshalb standardisierte SEO-Ansätze nicht mehr greifen. Für Marken reicht klassisches SEO allein nicht mehr aus, da KI-Systeme synthetisierte Empfehlungen liefern, bevor Nutzer Markenwebsites überhaupt besuchen. Erforderlich werden daher spezialisierte GEO-Tools, die Sichtbarkeit auf Prompt-Ebene, Zitationsanalysen, Wettbewerbs-Benchmarking sowie Workflows zur gezielten Optimierung von Inhalten und Produktdaten über multiple KI-Engines hinweg abbilden.
ZAK stuft KI-Suchmaschinen und Chatbots als Medieninbieter ein
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat in wegweisenden Verfahren – geleitet von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und der mabb – entschieden, dass KI-Suchmaschinen und Chatbots wie Google und Perplexity als Inhalteanbieter dem deutschen Medienrecht unterliegen. Gestützt auf ein Rechtsgutachten kam die ZAK zu dem Schluss, dass KI-generierte Antworten als Eigeninhalte gelten. Folglich greift das Haftungsprivileg für Intermediäre gemäß dem EU Digital Services Act (DSA) nicht, wodurch grosse Plattformen für ihre Ausgaben haften. Die Beschlüsse verlangen eine transparente Offenlegung der Link-Auswahl zur Sicherung der journalistischen Vielfalt. Betroffene Anbieter können rechtliche Schritte einleiten; der Artikel wurde am 14. Juli 2026 veröffentlicht.
Alle künftigen Signale zu Google & Wettbewerbern im Briefing erhalten
Verpassen Sie keine M&A-Transaktionen, Führungswechsel, Kunden-Etats oder Produkt-Launches mehr. Polaris7 überwacht über 20.000 Primärquellen rund um die Uhr und liefert evidenzbasierte Telemetrie direkt in Ihr wöchentliches Executive Briefing.
