Beobachtetes Signal · 19. Mai 2022 · Regulation · Quelle: CMSWire · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
EU-KI-Gesetz: Was dies für Marketer bedeutet
Die Europäische Union hat am 21. April 2022 offiziell den Artificial Intelligence Act vorgeschlagen und damit einen risikobasierten Rahmen für die Regulierung von KI-Anwendungen eingeführt. Der Entwurf unterteilt KI-Anwendungsfälle in inakzeptable, hohe sowie geringe oder minimale Risiken und verbietet Anwendungen, die subliminale Manipulation nutzen, vulnerable Gruppen ausbeuten, behördliches Social Scoring ermöglichen oder auf biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum setzen. Marketer, die Chatbots, Emotionserkennung oder Deepfake-Generierungstools einsetzen, müssen selbst bei Systemen mit geringem Risiko Transparenzpflichten erfüllen. Ähnlich wie die DSGVO gilt das Gesetz für jedes Unternehmen, das den EU-Markt ins Visier nimmt. Es ist noch nicht verabschiedet, und ein Implementierungsdatum wurde nicht festgelegt. Bei Verstößen drohen finanzielle Sanktionen, zudem können Aufsichtsbehörden die Neuschulung oder Vernichtung von Hochrisiko-KI-Systemen anordnen. Zu den zitierten Experten zählen Tim Hayden von Brain+Trust und Dr. Phillip A. Laplante von der Penn State University.
Der geplante EU AI Act ist eine wegweisende regulatorische Entwicklung, die Marketer beim Einsatz von KI, Chatbots, Emotionserkennung und Content-Generierung vor strenge Transparenz- und Compliance-Pflichten stellt. Obwohl das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, signalisiert es strengere Standards für KI-Governance und Datendatenschutz, die den Einsatz von MarTech in Europa nachhaltig verändern werden.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Am 21. April 2022 schlug die EU offiziell den Artificial Intelligence Act vor.
- Das Gesetz unterteilt KI-Anwendungsfälle in inakzeptables Risiko, hohes Risiko sowie geringes oder minimales Risiko.
- KI-Anwendungen mit subliminaler Manipulation, Ausbeutung vulnerabler Gruppen, behördlichem Social Scoring oder biometrischer Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum werden verboten.
- Nicht-Risiko-KI-Systeme mit menschlicher Interaktion, Emotionserkennung, biometrischer Kategorisierung oder Content-Generierung unterliegen Transparenzpflichten.
- Das Gesetz betrifft ähnlich wie die DSGVO jedes auf die EU ausgerichtete Unternehmen und ist noch nicht rechtskräftig.
Ontologie & Marktkonzepte
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BGH verhandelt zur Haftung bei Cookie-Speicherung
Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt über die Frage, ob ein Technologie- und Analyseunternehmen haftet, wenn Cookies ohne Einwilligung der Nutzer auf deren Endgeräten gespeichert werden, auch auf fremden Webseiten. Der Kläger fordert Schadenersatz, nachdem die Vorinstanzen 1.500 Euro bzw. 100 Euro zugesprochen hatten. Im Mittelpunkt steht die Auslegung des TDDDG. Ein Urteil wird nicht unmittelbar erwartet. Rechtsexperten betonen, dass eine Bestätigung der OLG-Auffassung durch den BGH über vertragliche Zusicherungen hinaus technische und organisatorische Maßnahmen erfordern würde. Parallel schlug die EU-Kommission im November 2025 vor, Cookie-Banner zu reduzieren, indem Nutzer ihre Einstellungen einmalig pro Gerät festlegen. Der Vorschlag muss noch von Europaparlament und Rat geprüft werden; Verbraucherschützer befürchten Widerstand aus den Mitgliedstaaten.
Apples Safari-Blockliste treibt Publisher zum Trusted Server
Mit dem neuesten Software-Update blockiert Apple Unternehmen, die Nutzer im Safari-Browser für gezielte Werbung verfolgen. Publisher reagieren nun dringend auf den Trusted Server des IAB Tech Lab, der die Werbeauktionen vom Gerät des Nutzers auf Server des Publishers verlagert und so die Blockliste umgeht. Publisher wie Paradium haben die Lösung bereits übernommen, andere prüfen ihre Optionen. Dies unterstreicht Apples wachsende Kontrolle über die digitale Werbung und wirft Fragen zur Marktmacht und zu den Auswirkungen auf die Publisher-Einnahmen auf. Da Apple sein eigenes Werbegeschäft ausbaut, verdeutlicht die Blockliste die veränderten Machtverhältnisse im Ad-Tech-Ökosystem.
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