Beobachtetes Signal · 6. Juni 2026 · Technical Release · Quelle: t3n · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Verschlüsselter KI-Chatbot Privatemode AI im Praxistest
t3n hat Privatemode AI getestet, einen verschlüsselten KI-Chatbot des Bochumer Unternehmens Edgeless Systems, der Nutzergespräche durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Confidential-Computing-Infrastruktur schützen soll. Vor dem Hintergrund von OpenAIs Ankündigung, ChatGPT-Konversationsdaten für Advertising-Zwecke zu nutzen, positioniert sich das Tool als datenschutzorientierte Alternative. Es greift auf Open-Weights-Modelle wie Kimi, Gemma und GPT-OSS zurück. Das Produkt bietet eine tokenbasierte Abrechnung sowie eine kostenlose Einstiegsstufe und setzt auf Sicherheitsvorkehrungen auf Software- und Hardwareebene, um den Zugriff von Anbietern auf Chatdaten zu verhindern. Der t3n-Bericht im Rahmen der Tool-Time-Reihe beleuchtet dabei den typischen Zielkonflikt zwischen striktem Datenschutz und Modellperformance oder Nutzbarkeit.
Datenschutzfokussierte, verschlüsselte Chatbots bieten eine alternative Datenumgebung jenseits großer LLM-Anbieter und könnten das Profiling für Advertising einschränken; da es sich jedoch um eine Nischenlösung abseits der großen Plattformen handelt, bleiben die kurzfristigen Marktauswirkungen überschaubar.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- OpenAI kündigte an, ChatGPT-Konversationsdaten für die Werbeausrichtung zu nutzen.
- Privatemode AI ist ein verschlüsselter KI-Chat-Dienst von Edgeless Systems mit Sitz in Bochum.
- Das Tool nutzt Open-Weights-Modelle (wie Kimi, Gemma und GPT-OSS) anstelle proprietärer kommerzieller Modelle.
- Es verwendet Confidential-Computing-Infrastruktur sowie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Software- und Hardwareebene.
- Privatemode AI bietet eine tokenbasierte Abrechnung und eine kostenlose Testversion; t3n testete das Tool im Rahmen seiner Tool-Time-Reihe.
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Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
OpenAI erläutert Datenschutz und Datennutzung für das ChatGPT-Training
OpenAI hat einen Leitfaden veröffentlicht, der detailliert darlegt, welche Daten für das Training von ChatGPT verwendet werden, welche Schutzmechanismen zum Einsatz kommen und welche Kontrolloptionen Nutzern zur Verfügung stehen. Zu den Trainingsquellen zählen öffentlich zugängliche Inhalte, Partnerdaten sowie nutzer- und forschergenerierte Inhalte. Ein zentrales Element ist der interne OpenAI Privacy Filter, der personenbezogene Daten in mehreren Phasen der Trainingspipeline identifiziert und maskiert. Nutzer erhalten verschiedene Kontrollmöglichkeiten: Über die Datenschutzeinstellungen lässt sich die Modellverbesserung deaktivieren. Zudem gibt es Temporäre Chats, die nach 30 Tagen gelöscht und nicht für das Training genutzt werden, sowie eine optionale Memory-Funktion. Ergänzend können Nutzer ihre Daten exportieren, Konten löschen und über ein spezielles Portal Datenschutzanfragen einreichen. Diese Maßnahmen beeinflussen branchenweit die Governance von Trainingsdaten und die Gestaltung von Einwilligungsprozessen im Bereich Conversational AI.
OpenAI rollt ChatGPT Lockdown Mode für ausgewählte Nutzer aus
OpenAI hat einen sogenannten Lockdown Mode für ChatGPT eingeführt, der Risiken wie Prompt-Injection und Datenabfluss durch die Einschränkung externer Dienstintegrationen minimieren soll. Laut Berichten und Support-Informationen wird die Funktion schrittweise an alle Nutzer, einschließlich kostenfreier Konten, verteilt. Der Modus deaktiviert das Browsing im Web, das Herunterladen von Bildern oder Dateien aus dem Internet sowie fortgeschrittene Funktionen wie Deep Research, Shopping Research und den Agent Mode. Kernfunktionen wie die Texteingabe und das lokale Hochladen von Dateien bleiben erhalten. Der Modus kann in den Einstellungen unter Sicherheit aktiviert werden und greift standardmäßig für alle Chats, wobei manuelle Ausnahmen möglich sind. Während automatisierte Exfiltrationen über externe Connectors reduziert werden, schützt die Funktion nicht vor manuellen Prompt-Injection-Angriffen durch hochgeladene oder eingefügte Inhalte.
Proton-Tool analysiert Datenschutzrisiken bei ChatGPT und Claude
Der Schweizer Anbieter Proton hat mit „AI Paper Trail“ ein browserbasiertes Analysetool vorgestellt, das exportierte Chat-Verläufe (ZIP/JSON) von ChatGPT und Anthropic's Claude auswertet. Das Tool fasst zusammen, welche personenbezogenen Daten die Chatbots potenziell erfasst haben, ermittelt einen „Privacy Exposure Score“ und schätzt den hypothetischen monetären Datenwert. Laut einer Bitkom-Umfrage nutzen 34 % der deutschen KI-Nutzer Chatbots für Gesundheitsfragen, während 43 % Sicherheitsbedenken bei der Datenspeicherung äußern. OpenAI und Anthropic betonen zwar, keine Werbeprofile zu erstellen, nutzen Eingaben je nach Kontoeinstellung jedoch für das Model Training; gelöschte Inhalte verbleiben teils temporär auf den Servern (bei Anthropic mindestens 30 Tage). Proton nutzt die Initiative, um das Bewusstsein für Data Privacy zu schärfen und den eigenen datenschutzfokussierten Chatbot Lumo zu positionieren.
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