Beobachtetes Signal · 21. Sept. 2026 · Policy Update · Quelle: Retail-News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Negativ
DSLV warnt vor Infrastrukturlücke bei E- und Wasserstoff-Lkw
Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) warnt vor einer wachsenden Diskrepanz zwischen der Entwicklung emissionsfreier Nutzfahrzeuge und der notwendigen Infrastruktur. Im Vorfeld der IAA Transportation 2026 fordert der Verband einen beschleunigten Ausbau von Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung für den Straßengüterverkehr. Eine vom DSLV beim Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen in Auftrag gegebenen Studie prognostiziert, dass der Straßengüterverkehr bis 2045 jährlich rund 156 Terawattstunden Strom benötigen könnte – etwa das 39-Fache des heutigen Verbrauchs. Der gesamte Logistiksektor inklusive Lager und Schienengüterverkehr könnte einen Bedarf von 186 TWh erreichen. Der DSLV betont, dass zahlreiche Ladevorgänge an Depots stattfinden werden, was hohe Anschlussleistungen erfordert. Daher fordert der Verband die Einbindung von Logistikstandorten in die Netzplanung sowie Netzanschlussgarantien und warnt vor einer verschärften Stromkonkurrenz zwischen Logistik, Industrie, Rechenzentren und privaten Verbrauchern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- DSLV fordert beschleunigten Ausbau von Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung für den Straßengüterverkehr.
- RWTH-Aachen-Studie prognostiziert Strombedarf des Straßengüterverkehrs von 156 TWh jährlich bis 2045 (39-Faches des aktuellen Verbrauchs).
- Gesamter Logistiksektor könnte bis 2045 jährlich 186 TWh Strom benötigen (achtfaches heutiges Niveau).
- Viele Ladevorgänge an Logistikdepots erfordern hohe Anschlusskapazitäten.
- DSLV warnt vor wachsender Stromkonkurrenz zwischen Logistik, Industrie, Rechenzentren und privaten Verbrauchern.
Ontologie & Marktkonzepte
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Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
HDE fordert mehr Lang-Lkw wegen Niedrigwasser und Lieferketten-Druck
Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert eine dauerhafte rechtliche Ausweitung des Lang-Lkw-Einsatzes, nachdem anhaltendes Niedrigwasser auf deutschen Flüssen den Druck auf die Transportlogistik massiv erhöht hat. Der HDE warnt, dass vom Binnenschiff auf Straße und Schiene verlagertes Frachtgut den Wettbewerb um knappe Transportkapazitäten verschärft und den bestehenden Fahrermangel weiter verschlechtert. Der Verband argumentiert, dass Lang-Lkw – längere Fahrzeuge mit größerem Volumen bei unverändertem Gesamtgewicht – Fahrten und den Bedarf an Fahrern reduzieren, herkömmliche Lkw auf Hauptverkehrsachsen ersetzen und CO2-Emissionen senken können. Zur Stärkung der Resilienz von Lieferketten verknüpft der HDE seine Forderung mit dem Ausbau des zugelassenen Streckennetzes sowie langfristiger Rechtssicherheit.
Lidl testet fahrerlosen Elektro-Lkw für Filialbelieferung
Auf der IAA Transportation in Hannover hat der Discounter Lidl ein viermonatiges Pilotprojekt für den Einsatz eines autonomen Elektro-Lkw in Edermünde gestartet. Das in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Technologieunternehmen Einride entwickelte Fahrzeug pendelt bis zu dreimal täglich zwischen einem Regionallager und einer Filiale im öffentlichen Straßenverkehr, wofür eine Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes vorliegt. Damit ist Lidl nach eigenen Angaben der erste deutsche Lebensmittelhändler, der ein solches Fahrzeug im Realbetrieb erprobt. Die Branchenmesse verdeutlichte zudem Infrastrukturherausforderungen für Elektro- und Wasserstoff-Lkw, an deren europäischem Netz Unternehmen wie Daimler Truck, Volvo, Toyota, Bosch, Air Liquide und TotalEnergies kooperieren. Zudem standen der Markteintritt chinesischer Hersteller wie BYD mit geplanten europäischen Produktionsstätten in Ungarn sowie Forderungen von MAN nach fairem Wettbewerb im Fokus.
Einride und Lidl starten ersten fahrerlosen Lkw ohne Fahrerkabine in Deutschland
Einride, ein Spezialist für fahrerlose autonome Nutzfahrzeuge, und der zur Schwarz-Gruppe gehörende Lebensmitteleinzelhändler Lidl haben den ersten autonomen Lkw nach SAE-Level 4 ohne Fahrerkabine auf öffentlichen Straßen in Deutschland in Betrieb genommen. Das Fahrzeug verkehrt mit einer offiziellen Ausnahmegenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im Regelbetrieb zwischen einem Lidl-Zentrallager und einer Filiale – ein Novum im Bundesgebiet. Ziel des Pilotprojekts ist es, dem akuten Fahrermangel entgegenzuwirken und die Resilienz der Supply Chain zu stärken. Beide Unternehmen planen bereits die Ausweitung der Route auf ein mehrstufiges Milkrun-Modell. Zudem werden weitere Implementierungen innerhalb der gesamten Schwarz-Gruppe evaluiert, was einen maßgeblichen Schritt für den operativen Einsatz autonomer Fahrzeugtechnologie in der Handelslogistik darstellt.
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