Beobachtetes Signal · 14. Okt. 2026 · Policy Update · Quelle: Retail-News · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
DIHK und HDE fordern strengere Kontrollen im Onlinehandel aus Drittstaaten
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben ein 10-Punkte-Programm veröffentlicht, das eine konsequentere Durchsetzung bestehender Vorschriften im grenzüberschreitenden Onlinehandel aus Nicht-EU-Staaten fordert. Sie weisen darauf hin, dass jährlich fast sechs Milliarden Kleinsendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro in den EU-Binnenmarkt gelangen und die Kontrollsysteme an ihre Grenzen bringen. Die Verbände schlagen risikobasierte Prüfungen, spezialisierte Taskforces, eine zentrale digitale Meldestelle, den Einsatz von Webcrawlern zur Überwachung von Online-Angeboten sowie eine stärkere Nutzung von Fulfillment-Center-Kontrollen und Testkäufen vor. Zudem fordern sie eine strengere Anwendung des Digital Services Act (DSA) gegenüber großen Plattformen, eine Verbesserung des Safety-Gate-Warnsystems und die Förderung des Import-One-Stop-Shop-Verfahrens (IOSS) für die Umsatzsteuer. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen für europäische und außereuropäische Anbieter zu schaffen, ohne neue bürokratische Hürden für rechtstreue Unternehmen einzuführen.
Dieser politische Vorschlag könnte den E-Commerce in der EU erheblich beeinflussen, insbesondere den grenzüberschreitenden Handel und die Plattformaktivitäten, was für das AdTech- und Marketing-Ökosystem relevant ist.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- DIHK und HDE veröffentlichten am 14. Oktober 2026 ein 10-Punkte-Programm, das strengere Kontrollen im Onlinehandel aus Drittstaaten fordert.
- Die Verbände nennen jährlich fast sechs Milliarden Kleinsendungen (unter 150 Euro), die in die EU gelangen.
- Die EU-weite Kontrollquote für Produkte aus Drittstaaten lag 2025 nur bei 0,0065 Prozent.
- Das Programm schlägt risikobasierte Prüfungen, digitale Meldestellen und automatisierte Webcrawler vor.
- DIHK und HDE fordern eine strengere Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) und verbesserte Safety-Gate-Meldungen.
Ontologie & Marktkonzepte
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Handel und Verbraucherschützer fordern strengere EU-Importregeln
Der Handelsverband Deutschland (HDE), der Markenverband und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordern gemeinsam strengere EU-Vorschriften für Waren aus Nicht-EU-Staaten. Unter Verweis auf 5,9 Milliarden geringwertige E-Commerce-Sendungen im Jahr 2025 argumentieren sie, dass die derzeitigen Kontrollen nicht ausreichen. Die Organisationen schlagen vor, dass Hersteller und Händler ohne EU-Niederlassung einen registrierten Bevollmächtigten in der EU benennen müssen, und dass Online-Plattformen vor der Freischaltung eines Angebots die Registrierung überprüfen sollen. Zudem sollen Plattformen haftbar gemacht werden können, wenn sie dieser Prüfpflicht nicht nachkommen. Die Initiative zielt darauf ab, die Position der Bundesregierung bei den Beratungen zum European Product Act zu beeinflussen, um faire Wettbewerbsbedingungen für EU-Unternehmen zu schaffen und den Verbraucherschutz zu stärken.
EU-Entbürokratisierung: HDE fordert echte Nettoentlastung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat auf das Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2027 reagiert und begrüßt die geplanten Vereinfachungen sowie die Rücknahme der Green-Claims-Richtlinie und der Zahlungsverzugsverordnung. Gleichzeitig unterstützt der Verband Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zur Vertiefung des Binnenmarkts und zum Bürokratieabbau, warnt jedoch davor, dass neue Vorschriften diese Entlastungen wieder aufzehren könnten. Der HDE fordert, den tatsächlichen Rückgang des Verwaltungsaufwands zu messen und neue regulatorische Anforderungen in die Bewertung einzubeziehen. Er begrüßt die Omnibus-Pakete, die Überprüfung des Digitalrechts und Maßnahmen gegen territoriale Lieferbeschränkungen und Gold-Plating. Allerdings sieht er Risiken durch den Digital Fairness Act, den Quality Jobs Act und eine mögliche Überarbeitung der UTP-Richtlinie. Zudem plädiert der HDE für eine Harmonisierung der EU-Batterieverordnung mit der Lieferkettenrichtlinie CSDDD, um widersprüchliche Anforderungen zu vermeiden. Für den Verband ist der Erfolg der Entbürokratisierung von der praktischen Umsetzung und einer spürbaren Nettoentlastung abhängig.
Handelsverband fordert klare Digitalisierungsregeln
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Bundesregierung aufgefordert, klare Richtlinien für die Digitalisierung bereitzustellen, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. In einem Positionspapier zum Digitalgipfel der Bundesregierung stellte der HDE fünf Forderungen auf und betonte die Notwendigkeit praktikabler und sicherer digitaler Geschäftsprozesse. Der Verband ist überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland von der Digitalisierung profitieren kann, warnt jedoch, dass ohne klare Regeln KMU vor erheblichen Herausforderungen stehen könnten. Die Forderungen betreffen unter anderem Datenschutz, Cybersicherheit, digitale Infrastruktur und die Förderung digitaler Kompetenzen. Der HDE unterstreicht, dass eine sichere und innovative digitale Wirtschaft eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Handel erfordert.
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