Beobachtetes Signal · 28. Sept. 2026 · Research / Survey · Quelle: Horizont · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Digitale Gewalt: Frauen ziehen sich online zurück
Eine Umfrage des Bilendi Instituts im Auftrag des Deutschen Frauenrats zeigt, dass viele Frauen in Deutschland ihr Online-Verhalten aus Angst vor digitaler Gewalt einschränken. Zwei Drittel (67 %) der Frauen gaben an, ihre Online-Aktivitäten zu reduzieren, etwa weniger Bilder zu teilen oder sich aus digitalen Räumen zurückzuziehen. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 76 %. Die Befragung, die auf Antworten von 1.380 Frauen basiert, ergab außerdem, dass fast jede fünfte junge Frau bereits mit sexualisierten Deepfakes von sich konfrontiert war. Der Frauenrat betont, dass digitale Gewalt nicht nur durch konkrete Übergriffe wirkt, sondern bereits durch die Angst davor, was zu 'präventiver Selbstbeschränkung' führe. Die Ergebnisse untermauern Forderungen nach besserem Schutz durch Plattformen und nach stärkeren gesetzlichen Maßnahmen, einschließlich eines gesetzlichen Anspruchs auf schnelle Löschung und Schadenersatz.
Die Umfrage zeigt ein bedeutendes Problem, das das Online-Verhalten von Frauen beeinflusst und Auswirkungen auf digitale Zielgruppen und Plattformsicherheit hat, ist aber nicht direkt mit AdTech- oder Marketingtechnologie-Innovationen verbunden.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- 67 % der Frauen in Deutschland schränken ihr Online-Verhalten aus Angst vor digitaler Gewalt ein.
- 76 % der Frauen zwischen 18 und 39 Jahren schränken ihre Online-Aktivitäten ein.
- Fast jede fünfte Frau zwischen 18 und 39 Jahren wurde bereits mit sexualisierten Deepfakes von sich konfrontiert.
- 86 % der Befragten stimmen zu, dass Plattformen Frauen besser vor Belästigung und digitaler Gewalt schützen sollten.
- 91 % unterstützen einen gesetzlichen Anspruch auf schnelle Löschung intimer Inhalte.
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
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Deutschland plant Gesetz gegen digitale Gewalt und Deepfakes
Die deutsche Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf zur effektiveren Ahndung und Prävention digitaler Gewalt vorgelegt, der insbesondere die Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes adressiert. Der Entwurf führt drei neue Straftatbestände ein: die Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen, Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch täuschende Inhalte wie Deepfakes sowie die unbefugte digitale Überwachung (Cyberstalking). Zudem soll Opfern die zivilrechtliche Durchsetzung erleichtert werden, unter anderem durch schnellere Löschungen und gerichtliche Kontosperrungen. Der Schritt folgt einer öffentlichen Debatte und wird durch eine Bitkom-Umfrage gestützt, wonach 80 Prozent eine strengere Strafverfolgung fordern, 81 Prozent eine gesetzliche Prüf- und Löschpflicht für Plattformen verlangen und 25 Prozent bereits Opfer digitaler Gewalt wurden (bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 43 Prozent). Bevor der Entwurf in das parlamentarische Verfahren einfließt, muss er das Kabinett passieren.
Meinung: Deepfakes, digitale Gewalt und eine Netzauszeit für Männer
Dieser t3n-Meinungsbeitrag beleuchtet den rasanten Anstieg digitaler Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Minderheiten, der durch generative KI-Tools zur Erstellung von Deepfakes und nicht einvernehmlichen expliziten Inhalten massiv verstärkt wird. Die Autorin verweist auf einen NDR-Bericht über einen niedersächsischen CDU-Fraktionsmitarbeiter, der angeblich ein KI-manipuliertes Video einer Kollegin verbreitet hat, und verknüpft Plattformdynamiken wie die Zunahme von Hate Speech auf X nach Elon Musk mit misogyner Radikalisierung in der Manosphere. Unter Berufung auf eine Ipsos-Studie zu den Einstellungen von Gen-Z-Männern gegenüber Frauen sowie Aussagen des Zukunftsforschers Tristan Horx fordert der Artikel Männer zu mehr Verantwortung auf: Sie sollen politischen Druck ausüben, Hate Speech entgegentreten und eine freiwillige digitale Auszeit von Social Media und KI-Tools in Betracht ziehen, um Schaden zu minimieren und Empathie zu stärken.
Cybersicherheitsmonitor 2026: Jeder neunte deutsche Internetnutzer wird Opfer von Cyberkriminalität
Eine repräsentative Studie des BSI und der Polizeilichen Kriminalprävention (ProPK) im Rahmen des Cybersicherheitsmonitors 2026 zeigt, dass elf Prozent der Internetnutzer in Deutschland im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität wurden und 27 Prozent bereits einmal betroffen waren. Die im Januar 2026 erhobene Befragung von 3.060 Personen identifiziert Online-Shopping-Betrug (22 Prozent), unautorisierten Kontozugriff (14 Prozent), Online-Banking-Betrug (13 Prozent) und Phishing (12 Prozent) als häufigste Delikte. Rund 88 Prozent der Opfer erlitten negative Folgen, darunter finanzielle Verluste bei 33 Prozent und ein gesunkenes Vertrauen in Online-Dienste. Gleichzeitig bleibt das proaktive Sicherheitsverhalten unzureichend: 55 Prozent schätzen ihr persönliches Risiko als gering ein, nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, und Basisschutzmaßnahmen wie sichere Passwörter (46 Prozent) oder Antivirensoftware (40 Prozent) werden unvollständig genutzt. BSI und ProPK fordern daher nutzerfreundlichere und sicherere Produkte von der Industrie.
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