Beobachtetes Signal · 28. Aug. 2026 · Policy Update · Quelle: Lebensmittelzeitung · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Drohende digitale Bonpflicht ab 2028 verändert POS- und Handelsdaten
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant die Abschaffung von Papierkassenbelegen ab dem Jahr 2028 und die Einführung einer verpflichtenden digitalen Bonpflicht. Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass Händler bei jeder Transaktion einen elektronischen Beleg bereitstellen müssen. Wirtschaftsverbände und der Einzelhandel laufen dagegen Sturm und fordern stattdessen die vollständige Abschaffung der Bonpflicht. Der am 28. August 2026 von der Lebensmittelzeitung (DFV Mediengruppe) veröffentlichte Bericht skizziert diesen bevorstehenden politischen Wandel und die massiven Widerstände der Branche. Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen für Kassensysteme (POS), Payment-Dienstleister und die Erfassung von Transaktionsdaten, was vor allem für den Bereich Retail Media, Attribution und Commerce-Technologien von hoher Relevanz ist.
Eine gesetzliche Verpflichtung zu digitalen Belegen ab 2028 erfordert Anpassungen bei Kassensystemen sowie im Handel und berührt Payment-Provider sowie die Erfassung von First-Party-Transaktionsdaten – hochrelevant für Retail Media, Messung und Commerce-Technologien.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant ab 2028 die Abschaffung von Papierbelegen und die Einführung einer digitalen Bonpflicht.
- Die geplante Regelung sieht vor, dass Händler bei jedem Verkauf einen elektronischen Beleg zur Verfügung stellen müssen.
- Handelsverbände fordern anstelle der digitalen Vorgabe die vollständige Streichung der Bonpflicht.
- Der Artikel wurde am 28.08.2026 von der Lebensmittelzeitung (DFV Mediengruppe) veröffentlicht.
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Deutschland plant Umstellung auf digitale Kassenbons ab 2028
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine grundlegende Reform der Belegausgabepflicht im deutschen Einzelhandel vorsieht. Ab dem Jahr 2028 sollen herkömmliche Papierbelege schrittweise durch digitale Kassenbons ersetzt werden. Während die grundsätzliche Bonpflicht zur Gewährleistung steuerlicher Transparenz bestehen bleibt, entfällt der Zwang zum physischen Ausdruck auf Papier. Diese regulatorische Änderung betrifft Point-of-Sale-Prozesse, Kassensystem-Anbieter sowie Handelsunternehmen im gesamten Bundesgebiet. Für Händler eröffnet die Digitalisierung der Belege neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, erfordert jedoch Anpassungen der technischen POS-Infrastruktur und wirft Fragen zum Datenschutz bei der Bereitstellung auf. Der Schritt zielt primär auf Bürokratieabbau und Ressourceneinsparungen ab.
HDE warnt: Bundesregierung plant digitale Bonpflicht ab 2028
Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert die Pläne der Bundesregierung, den klassischen Papierbeleg ab Anfang 2028 durch einen verpflichtenden elektronischen Kassenbon zu ersetzen. Laut HDE widerspricht dieses Vorhaben dem im Koalitionsvertrag zugesagten Abbau der Bonpflicht und droht erhebliche Zusatzinvestitionen für Händler mit älteren oder einfachen POS-Systemen zu verursachen. Zudem bestehen ungelöste technische Fragen rund um die Weiterentwicklung der einheitlichen digitalen Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K Version 3.0). Der Verband rät Händlern daher, Neuanschaffungen bis zur finalen Fertigstellung und Implementierung des Standards durch die Kassenhersteller zu verschieben. Darüber hinaus fordert der HDE, den Einführungszeitplan an den neuen Standard anzupassen, offene EU-rechtliche Fragen bezüglich Papierbelegen bei Verbundsystemen – die derzeit vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden – zu klären und stattdessen auf gezielte Kontrollen statt neuer pauschaler bürokratischer Pflichten zu setzen.
Kommentar: Die Bonpflicht gehört ins Museum
Dieser am 28. August 2026 auf Lebensmittelzeitung.net veröffentlichte Kommentar von Gerrit-Milena Falker kritisiert die deutsche Bonpflicht als veraltetes und überflüssiges steuerliches Relikt, das mit einem Faxgerät vergleichbar sei. Die Autorin plädiert für die Abschaffung dieser nach wie vor geltenden Vorschrift. Der Meinungsbeitrag beleuchtet das Fortbestehen der Bonpflicht vor dem Hintergrund aktueller Debatten über digitale Kassenbons und regulatorische Veränderungen im Handel. Obwohl die Pflicht weiterhin rechtlich bindend ist, wirft der Beitrag grundlegende Fragen zur Effizienz solcher bürokratischen Instrumente am Point-of-Sale auf und unterstreicht die Notwendigkeit einer zeitgemäßen, digitaleren Ausrichtung gesetzlicher Vorgaben im stationären Handel.
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